Hitler-Gruß an Mahnmal der Gedenkstätte Buchenwald

Am Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ist es am Mittwoch zu verfassungswidrigen Rufen und Gesten gekommen. Eine Schulgruppe und Mitarbeiterinnen hätten bei einer Führung einen Mann beobachtet, der vor dem Glockenturm posierend «Heil Hitler» gerufen und den sogenannten Hitler-Gruß gezeigt habe, sagte ein Sprecher der Gedenkstätte Buchenwald am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei gegen den Mann ein unbefristetes Hausverbot ausgesprochen und umgehend die Polizei verständigt worden. Laut Polizei handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 26-Jährigen, der sich mit zwei weiteren Männern und einer Frau (alle Mitte 20 bis 30 Jahre alt) dort aufgehalten habe. Die Kriminalpolizei ermittele nun wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen. Die Verbreitung und Verwendung von Symbolen und Parolen aus der Zeit des Nationalsozialismus und von verbotenen Neonazi-Organisationen ist in Deutschland strafbar. Die Fotos, für die der Mann posierte, seien Beweismittel.

via zeit: Hitler-Gruß an Mahnmal der Gedenkstätte Buchenwald

Anti-Semitic graffiti discovered by staff at Auschwitz death camp

Staff at the site of the Auschwitz have condemned anti-Semitic vandalism discovered at the Nazi death camp. Nine barracks were spray-painted with anti-Semitic phrases and slogans denying the Holocaust, according to the Auschwitz memorial and museum. The graffiti was found at the Auschwitz II-Birkenau site, the largest of the 40 camps that made up the Nazi complex. Police have been informed of the incident and are investigating. Staff have called on anyone who may have been in the vicinity of the death camp on Tuesday morning and witnessed the incident to contact them, especially anyone with photos taken around the Gate of Death, at the entrance to Birkenau, and the wooden barracks. The memorial centre said the vandalism was “an outrageous attack on the symbol of one of the great tragedies in human history and an extremely painful blow to the memory of all the victims of the German Nazi Auschwitz-Birkenau camp”. “As soon as the police have compiled all the necessary documentation, the conservators of the Auschwitz memorial will begin removing traces of vandalism from historical buildings,” it added. The statement noted that while the security system at the 170-hectare site was “constantly being expanded”, it was funded from the museum’s budget, which had been hit during the coronavirus pandemic. Fully enclosing the site would not be possible for some time, it added. The Auschwitz-Birkenau Museum and Memorial preserves the Nazi extermination camp set up on occupied Polish soil by Germany during World War Two. At least 1.1 million people were murdered at Auschwitz in the four and a half years after it opened in 1940. Almost one million of them were Jews. The majority of the victims were sent to the gas chambers at Birkenau.

via bbc: Anti-Semitic graffiti discovered by staff at Auschwitz death camp

Barracones en Auschwitz II-Birkenau, Polonia7.jpg
Von Diego Delso, CC BY-SA 3.0, Link

https://twitter.com/FFRAFAction/status/1445451070453346306

Was machte eine Viertelmillion Deutsche zu Mördern?

Von bis zu 250.000 deutschen und österreichischen Tätern beim Holocaust geht die Zeitgeschichte aus. Machte sie Befehlsnotstand, Sadismus, Verrohung dazu? Historiker nennen einen anderen Grund. (…) Jetzt hat Frank Bajohr, Historiker am renommierten Institut für Zeitgeschichte in München, in dem Sammelband „Nationalsozialistische Täterschaften“ eine aktuelle Bilanz der Täterforschung gezogen. Das ist sinnvoll, denn wichtige Erkenntnisse dieser seit den 1990er-Jahren stark angewachsenen Unterdisziplin sind verstreut in verschiedenen Büchern und Aufsätzen zu finden. Heute geht man von 200.000 bis 250.000 deutschen, österreichischen und „volksdeutschen“ Tätern beim Holocaust aus. Hinzu kam eine nicht genau zu quantifizierende Zahl an Kollaborateuren, vor allem Litauern, Letten und Ukrainern, die Pogrome gegen Juden nach der deutschen Besetzung begannen oder in verschiedenen Organisationsformen als Hilfspolizei oder sogenannte Hilfswillige (HiWis) unmittelbar an Tötungen mitwirkten. Betrachtet man die im weiteren Sinne deutschen Täter, so fällt auf, dass es zwar darunter einen gewissen Anteil an Sadisten und anderen seelisch Gestörten gab. Für den Großteil traf das allerdings nicht zu. Ebenfalls als nicht haltbar erwies sich Bajohr zufolge die These, die Gewalterfahrung des Ersten Weltkriegs sei die Voraussetzung für das entgrenzte Morden im Zweiten Weltkrieg gewesen. Auch individuelle Motive für Morde, nach denen Strafrechtler instinktiv immer zuerst suchen, ließen sich nur in relativ wenigen Fällen finden: persönliche Habgier, Eifersucht, sexuelle Motive und andere typische Ursachen waren nur bei wenigen Tätern festzustellen. Eindeutig widerlegt sind sogar die oft erhobenen Behauptungen von Angeklagten, sie hätten aus Befehlsnotstand gemordet, wären also selbst erschossen worden, falls sie sich geweigert hätten, wehrlose Opfer umzubringen. Jedoch haben Tausende Verteidiger in Zehntausenden Ermittlungs- und Strafverfahren nicht einen einzigen konkreten Fall für einen solchen Befehlsnotstand anführen können. Im Gegenteil ist oft belegt, dass Vorgesetzte ihren Männern die Wahl ließen, sich an Massenmorden zu beteiligen. Die allermeisten nutzten diese Möglichkeit nicht. (…) Sicher einen gewichtigen Anteil hat das Phänomen der Kameradschaft. Bajohr beschreibt es anhand eines Zitates des späteren Publizisten Sebastian Haffner, das sich auf eine nicht mörderische Situation, ein Ausbildungslager für angehende Juristen im Sommer 1933, bezieht: „Die Kameradschaft beseitigt völlig das Gefühl der Selbstverantwortung. Der Mensch, der in der Kameradschaft lebt, ist jeder Sorge für die Existenz, jeder Härte des Lebenskampfs enthoben. Viel schlimmer ist, dass Kameradschaft dem Menschen auch die Verantwortung für sich selbst und vor Gott und seinem Gewissen abnimmt. Er tut, was alle tun.“ Damit lassen sich viele, wenn auch nicht alle Taten im Zusammenhang mit dem Holocaust erklären. Mit seiner offen antisemitischen Politik hatte das NS-Regime faktisch Juden für vogelfrei erklärt. Meistens paramilitärische Gruppen aus Polizisten und Reservisten, aber auch Verwaltungsbeamten und – in den KZs – weiblichen Helferinnen setzten erkennbar amoralische Befehle um und wehrten sich nicht dagegen, weil ja „alle“ mitmachten.

via welt: Was machte eine Viertelmillion Deutsche zu Mördern?

Bones of anti-Nazi German women still are in the crematoriums in the German concentration camp at Weimar, Germany.jpg
Von Photographer: Pfc. W. Chichersky. (Army) – The U.S. National Archives and Records Administration, <a rel=”nofollow” class=”external text” href=”https://www.archives.gov/research/arc/index.html”>Archival Research Catalog (ARC)</a>, ARC Identifier 531260], Gemeinfrei, Link

Universität Stanford – Akten der Nürnberger Prozesse sind online

Vor 75 Jahren endeten die Nürnberger Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher. Seit heute sind die Prozessakten weltweit einsehbar: Die Universität Stanford hat sie digitalisiert und durchsuchbar gemacht. (…) Die Audio-Aufnahmen von damals – in exzellenter, weil restaurierter Tonqualität – gehören ebenso zum Online-Archiv der Stanford-Universität wie die Gerichtsakten, die nun einsehbar sind. Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis die Nürnberger Akten endlich online gehen konnten, erzählt David Cohen, Professor und Direktor des Lehrstuhls für Menschenrechte und internationale Justiz in Stanford. Er ist der Meinung, “dass diese Dokumente nicht nur in irgendeinem Archiv bleiben sollen, das nur Historikern und Experten zur Verfügung steht. Wir müssen uns die heutigen technischen Möglichkeiten zu nutze machen, um ein viel breiteres und ein globales Publikum zu erreichen.” 50 Terabyte für Tausende AktenDie Idee zu dem offenen Archiv, das gut 50 Terabyte groß ist, hatte Cohen 1998 gemeinsam mit Professor Dieter Simon. Cohen war damals an der Universität von Berkeley und leitete dort das Zentrum für Kriegsverbrechen. Simon war Direktor am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main. Das Besondere an den 5215 Akten der Nürnberger Prozesse ist: Das erste Mal in der Geschichte saß eine Regierung auf der Anklagebank – wegen millionenfachen Mordes. (…) All diese Schriftstücke sind durchsuchbar, sagt Tom Cramer, Technik-Chef der Uni-Bibliothek von Stanford: “Damit man sich besser zurecht findet, hat der Lehrstuhl für Menschenrechte Erklärtexte formuliert, die Zusammenhänge herstellen. Die einzelnen Dokumente sind in verschiedene Gruppen aufgeteilt, zum Beispiel in ‘Anklagepunkte’, ‘Schlussplädoyers’ oder ‘einzelne Verbrechen’.”Hinzu kommen sollen im Sommer nächsten Jahres noch gut 1000 Stunden an Audio-Material. Dabei handelt es sich um Mitschnitte des Gerichtsverfahrens gegen die 24 Angeklagten. Außerdem haben die Archivare mehr als sechs Stunden Filmmaterial zusammengetragen, das ebenfalls Mitte 2022 abrufbar sein soll. 

via tagesschau: Universität Stanford – Akten der Nürnberger Prozesse sind online

siehe auch: Stanford scholars expand digital database with historic records from the Nuremberg Trial. Stanford University is marking the 75th anniversary of the International Military Tribunal of Nuremberg with a significant expansion of records from the historic trial. Nearly 75 years ago, the Nuremberg Trial came to a close when on Oct. 1, 1946, a group of convicted Nazi leaders was sentenced by the International Military Tribunal (IMT) for crimes against peace, war crimes and crimes against humanity committed during World War II and the Holocaust. This first international military tribunal was monumental: Not only did it bring perpetrators of mass atrocities to justice, it was also the first time international law was used to prosecute individuals, including heads of state, for war crimes. In doing so, it established a legal precedent in international humanitarian law that is still relevant today.

siehe dazu auch: Taube Archive of the International Military Tribunal (IMT) at Nuremberg (1945-1946). Description of Collection: The collection in the Virtual Tribunal platform contains approximately 250,000 pages of digitized paper documents (transcripts of the hearings in English, French, German and Russian; written pleadings; evidence exhibits filed by the prosecution and the defense; documents of the Committee for the Investigation and Prosecution of Major War Criminals; the judgment). The official archives of the International Military Tribunal of Nuremberg (the “Nuremberg Trial Archives”) were entrusted to the International Court of Justice (ICJ) in 1950. The ICJ and its Registry are the custodians of the entire archive, which includes the original print documents that are available in digital form here, audio recordings of the trial’s proceedings, and evidentiary films.

https://twitter.com/greg00r/status/1444085809683042307

On This Day: 12 Nazis sentenced to death in the Nuremberg Trials – #otd

The Nuremberg trials were a series of 13 trials carried out between 1945 and 1949, the Trial of Major War Criminals being held from November 20, 1945 to October 1, 1946. On this day 75 years ago, October 1, 1946, a verdict was handed out at the conclusion of the Nuremberg Trials.  The Nuremberg trials were a series of 13 trials carried out between 1945 and 1949, with the Trial of Major War Criminals being held from November 20, 1945 to October 1, 1946.  Adolf Hitler and two of his top associates had committed suicide before they could be brought to trial but numerous other high-ranking Nazis did stand trial. Twelve creators of Nazi policy were sentenced to death. Seven others were sentenced to prison, with sentences ranging from 10 years to life. Three were acquitted, one of whom was a German politician who had played a key role in Hitler being appointed as chancellor in 1933. Ten out of the twelve Nazis sentenced to death were hanged on October 16, and of the other two, one was condemned to death in absentia – a legal status imposed on an individual who has been missing for several years – and the other committed suicide before his execution with a cyanide capsule he had hidden in a jar of medication. 

via jpost: On This Day: 12 Nazis sentenced to death in the Nuremberg Trials

Nuremberg Trials retouched.jpg
By Work of the United States Government – <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/File:Nuremberg-1-.jpg” class=”mw-redirect” title=”File:Nuremberg-1-.jpg”>Nuremberg-1-.jpg</a>, Public Domain, Link

Nach Flucht vor Prozessbeginn: Ehemalige KZ-Sekretärin in U-Haft

Vor dem Landgericht in Itzehoe startete am Donnerstag der Prozess gegen eine mutmaßliche NS-Täterin beginnen. Allerdings ohne die Angeklagte, die war mit dem Taxi aus ihrem Pflegeheim in Quickborn verschwunden. Um 10 Uhr begann der Prozess gegen eine ehemalige KZ-Sekretärin in Itzehoe. Die Anklage konnte allerdings nicht verlesen werden, weil die Angeklagte nicht erschienen war. Als Beamte sie am Morgen in ihrem Pflegeheim in Quickborn (Kreis Pinneberg) abholen wollten, war sie nicht da. Sie war nach Angaben des Gerichts früh Morgens mit einem Taxi geflüchtet. Vier Stunden später gab eine Gerichtssprecherin bekannt, dass die Angeklagte gefunden wurde. Nach Angaben der Hamburger Polizei wurde die 96-Jährige in der Langenhorner Chaussee an der Stadtgrenze zu Norderstedt gefasst. Am Abend teilte das Gericht mit, dass die Angeklagte in Untersuchungshaft kommt. (…) Nach Gerichtsangaben hatte die 96-Jährige in der vergangenen Woche in einem Brief angekündigt, nicht zum Prozess erscheinen zu wollen. Auf diesen Brief ist laut Milhoffer vom Gericht geantwortet worden. Der Angeklagten seien die Konsequenzen aufgeführt worden, die ein Fernbleiben nach sich ziehen würden. Im Vorfeld könne das Gericht aber nichts machen. “Bei passiven Ankündigungen sind rechtsstaatliche Maßnahmen nicht möglich”, erklärte die Gerichtssprecherin. Außerdem sei aufgrund des Alters der Angeklagten und ihrer Gebrechlichkeit nicht damit zu rechnen gewesen, dass sie sich tatsächlich aktiv dem Prozess entziehen wird. Die 96-Jährige ist wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 11.000 Fällen angeklagt. Sie hatte 1943 bis 1945 im KZ Stutthof bei Danzig als Schreibkraft gearbeitet. Damals war sie 18 beziehungsweise 19 Jahre alt. Dort soll die Sekretärin in der Kommandantur von den Vorgängen im Lager gewusst haben. Es ist das erste Mal, dass gegen eine zivile Angestellte verhandelt werden sollte

via ndr: Nach Flucht vor Prozessbeginn: Ehemalige KZ-Sekretärin in U-Haft

siehe auch: 96-jährige ehemalige KZ-Sekretärin wollte vor Jugendgerichtsverfahren flüchten. Irmgard F., der Beihilfe zum Mord in über 10.000 Fällen vorgeworfen wird, fuhr mit dem Taxi zur U-Bahn nach Hamburg, wurde aber kurz darauf festgenommen. Die 96-jährige Irmgard F., die sich am Donnerstag vor der Jugendkammer des Landgerichts im norddeutschen Itzehoe wegen Beihilfe zum Mord in über 10.000 Fällen verantworten sollte, hat einen Fluchtversuch unternommen. Sie fuhr am Donnerstagmorgen mit dem Taxi vom Altenheim in Quickborn zu einer U-Bahn-Station in Norderstedt am Hamburger Stadtrand, dort verlor sich vorerst ihre Spur. Am frühen Nachmittag gelang es der Polizei dann, sie festzunehmen und dem Gericht vorzuführen. (…) Irmgard F. wurde bereits dreimal in NS-Prozessen als Zeugin einvernommen, zuletzt 1982. Im Verfahren gegen Hoppe erklärte sie, der Lagerkommandant sei ein “pflichtbewusster Vorgesetzter” gewesen, an der Rechtmäßigkeit der von ihm verhängten Todesurteile habe sie nie gezweifelt. Angeklagt wurde die Bürokraft damals nicht. Ihre damaligen Aussagen können nur gegen sie verwendet werden, wenn sie dem zustimmt. Sie hatte in einem Brief an das Gericht erklärt, nicht an der Verhandlung teilnehmen zu wollen, weil ihr Gesundheitszustand schlecht sei und sie befürchte, verspottet zu werden; 96-year-old who attempted to flee Nazi crimes trial held in detention. A former secretary for the SS commander of the Stutthof concentration camp has been placed in provisional detention after she attempted to flee the start of her trial in Germany, reports AFP. Irmgard Furchner, 96, skipped the planned start of her trial on more than 11,000 counts of accessory to murder, officials said. She was picked up several hours later after the court issued an arrest warrant. The court says that Furchner has been remanded into custody, and that her trial will restart on October 19.

KZ STUTT2.jpg
Von Hans Weingartz – <a rel=”nofollow” class=”external free” href=”http://www.pass-weingartz.de/hw.htm”>http://www.pass-weingartz.de/hw.htm</a> – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span> (<span lang=”de” dir=”ltr”>Originaltext: eigene Aufnahme</span>), CC BY-SA 2.0 de, Link – symbolbild

Justizministerium fordert Bußgeld von rechter Social-Media-Seite

Auf der Plattform “Gab.com” tummeln sich Holocaustleugner, Verschwörungstheoretiker und Antisemiten. Wie der “Spiegel” berichtet, will das Bundesjustizministerium nun mit einem Bußgeldverfahren dagegen vorgehen. Das Bundesamt für Justiz hat ein Bußgeldverfahren gegen die Social-Media-Plattform “Gab.com” eingeleitet. Das berichtet der “Spiegel”. Anfang August soll deshalb ein Bußgeldbescheid in Höhe von 30.000 Euro erlassen und an die US-amerikanischen Betreiber des Unternehmens geschickt worden sein. “Gegenstand des Verfahrens ist ein Verstoß gegen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz”, teilte ein Sprecher des Justizministeriums dem Spiegel auf Anfrage mit. Das Gesetz, das bereits 2017 in Kraft getreten ist, soll die Verbreitung strafbarer Inhalte im Netz eindämmen. Von Social-Media-Diensten verlangt es unter anderem einen Ansprechpartner, der hier in Deutschland bei Fragen rund um die Löschung von strafbaren Inhalten zur Verfügung steht. Gegen diese Pflicht hat das Unternehmen laut Justizministerium verstoßen. “Gab.com” ist ein alternatives soziales Netzwerk, das besonders bei Rechten, Rechtsextremen und Anhängern der QAnon-Verschwörungstheorie beliebt ist. Es funktioniert wie eine Mischung aus Twitter und Facebook und ist vor allem im US-amerikanischen Raum beliebt. Auf der Seite werden offen antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und es existieren Gruppen, die der Holocaustleugnung gewidmet sind. Unter anderem soll auch der Attentäter von Pittsburgh auf “Gab.com” seinen Anschlag auf die “Tree of Life”-Synagoge angekündigt haben, bei dem er später elf Menschen erschossen hat.

via br: Justizministerium fordert Bußgeld von rechter Social-Media-Seite

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