Nach X-Talk mit Elon Musk rebelliert die rechte Szene gegen AfD-Chefin: „Weidel blamiert Deutschland“

In einem Livestream trafen AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel und Milliardär Elon Musk aufeinander. Eine Aussage sorgt für heftige Kritik in den eigenen Reihen. Über Tage hinweg kündigte AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel ihren Live-Talk mit Milliardär Elon Musk auf der Plattform X an. Vorab hieß es, dass beide „endlich die Wahrheit über die AfD“ sagen würden. Nach dem 75-minütigen Gespräch, in dem Weidel und Musk unter anderem über Adolf Hitler und eine zukünftige Mars-Kolonie sinnierten, hagelt es nun Kritik. Vor allem Weidels Äußerungen sorgen in den eigenen Reihen für heftige Reaktionen. Bereits wenige Stunden nach dem Gespräch meldet sich Markus Pretzell, ehemaliger Landesvorsitzender der AfD in Nordrhein-Westfalen, auf X zu Wort: „Das Gespräch hat Weidel mehr geschadet als die letzten fünf ÖRR-Inquisitionen.“ Erik Ahrens, der die Social-Media-Strategie der AfD aufgebaut hat, veröffentlichte wenige Stunden nach dem Livestream ein Video mit dem Titel: „Weidel blamiert Deutschland.“ In seinem Video kritisiert Ahrens die Argumentation der AfD-Chefin, insbesondere ihre Aussage, dass Adolf Hitler ein Kommunist gewesen sein soll. Unter den Kritikern ist auch der rechtsradikale Autor und Aktivist Philip Stein. Auf X schreibt er: „Dieses Gespräch kann sich niemand anhören, der noch bei Verstand ist.“ Stein bezeichnet sich selbst als rechtsradikal und schreibt in seinen Texten, dass „man wegen seines Blutes Deutscher ist und nicht wegen seines Passes.“ Zudem trat Stein in der Vergangenheit als Redner auf bei Veranstaltungen der Identitären Bewegung. Max Mordhorst, FDP-Politiker und Mitglied des Deutschen Bundestags, bezieht sich in seiner Kritik ebenfalls auf diese Äußerung: „Alice Weidel behauptet ernsthaft, Hitler sei Kommunist gewesen. Natürlich war er AUCH Sozialist. Aber selbstverständlich war seine Politik rechtsextrem. Nicht umsonst sah er Stalin als ideologischen Erzfeind. Was eine Geschichtsvergessenheit. Gut, dass diese Frau sich entzaubert.“

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„Hitler war ein Kommunist“: Weidel verliert sich bei X in bizarrem Exkurs – Musk kritisiert deutsche Bürokratie

Der Milliardär und Trump-Vertraute Elon Musk und AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel trafen sich zum Gespräch auf X. Hier dokumentieren wir die wichtigsten Aussagen. (…) Weidel kritisierte, dass „der Staat“ in Deutschland zwar hohe Steuern kassiere, aber nicht das biete, was Bürger erwarteten, vor allem bei der inneren Sicherheit und der Bildung. „Junge Menschen lernen nichts in den Universitäten, nur Gender Studies“, behauptet sie. Woraufhin Musk entgegnete: „Bist du sicher? Ich dachte, Deutschland habe ein gutes Bildungssystem.“ Offenbar habe der „woke Virus“ die Bundesrepublik infiziert. „Woke“ ist in rechten Kreisen in den vergangenen Jahren zum Kampfbegriff vor allem gegen Menschen aus dem linken politischen Spektrum geworden, die sich unter anderem für soziale Gerechtigkeit, geschlechtliche Selbstbestimmung oder gegen Rassismus einsetzen. (…) Dann ging es um das Thema Meinungsfreiheit, wie die beiden sie verstehen. Musk sagte vor allem mit Bezug auf Regelungen für Internet-Plattformen wie die seines Unternehmens „X“, er sehe die Gefahr, dass die „freie Meinungsäußerung“ in Deutschland und anderen europäischen Ländern beschränkt werde. Das nahm Weidel als Vorlage für eine besonders bizarre Passage der Unterhaltung. „Das hat schon Hitler so gemacht“, sagte sie. Daraufhin fragte Musk, wie es denn um die Behauptung stehe, die AfD sei eine rechtsextreme Partei. Das beantwortete Weidel mit einem Exkurs, was sie unter „rechtsextrem“ versteht. „Die Nationalsozialisten waren Sozialisten“, sagte sie. „Hitler war ein Kommunist“, denn er habe Unternehmen verstaatlicht und Steuern erhöht. „Hitler als rechts und konservativ zu bezeichnen, war der größte Fehler der Geschichte“, fügte Weidel hinzu. Die AfD, die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextrem eingestuft wird, sei „das genaue Gegenteil: Libertär, konservativ“. Nicht zuletzt die international geäußerte Kritik an Israels Vorgehen im Gazastreifen im vergangenen Jahr zeige, dass der eigentliche Antisemitismus auch heute „bei der Linken“ zu finden sei

via tagesspiegel: „Hitler war ein Kommunist“: Weidel verliert sich bei X in bizarrem Exkurs – Musk kritisiert deutsche Bürokratie

siehe auch: Von Hitler bis zum Mars: So lief der Talk zwischen Musk und Weidel. Elon Musk ist einer der einflussreichsten Menschen der Welt. Jetzt bot er AfD-Chefin Alice Weidel eine exklusive Bühne – und das vor einem Millionenpublikum. Seit Wochen wirbt Tech-Milliardär Elon Musk intensiv für die deutsche AfD. An diesem Donnerstagabend kam es zum Höhepunkt der Werbekampagne für die in Teilen rechtsextreme Partei: AfD-Chefin und -Spitzenkandidatin Alice Weidel traf in einem Space auf Musks Plattform X (früher: Twitter) direkt auf den US-Milliardär. (…) Der Livetalk trägt den Titel “Gespräch mit der Spitzenkandidatin für die deutsche Regierung”. Er bleibt während des gesamten Gesprächs prominent eingeblendet – und ist eine Lüge: Weidel ist zwar Kanzlerkandidatin der AfD, hat aber keinerlei Aussicht darauf, zu regieren – weil keine Partei mit der AfD kandidieren will. (…) Weidel und Musk unterhalten sich über Meinungsfreiheit, die sie eingeschränkt sehen. Weidel fragt Musk: “Weißt du, was Adolf Hitler als Erstes getan hat? Er hat die Meinungsfreiheit ausgeschaltet.” Musk stimmt ihr zu. Weidel verbreitet die Lüge, Hitler sei links, Kommunist und Sozialist gewesen. Als solcher habe er sich auch bezeichnet und verstanden. Das ist nicht korrekt: Die nationalsozialistische Weltanschauung beruht in ihrem Kern auf der Ungleichwertigkeit der Menschen, die schlussendlich zum Holocaust führte. Im Gegensatz dazu verfolgen linke Ideologien wie Sozialismus und Kommunismus ein Gleichheitsideal, sie sehen Menschen also als gleichwertig an. Die AfD sei das “genaue Gegenteil” der Nazis, behauptet Weidel: eine libertäre und konservative Partei. Das ist nicht korrekt, die AfD ist mit Programm und Personal rechts des konservativen Spektrums zu verorten: Verbände und Funktionäre der AfD verwenden immer wieder NS-Vokabular, standen deswegen in der Vergangenheit vor Gericht und wurden verurteilt – darunter der Thüringer Landeschef Björn Höcke. Der völkische Flügel in der AfD ist stark und dominiert immer wieder die Partei. Vom Verfassungsschutz wird die gesamte AfD bundesweit als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet und viele ihrer Funktionäre als Rechtsextremisten eingestuft. In den Parlamenten beschäftigen sie mit Steuergeld eine große Zahl von Aktivisten aus noch extremeren Organisationen, die rassistischen und zum Teil nationalsozialistischen Ideen nahestehen; AfD-Gespräch auf X : Elon Musk und Alice Weidel im Faktencheck. Die AfD-Spitzenkandidatin und der reichste Mann der Welt: Im Gespräch zwischen Elon Musk und Alice Weidel ging es um Atomkraft, Hitler und Bildungspolitik. Der Talk im Faktencheck. Über eine Stunde dauerte das Gespräch zwischen Elon Musk und Alice Weidel. Dabei wurden zahlreiche Themen angesprochen. Welche Aussagen halten einer Überprüfung stand und wo zeichnete Weidel ein falsches Bild von Deutschland?; Gespräch von Musk und Weidel Falschaussagen von Migration bis Nationalsozialismus.Musk und AfD-Chefin Weidel haben über viele Themen gesprochen. Vor allem bei Migration und Wirtschaft stellte die promovierte Volkswirtin falsche Behauptungen auf – und versuchte es mit Geschichtsrevisionismus. Von Carla Reveland und Pascal Siggelkow, ARD-faktenfinder Schon gleich zu Beginn des Gesprächs mit AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel auf seiner Plattform X folgte die erste Falschaussage von Elon Musk. Er stellte Weidel als derzeit führende und beliebteste Kandidatin mit Blick auf die Bundestagswahl in Deutschland vor. Dabei ist weder ihre Partei, noch sie selbst in Umfragen auf der Spitzenposition. Im jüngsten ARD-DeutschlandTrend liegt die Union aus CDU und CSU mit 31 Prozent an der Spitze, die AfD mit rund 20 Prozent an Position zwei. (…) Eines der zentralen Themen in dem Gespräch war die Migration. Mit Blick auf die Asylkrise im Jahr 2015 behauptete Weidel fälschlicherweise, dass die damalige Kanzlerin Angela Merkel die Öffnung der deutschen Grenzen für illegale Einwanderung durchgesetzt habe. Doch das stimmt nicht. Denn die Grenzen in Deutschland zu den anderen Ländern waren zu der Zeit gar nicht geschlossen. (…) Zudem behauptete Weidel, dass es in Deutschland eine explodierende Kriminalitätsrate gebe. Auch das ist zumindest irreführend. Zwar gab es im Jahr 2023 laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) einen Anstieg auf knapp sechs Millionen Fälle und damit gut fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings lagen die Zahlen beispielsweise 2015 und 2016 noch deutlich höher. Zudem betonen Experten, dass bei der Interpretation der PKS auch Faktoren wie eine möglicherweise höhere Anzeigenbereitschaft in der Bevölkerung berücksichtigt werden müssen. (…) Ausgehend von Aussagen über die Meinungsfreiheit, fragte Weidel Musk: “Weißt du, was Adolf Hitler als Erstes getan hat? Er hat die Meinungsfreiheit ausgeschaltet.” Musk stimmte ihr zu. Weidel behauptete, Hitler sei nicht “rechts” gewesen, sondern ein “Kommunist”, der sich selbst als “Sozialist” bezeichnet hätte.Das ist falsch. Der Geschichtsprofessor Werner Suppanz von der Universität Graz beantwortete die Frage, ob Nazis Sozialisten waren, dem “Standard” gegenüber deutlich: “Eindeutig nicht.” Hitler selbst habe im Jahr 1928 erklärt, dass seine Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) nicht sozialistisch sei.

#Volksverhetzung: #Schweinekopf vor #Gedenkort – Staatsschutz ermittelt – #pack #apolda #terror

Unbekannte haben vor dem Prager-Haus in Apolda einen Schweinekopf abgelegt. Die Tat habe sich in der Zeit zwischen 14.00 Uhr am Freitag und 11.40 Uhr am Samstag ereignet, teilte die Polizei mit. Das Prager-Haus ist eine Gedenkstätte, die unter anderem der von den Nationalsozialisten deportierten und ermordeten jüdischen Familie Prager gewidmet ist. Das Ablegen eines Schweinekopfes an dieser Stelle gilt als Volksverhetzung.

via zeit; Volksverhetzung: Schweinekopf vor Gedenkort – Staatsschutz ermittelt

siehe auch: APOLDA IN THÜRINGEN: Schweinekopf vor jüdischem Gedenkort abgelegt Die Polizei ermittelt gegen die unbekannten Täter. Auch der Staatsschutz ist beteiligt. Teilen Merken Drucken Anhören Unbekannte Täter haben einen Schweinekopf vor einem jüdischen Gedenkort im thüringischen Apolda abgelegt. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich die Tat zwischen Freitagnachmittag und Samstagvormittag. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verurteilte die Tat auf das Schärfste.

Solidarität mit der Gedenkstätte Prager Haus.Wer Schweineköpfe vor eine jüdischen Gedenkstätte legt, der zeigt offen seinen Antisemitismus. Wir stehen zusammen und wollen gegen diesen Ungeist ein Zeichen setzen. Heute ab 15 Uhr Bernhard-Prager-Gasse 8 in 99510 Apolda. prager-haus-apolda.de

Bodo Ramelow (@bodoramelow.bsky.social) 2025-01-05T08:34:01.836Z

Solidaritätsaufruf nach Hakenkreuz-Schmierereien in Worms

Das Wohnhaus des kürzlich verstorbenen Völkermord-Überlebenden Stefan Köcher wurde rassistisch beschmiert. Der VVN-BdA zeigt sich bestürzt. Worms. Den Porajmos, den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma, hatte Stefan Köcher überlebt. Als Vierjähriger wurde er mit 81 Wormser Sinti am 16. Mai 1940 in das Sammellager Hohenasperg deportiert. Doch der Hass hörte auch nach der Nazi-Herrschaft nicht auf – und auch nicht nach seinem Tod. Am 9. Dezember 2024 starb Köcher nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren. Nur kurze Zeit später wurde das Haus, in dem sein Sohn lebt, mit Hakenkreuzen und rassistischen Beschimpfungen besprüht. (…) Die Schmierereien seien eine Schande für Worms und eine Beleidigung für alle Opfer des Faschismus und engagierte Antifaschistinnen und Antifaschisten. „Wir leben in einem rechtslastigen unmenschlichen Klima, das rechtsextreme Taten befördert“, heißt es in der VVN-Erklärung. Als exemplarische Beispiele werden Anfragen und Anträge der AfD zur Registrierung der Sinti und Roma angeführt.

via wormser zeitung: Solidaritätsaufruf nach Hakenkreuz-Schmierereien in Worms

Der VVN/BdA zeigt sich bestürzt über antiziganistische Graffiti und Hakenkreuz-Schmiererei am Wohnhaus des kürzlich verstorbenen #Holocaust Überlebenden Stefan Köcher in #Worms. Auch das Auto von Köchers Sohn wurde beschädigt.www.wormser-zeitung.de/lokales/worm…

Kai Schwerdt (@kaischwerdt.bsky.social) 2025-01-02T21:27:39.807Z

Vandal arrested after defacing Hanukkah display, Bandera march held in Lviv

The intoxicated 19-year-old resident had severed the traditional Hannukah candelabra’s power cable then fled. A vandal who defaced a Hanukkah display on Wednesday was arrested by Ukrainian law enforcement, the Lviv National Police announced on Thursday morning. The intoxicated 19-year-old resident had severed the traditional Hanukkah candelabra’s power cable and then fled.The suspect faces thousands in fines, hundreds of hours of community service, years of probationary supervision, or even prison terms for violation of a law against damage to religious buildings and places of worship. Police said on Wednesday that it opened an investigation after a video of the incident spread on social media. Law enforcement is still reviewing the involvement of those who filmed the crime.

via jpost: Vandal arrested after defacing Hanukkah display, Bandera march held in Lviv

Netherlands to open archive on people accused of wartime Nazi collaboration

Some descendants are apprehensive but a historian says making 30m pages of records public is ‘important step’ For 80 years, details of their ancestors’ collaboration with the Nazis have been buried in spotless rows of filing cabinets in The Hague. But thousands of Dutch families face having their relatives’ history laid bare later this week when an archive opens on 425,000 people accused of siding with the occupier during the second world war. On Thursday, the central archives of the special jurisdiction courts (CABR), established after the allies liberated the Netherlands to bring collaborators to justice, will open under national archive rules. Until now, the most visited war archive in the Netherlands has been accessible only to researchers, those involved and direct descendants. But from Thursday the physical archive will open to general visitors. For the first three months of 2025, researchers and descendants of victims and alleged perpetrators will also have digital access to a quarter of this extraordinary database – on site at the national archive in The Hague – for the first time. Relatives have mixed feelings about the move. “It’s a bit uncomfortable,” said Connie, 74, one of three sisters whose family history is contained in the archive. “I don’t know what could come out of it eventually, if people Google our surname.” But some in the Netherlands believe that openness about the country’s wartime past, including its economic and bureaucratic collaboration, is crucial. Three-quarters of the Dutch Jewish population – more than 102,000 people – were murdered by the Nazis, with antisemitic collaboration from the state, police and some of the Dutch population.

via guardian: Netherlands to open archive on people accused of wartime Nazi collaboration

AfD und Erinnerungskultur – Zwischen Tabubruch und Selbstverharmlosung

Die AfD ist offen geschichtsrevisionistisch: Das zeigt sich im Wahlprogramm und in vielen Provokationen, kritisiert Historiker Jens-Christian Wagner. Geschichtsrevisionismus bleibt ein wesentlicher Programmpunkt der autoritär-nationalradikalen AfD. Auch im Entwurf für das Wahlprogramm für die Bundestagswahl findet sich Geschichtsklitterung. Er steht es zwar nicht so sehr im Vordergrund wie zuletzt in Thüringen, wo ein Lied eines NS-Dichters dem Programm vorangestellt war, aber die Stoßrichtung bleibt dieselbe. Die Kernsätze im Programm, das von der Bundesprogrammkommission vorgeschlagen wurde, lauten: „Die offizielle Erinnerungskultur darf sich nicht nur auf die Tiefpunkte unserer Geschichte konzentrieren, sie muss auch die Höhepunkte im Blick haben. Ein Volk ohne Nationalbewusstsein kann auf die Dauer nicht bestehen.“ Die Partei will ihr Wahlprogramm am 11. und 12. Januar auf ihrem Parteitag in Riesa beschließen. Der Historiker Jens-Christian Wagner, Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, kritisiert die Geschichtsklitterung der AfD deutlich und sagt zu diesen Kernsätzen: „Das muss man völkisch deuten. Hier scheint die alte These der Neuen Rechten schon aus den Sechzigern durch – vom angeblichen Nationalmasochismus, in dem wir uns alle suhlen würden.“ Das Programm atme die Ideologie der extremen Rechten. Insbesondere dem Satz, ein Volk könne ohne Nationalbewusstsein nicht existieren, liege ein völkisch-nationalistisches Geschichtsverständnis zugrunde. „Mit der Formulierung ist man nicht weit entfernt von der Höcke-Rede, in der er eine ‚erinnerungspolitische Wende um 180 Grad‘ forderte“, so Wagner. Mit Sätzen wie diesem strebe die AfD eine Abkehr von der Aufarbeitung des Nationalsozialismus an. Wechselspiel zwischen Tabubruch und Selbstverharmlosung Mit ihrem Geschichtsrevisionismus gehe die Partei strategisch in ein Wechselspiel zwischen Tabubruch und anschließender Selbstverharmlosung, sagt Wagner. Das vergleichsweise zurückhaltender formulierte Parteiprogramm komme dabei der Funktion Selbstverharmlosung zu – Tabubrüche geschähen dann regelmäßig in Reden oder etwa bei „Heldengedenken“ am Volkstrauertag. Diesen Gedenktag hatten die Nationalsozialisten in „Heldengedenken“ umbenannt – zuletzt hatten mehrere AfD-Politiker sowie die AfD-Jugendorganisation an so betitelten Veranstaltungen teilgenommen

via taz: AfD und Erinnerungskultur Zwischen Tabubruch und Selbstverharmlosung