Bundesweite Razzia gegen rechtsextreme Organisationen

Seit dem Morgen laufen Durchsuchungen der Polizei bei mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppen “Deutsche Jugend Voran” und “Jung und Stark”. Es geht um den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Seit dem Morgen durchsucht die Polizei Wohnungen von mehr als 36 mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppen “Deutsche Jugend Voran” (DJV) und “Jung und Stark” (JS). Der Generalbundesanwalt wirft beiden Gruppen vor, kriminelle Vereinigungen gebildet zu haben. Festnahmen sind nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudios und SWR nicht geplant.Die Durchsuchung findet in zwölf Bundesländern statt: Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.Es geht um Beschuldigte, die überwiegend Jugendliche oder junge Erwachsene sind. Einige von ihnen sind nach Informationen aus Ermittlungskreisen bereits in der Vergangenheit als gewalttätig aufgefallen. Viele der 36 Beschuldigten gelten als Rädelsführer der beiden Organisationen. Insgesamt schätzen die Sicherheitsbehörden das Personenpotenzial der beiden Gruppen auf jeweils mehrere Hundert. Der Generalbundesanwalt sieht in den Gruppen jeweils eine kriminelle Vereinigung und hat das Verfahren wegen der möglichen besonderen Bedeutung an sich gezogen.DJV und JS gelten dabei als besonders gewaltbereit

via tagesschau: Bundesweite Razzia gegen rechtsextreme Organisationen

siehe auch: In mehreren Bundesländern Polizei durchsucht Wohnungen von mutmaßlichen Neonazis Junge Neonazis im Fokus: Die Polizei durchsucht Objekte mutmaßlicher Neonazis. Wie die neuen rechten Jugendgruppen ihre Aktionen planen und warum sie jetzt ins Visier geraten. In mehreren Bundesländern laufen seit dem frühen Morgen in mehreren Städten Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Ausgenommen sind nur Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen. 36 Personen werde die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen “Jung und Stark” sowie “Deutsche Jugend voran” vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe. Insgesamt durchsuchten rund 600 Beamte 50 Wohnungen oder andere Gebäude. (…) Seit 2024 häufen sich die Gewalttaten von teils sehr jungen Neonazis, etwa bei Angriffen auf Paraden zum Christopher Street Day, der den Rechten von lesbischen, schwulen und anderen queeren Menschen gewidmet ist. Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte Mitte 2025: “Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben.” Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung. Die größte dieser Gruppe war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen “Jung und Stark” mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Auch die Gruppe “Deutsche Jugend Voran” ist im Visier der Ermittler. Schätzungsweise mehr als hundert Menschen fühlen sich demnach dieser Gruppe zugehörig. Weitere relevante Vereinigungen seien “Der Störtrupp” sowie die Gruppe “Letzte Verteidigungswelle”. Mutmaßliche Angehörige der “Letzten Verteidigungswelle” stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht; Junge Neonazis im Visier – Razzien in zwölf Bundesländern Schlag gegen rechtsextreme Jugendgruppen: Die Bundesanwaltschaft hat Räume von 36 mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppen «Jung und Stark» und «Deutsche Jugend Voran» in zwölf Bundesländern durchsuchen lassen. Ihnen wird Bildung oder Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, wie die Ermittlungsbehörde in Karlsruhe mitteilte. Den meisten Beschuldigten werde Rädelsführerschaft zur Last gelegt. Gegen acht Beschuldigte werde auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der jüngste Beschuldigte soll 16 Jahre alt sein. Die meisten Beschuldigten gibt es in Nordrhein-Westfalen (9) sowie in Brandenburg und Sachsen (je 5). «Entschieden gegen Gewalt» Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, bundesweit seien fast 50 Objekte durchsucht worden. «Diese rechtsextremen Jugendgruppen rufen zu Gewalt auf und beteiligen sich an Gewaltaktionen gegenüber politischen Gegnern», erklärte Dobrindt. «Wir akzeptieren keine Gewaltaufrufe und gewalttätige Angriffe, sondern gehen entschieden dagegen vor.» Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) zeigte sich besorgt, weil die rechtsextremen Gruppen sehr junge Menschen anziehen. Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte: «Diese Gruppen haben gezielt Jugendliche ins Visier genommen – über soziale Medien, mit einfachen Feindbildern und radikaler Propaganda.» Gewalttaten gegen politische Gegner Die beiden Gruppen gibt es nach Angaben der Bundesanwaltschaft seit Mitte 2024. Demnach sind sie bundesweit organisiert und haben in den Ländern Regionalgruppen. «Deutsche Jugend Voran» trete bisweilen unter dem Namen «Neue Deutsche Welle» auf. Die Mitglieder vernetzten sich sowohl über soziale Medien als auch bei regelmäßigen Treffen. Dabei werde zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen. «Einige Beschuldigte sollen dementsprechend Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon», hieß es in der Mitteilung der Ermittler. Der Potsdamer Politologe Christoph Schulze sagte der Deutschen Presse-Agentur, «Deutsche Jugend Voran» und «Jung und Stark» wendeten sich gegen «alles, was als links und Antifa» wahrgenommen werde und gegen die LGBTIQ-Community, zu der Schwule und Lesben gehören.

RECHTSEXTREMISMUS IN SACHSEN Wie die “Hochlandjugend” Angst verbreitet, aber eine Ortsvorsteherin keinen Handlungsbedarf sieht

Rechtsextremismus im Dresdner Hochland: Die Neonazi‑Gruppe “Hochlandjugend” taucht bei Demos auf, verbreitet Drohungen und rechte Progaganda. Der Ortschaftsrat von Schönfeld-Weißig ringt um den Umgang mit den Extremisten – doch über konkrete Gegenmaßnahmen ist er tief gespalten. Die “Hochlandjugend” ist im April 2026 wegen mehrerer Vorfälle Thema im Ortschaftsrat – und sorgt für Streit unter den Lokalpolitikern. Der Chef eines interkulturellen Vereins hat bereits Drohzettel erhalten. Für ihn ist die “Hochlandgruppe” nicht harmlos. Sicherheitsbehörden haben bisher wenig Erkenntnisse über die Gruppe; gesicherte Informationen gibt es zu einem als private Feier getarntem Rechtsrockkonzert. An einem Sommerabend im August 2025 ziehen Neonazis durch Bautzen, protestieren gegen den dortigen Christopher Street Day. Mittendrin eine Gruppe junger Männer mit einheitlichen T-Shirts und der Aufschrift “Hochlandjugend”. Bei Demonstrationen in Dresden tritt die Gruppe vermummt auf, zuletzt beim rechtsextremen “Gedenkmarsch” im Februar 2026. Für den hat die “Hochlandjugend” in ihrer Heimatregion großflächig Werbung gemacht – einen Supermarkt, die Oberschule und Haltestellen beklebt. Dort, wo die Gruppe seit Jahren mit Propaganda präsent sind. (…) Im April 2026 landet das Thema im Ortschaftsrat von Schönfeld‑Weißig. Grüne, Linke und SPD bringen einen Antrag ein: Die Aktivitäten der “Hochlandjugend” sollen als extremistisch verurteilt, ein Präventionsplan für das Hochland erarbeitet werden. Es geht um politische Haltung und um konkrete Maßnahmen. Doch der Rat ist tief gespalten. Ortsvorsteherin Manuela Schreiter, die auch Mitglied der Wählervereinigung “Wir für’s Hochland” ist, hält die Gefahr für überschaubar. Der Begriff “Hochlandjugend” sei eine Selbstbezeichnung Unbekannter, offizielle Stellen wüssten wenig, eine Internetpräsenz gebe es nicht. “Es handelt sich aktuell lediglich um wiederholte Graffitis und Schmierereien, die einer konkreten Personengruppe zuzuordnen sind.” Diese Einschätzung stößt auf scharfen Widerspruch im Rat und auch bei den Bürgern.

via mdr: RECHTSEXTREMISMUS IN SACHSEN Wie die “Hochlandjugend” Angst verbreitet, aber eine Ortsvorsteherin keinen Handlungsbedarf sieht

Neonazis von Trödelmarkt verwiesen – #AntifaIstHandarbeit

Besucher und Standbetreuer treten im brandenburgischen Buckow gewalttätigen Anhängern der rechten Partei Der Dritte Weg entgegen. Zivilcourage in Buckow in der Märkischen Schweiz: Eine Wandergruppe trifft auf einem Trödelmarkt ein. Die jungen Männer und Frauen sind an ihrer Kleidung als Anhänger der neofaschistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg zu erkennen. Ein Standbetreuer bedeutet ihnen, dass sie hier nicht erwünscht seien. Auch die Veranstalterin tritt dazu und verweist die Neonazis des Hofes, auf dem der Trödelmarkt stattfindet. Daraufhin attackieren mindestens drei Personen aus der Wandergruppe den Standbetreuer mit Pfefferspray und Schlägen. Doch Besuchern und Standbetreuern gelingt es, die Angreifer vom Gelände zu entfernen. So schildert am Dienstag in einer Pressemitteilung der Verein Opferperspektive, was sich bereits am 18. April in Buckow zugetragen haben soll. »Der Angriff zeigt die hohe Gewaltbereitschaft des Dritten Weges und insbesondere deren Nachwuchsorganisation Nationalrevolutionäre Jugend«, erklärt Opferberater Joschka Fröschner. Diese trainierten in Kampfsportgruppen für Angriffe auf politische Gegner. »Vermeintlich harmlose Wanderausflüge in uniformer Parteikleidung dienen dazu, Nachwuchs zu rekrutieren und ihren extrem rechten Dominanzanspruch zu demonstrieren«, sagt Fröschner. »Der spontane Einsatz zahlreicher Personen bei dem Trödelmarkt ist ein ermutigendes Beispiel von Zivilcourage.« Joschka Fröschner Opferperspektive Den Angaben des Vereins Opferperspektive zufolge konnte die alarmierte Polizei die Neonazis in unmittelbarer Nähe des Trödelmarktes stellen und ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. »Der spontane Einsatz zahlreicher Personen bei dem Trödelmarkt ist ein ermutigendes Beispiel von Zivilcourage, das zeigt, dass es möglich ist, rechter Raumnahme erfolgreich entgegenzutreten«

via nd: Besucher und Standbetreuer treten im brandenburgischen Buckow gewalttätigen Anhängern der rechten Partei Der Dritte Weg entgegen

»Nius« und AfD trieben Weimer zu Geheimdienst-Abfrage von Buchläden – #hetzer

Offenbar waren es ein rechtes Krawallvideo, AfD-Bundestagsanfragen und der Geheimdienst, die Geld und Preise für vier linke Buchläden gestoppt haben. Der parteilose Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wurde bei der umstrittenen Anwendung des sogenannten Haber-Verfahrens zur Überprüfung von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz offenbar von der AfD angetrieben. Ein Bericht der »Süddeutschen Zeitung« arbeitet heraus, dass die AfD bereits im November 2025 einen Antrag im Bundestag gestellt hatte, Verlage und Buchhandlungen mit angeblichen »linksextremen« Inhalten von Förderungen auszuschließen. Anlass sei ein eher unbeachtetes, elfminütiges Youtube-Video des rechten Portals »Nius« gewesen. Darin werfen die Macher Weimer vor, mit Steuergeldern »linksradikale« Verlage zu unterstützen. Als Beleg diente unter anderem der bald 20 Jahre alte Essay »Der kommende Aufstand« des anonymen französischen »Unsichtbaren Komitees«, das unter anderem der deutsche Verlag Edition Nautilus auf deutsch herausgab. Kurz darauf folgte eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Martin Hess, die gezielt auf die »Buchhandlung im Schanzenviertel« abzielte. Diese wurde nicht vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – die offizielle Beschreibung für den Kulturstaatsminister – beantwortet, sondern von Christoph de Vries, einem der Parlamentarischen Staatssekretäre im Innenministerium. Der CDU-Politiker erklärte, dass die Buchhandlung 2016, 2017 und 2021 mit dem Buchhandlungspreis ausgezeichnet wurde. Damit sei es nun aber vorbei, so de Vries: »Wegen der dem Bundesamt für Verfassungsschutz vorliegenden Erkenntnisse wird die ›Buchhandlung im Schanzenviertel‹ keine weiteren Bundesmittel erhalten.« Noch bevor Weimer also offiziell eingriff, hatte ein Unionsmitglied im CSU-geführten Bundesinnenministerium ohne kulturpolitische Zuständigkeit die erste Buchhandlung von der Förderung ausgeschlossen. Weimer hatte drei weitere Läden in Berlin, Bremen und Göttingen von der Liste der Preisträger für den diesjährigen Buchhandlungspreis gestrichen, die eine Jury für die Auszeichnung ausgewählt hatte. Als Grund nannte er »verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse«. Dabei blieb unklar, was gegen die drei Geschäfte vorliegt. Bei der Vergabe auf der Leipziger Buchmesse gingen sie trotzdem leer aus. Eine Anfrage der Grünen im Bundestag fördert im Falle der ausgeschlossenen Buchhandlungen weitere Unstimmigkeiten zur Anwendung des Haber-Verfahrens zutage. Das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien hatte in der Antwort an die Grünen erklärt, man habe beim Bundesamt für Verfassungsschutz nachgefragt, um die nach einer ersten Abfrage mitgeteilten Erkenntnisse zu präzisieren. Die Anwälte der betroffenen Buchhandlung teilen der »Süddeutschen Zeitung« jedoch mit: In der Gerichtsakte findet sich kein Dokument, das solche weiteren Nachfragen belegt. Einziger Inhalt der Akte ist die erste Auskunft des Inlandsgeheimdienstes vom 28. Januar 2026, wonach »verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse« vorlägen. Damit steht infrage, ob Weimers Amt, das im CDU-geführten Bundeskanzleramt angesiedelt ist, tatsächlich weiter beim Verfassungsschutz nachgefragt hat. Falls nicht, hätte dieser massiv Einfluss auf die Kulturpolitik genommen – mit der AfD als Treiber im Hintergrund. Auf Nachfrage der »Süddeutschen Zeitung« wollte sich der Kulturstaatsminister mit Hinweis auf das laufende Gerichtsverfahren nicht äußern.

via nd: »Nius« und AfD trieben Weimer zu Geheimdienst-Abfrage von Buchläden

Frau sucht Hund – Selbstschussanlage verletzt sie schwer

Im Jerichower Land ist eine Frau auf der Suche nach ihrem Hund von Schrotmunition aus einer Selbstschussanlage getroffen worden. Am Unfallort fand die Polizei Waffen und »gefährliche Gegenstände«. Eine Frau ist auf der Suche nach ihrem Hund in Gommern im Jerichower Land von einer Selbstschussanlage schwer verletzt worden. Der Hund der 54-Jährigen sei am Samstag ausgebüxt und auf ein fremdes Grundstück gerannt, teilte die Polizei mit. Die Halterin sei dem Tier daraufhin gefolgt. Auf dem Grundstück im Ortsteil Dannigkow habe sich dann ein Schuss mit Schrotmunition gelöst und die Frau getroffen. (…) Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Der 43-jährige Grundstückseigentümer wurde befragt, sein Haus durchsucht. Dabei habe man eine Vielzahl von Waffen und gefährlichen Gegenständen gefunden und beschlagnahmt, so die Polizei. Welcher Art diese Objekte waren, teilte die Polizei nicht mit. Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt wurde in die Ermittlungen eingeschaltet.

via spiegel: Frau sucht Hund – Selbstschussanlage verletzt sie schwer

“Reichsbürger”-Prozess: Frau aus dem Bodenseekreis sitzt seit mehr als 1.000 Tagen in Untersuchungshaft – #LockHerUp #terror

100 Umzugskartons voller Beweise, mehr als 120 Verhandlungstage bisher: Der Mammutprozess in Frankfurt am Main zieht sich. Auf der Anklagebank sitzt auch eine Frau vom Bodensee. Seit knapp zwei Jahren läuft am Oberlandesgericht in Frankfurt der sogenannte “Reichsbürger”-Prozess. Unter den neun Angeklagten – sechs Männer und drei Frauen – ist auch eine Frau aus dem Bodenseekreis. Die 55-Jährige sitzt schon seit Dezember 2022 in Untersuchungshaft – also seit mehr als 1.000 Tagen. Ihr und den anderen acht Angeklagten wird unter anderem die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Außerdem sollen sie einen gewaltsamen Angriff auf das Reichstagsgebäude in Berlin geplant haben. Bundesanwaltschaft: Gruppe soll Umsturz geplant haben Das Ziel der Gruppe, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft: Die staatliche Ordnung in Deutschland gewaltsam zerstören und durch eine eigene, bereits ausgearbeitete Staatsform ersetzen. Als Oberhaupt der neuen Staatsform habe der mutmaßliche Rädelsführer Heinrich XIII. Prinz Reuß fungieren sollen.

via swr: “Reichsbürger”-Prozess: Frau aus dem Bodenseekreis sitzt seit mehr als 1.000 Tagen in Untersuchungshaft

TRANSVESTIGATION “Männlicher Kiefer”, “breiter Hals”: Wie prominente Frauen verleumdet werden

Rechte Influencer behaupten, bekannte Frauen seien in Wahrheit keine – zunehmend auch auf reichweitenstarken Plattformen. Eine Betroffene, Brigitte Macron, wehrt sich mit aller Kraft dagegen. Bei der einen ist der Kiefer zu “männlich”, bei der anderen der Hals zu breit, bei einer dritten wiederum wird ein scheinbar “männlicher Körperbau” angemerkt, bei einer vierten angezweifelt, ob sie überhaupt je schwanger war mit ihren drei tatsächlich existierenden Kindern: “Transvestigation” heißt eine beliebte Verschwörungserzählung der neuen Rechten. Dabei werden Fotos von Frauen ob ihrer anatomischen Details auf Social-Media-Plattformen diskutiert. Das ist für sich schon widerlich übergriffig, aber Sinn und Zweck der Aktion sind in diesem Fall, den betreffenden Frauen ihre Weiblichkeit abzusprechen und sie mithilfe pseudowissenschaftlicher Scheinargumente auf “männliche” Körpereigenschaften zu untersuchen. Die “Erkenntnis”, die darauf folgt: Viele berühmte Frauen seien in Wirklichkeit trans. Darauf folgt dann eine Verschwörungserzählung namens “Elite Gender Inversion”, die sich so zusammenfassen lässt: Alle berühmten Personen seien insgeheim Teil einer Verschwörungsgruppe, deren Mitglieder im Rahmen einer Art ritueller Initiation transgender werden. Diese Erzählung ist gleichzeitig frauenfeindlich, transfeindlich, teils antisemitisch und vermischt sich oftmals auch noch mit Pädophilie-Fantasien, wie die “Bildungsstätte Anne Frank” in Frankfurt am Main kürzlich in einem sehr informativen Post zusammengefasst hat. Frauen sollen durch die Behauptung, als Mann geboren worden und in Wahrheit homosexuell zu sein, beschämt werden. Vertreter dieser Verschwörungstheorie sind nicht nur, aber hauptsächlich in der amerikanischen rechtsextremen Szene zu finden, meist mischen sie sich munter mit Flat-Earth-Gläubigen und Weltverschwörungsjüngern. Ziel der Attacken sind vor allem prominente Frauen. Michelle Obama, Taylor Swift, Margot Robbie, Lady Gaga, Serena Williams, Neuseelands Ex-Premierministerin Jacinda Ardern und Frankreichs Première Dame Brigitte Macron waren dem bereits ausgesetzt. Prominente selbstbewusste und erfolgreiche Frauen, die nach der Erzählung “alternativer” rechter Medien allesamt dem “linken” Politspektrum zugerechnet werden. Neu ist, dass auch weibliche Ikonen der rechten Szene nicht davor gefeit sind: etwa die Schauspielerin Sydney Sweeney und die ultrarechte Aktivistin Erika Kirk. Die extreme Rechte sieht Frauen grundsätzlich in einer “dienenden” Funktion, dem Mann untergeordnet. Nun werden Aktivistinnen wie Kirk zwar für die Verbreitung dieser Botschaft gebraucht, gleichzeitig aber für ihre exponierte Stellung in der Öffentlichkeit verachtet. Die “Bildungsstätte Anne Frank” hat auch nachgezeichnet, wie sich hier verschiedene mediale Ebenen mischen und die Erzählung überspringt: Die Verfechter der Transvestigation seien ursprünglich in Foren wie 4chan und 8kun, sowie in eigenen Foren wie Kiwi Farms aktiv gewesen. Inzwischen tummeln sie sich aber auch auf gängigen Social Media Plattformen wie TikTok, X, Instagram und YouTube. Das liege daran, argumentiert das Bildungszentrum, dass Meta die Hassrede-Richtlinien im Jänner 2025, quasi als Einstandsgeschenk für den wiedergewählten US-Präsideten Donald Trump, aufgeweicht hat. Seither ist es in den USA legitim, queere Menschen als geistig krank zu bezeichnen, der Spielraum für die bösartige Transvestigation-Erzählung hat sich dadurch deutlich erweitert. Der Frankreich-Korrespondent der Zeit hat kürzlich den juristischen Leidensweg von Brigitte Macron, die gegen die Gerüchte um sie gerichtlich vorging, detailliert nachgezeichnet und im Podcast “Die Zeit Verbrechen” erzählt. Aufgebracht hat die Verschwörungserzählung, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden, eine Französin namens Natacha Rey, die sich selbst als “unabhängige Journalistin” bezeichnet und sich auf rechten Plattformen tummelt. Rey behauptete erstmals 2021 im rechtsextremen französischen Magazin Faits et Documents, Brigitte Macron sei in Wahrheit ihr älterer Bruder Jean-Michel Trogneux. Die Hellseherin Amandine Roy verbreitete dies in einem viral gehenden YouTube-Interview mit Rey.

via standard: TRANSVESTIGATION “Männlicher Kiefer”, “breiter Hals”: Wie prominente Frauen verleumdet werden