Der Neonazi-Verein “Neue Stärke Erfurt” muss sein Zentrum am Herrenberg in Erfurt räumen. Ein Sprecher des Landgerichts Erfurt, das für die Berufungen in Zivilsachen zuständig ist, sagte MDR THÜRINGEN, es läge keine Berufung durch den Verein vor. Damit sei das Urteil vom Juni rechtskräftig. Die Richter am Amtsgericht Erfurt hatten damals der bayrischen Immobilienfirma, der das sanierungsbedürftige ehemalige Einkaufszentrum gehört, im Zivilverfahren um die Gültigkeit des Zeitmietvertrages mit dem Verein Recht gegeben. Die Rechtsextremen wollten die Immobilie nämlich nicht, wie im Mietvertrag vorgesehen, bis September 2020 räumen. Das Gebäude in der Stielerstraße galt in den letzten Jahren als eine der wichtigsten Neonazi-Immobilien Thüringens, von der aus die rechtsextreme Szene weitestgehend ungestört durch die Behörden agieren konnte. Rechtsrock-Konzerte, Veranstaltungen verschiedener rechtsextremer Parteien und Feste, die die Neonazis veranstaltet hatten, um Familien mit Kindern anzulocken, fanden dort regelmäßig statt.
Papers, please! They get you on your knees Straight face, race to the death, Deaf to your pleas Who’s the real illegal people, who’s the real disease? We’re all immigrants, We’re all refugees.
Jeder Athener Taxifahrer weiß, wo er wohnt: direkt unterhalb der Akropolis, mit Blick auf den Parthenon von seiner Dachterrasse aus. Mikis Theodorakis ist eine Institution, nicht nur in Griechenland. Ein Komponist, der die Grenzen zwischen E-Musik und U-Musik niedergerissen hat und politisch immer für die Versöhnung verfeindeter Lager gekämpft hat. Am 29. Juli 2020 feiert Theodorakis seinen 95. Geburtstag. (…) Der Mann, der das musikalische Bild Griechenlands geprägt hat wie kein zweiter, wurde in seiner Heimat immer wieder verboten, verbannt, mit dem Tode bedroht. Denn Mikis Theodorakis ist ein überzeugter Linker – seit er als junger Mann während des Zweiten Weltkriegs im Widerstand gegen die deutschen Besatzer kämpft. Den griechischen Bürgerkrieg überlebt er nur knapp, er wird ins Konzentrationslager deportiert, gefoltert, lebendig begraben. Später, nach dem Militärputsch 1967, wird er erneut inhaftiert. Sogar auf das Hören seiner Lieder steht Gefängnis. Aber Theodorakis zerbricht nicht und lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Im Exil gibt er 500 Konzerte weltweit, um zum Sturz des Regimes aufzurufen. (…) Dass Theodorakis auch noch als 95-jähriger wie ein Volksheld umjubelt wird, dass das Wort des einstigen Parlamentsabgeordneten und sogar Ministers noch immer Gewicht hat, liegt nicht zuletzt an diesen Liedern, die von so unterschiedlichen Künstlerinnen wie Maria Farantouri, Milva und Jocelyn B. Smith gesungen wurden und inzwischen weltweit zum Volksgut zählen. Mit seinen Melodien ist Mikis Theodorakis schon zu Lebzeiten unsterblich geworden.
siehe auch: Der unberechenbare Volksheld wird 95. Er ist lebende Legende, Volksheld, eine Ikone der griechischen Kultur: Mikis Theodorakis. Heute wird er 95 Jahre alt. Theodorakis ist Komponist, Politiker, Schriftsteller – und vor allem ein Kämpfer für die Freiheit. Theodorakis hat selbst viel Gewalt, viel Unterdrückung erleiden müssen. Drei Mal war er in Lagerhaft, wurde gefoltert. Während des Zweiten Weltkriegs, als deutsche Nazi-Truppen Griechenland besetzten, schloss sich der junge Mikis Theodorakis den kommunistischen Widerstandskämpfern an. Er kam in Lagerhaft, war nach Kriegsende kurz frei, aber dann brach in Griechenland der Bürgerkrieg aus und die Machthaber steckten Theodorakis ins berüchtigte Folterlager auf der Gefangenen-Insel Makrónisos. Über diese Zeit sagte Mikis Theodorakis später einmal: “Wir wussten nicht, ob wir den nächsten Tag überleben würden. Wir hatten kein Wasser auf Makrónisos. Durst ist das Schlimmste. Es war sehr schwer. Musik zu schreiben, das war für mich der Ausweg.” Komponieren, das half ihm durchzuhalten, das half ihm zu überleben – und als er endlich frei war, studierte er in Paris Musik, komponierte große Symphonien. “Das war schon anstrengend”, sagte Theodorakis einmal in einem Interview: “Wenn mir das zu trocken und theoretisch wurde, habe ich zur Erholung wieder Volkslieder komponiert, und das machte mich wieder fit und aktiv für den politischen Kampf.” In 1967 übernehmen die Militärs die Macht in Griechenland. Sie verhaften Mikis Theodorakis und verbieten seine Lieder. Die aber werden zum Symbol des Widerstands gegen die Diktatur. Nur noch ausländische Sender wie die Deutsche Welle in Köln spielen die Musik, die vielen Griechen so viel bedeutet. Parlamentarier für Kommunisten und Konservative Wie ein Volksheld wird Mikis Theodorakis gefeiert, als er nach dem Ende der Militär-Diktatur nach Athen zurückkehrt. Und auch heute noch gilt: Wann immer seine Lieder in einer Taverne erklingen, sogleich singt der halbe Saal mit. Mikis Theodorakis: Komponist und Kämpfer; Patriot und Politiker, immer rastlos, immer streitbar. Er saß für die Kommunisten im Parlament und später für die Konservativen. Er wurde Minister und kämpfte für die Aussöhnung zwischen Griechen und Türken. Er geißelte die Sparpolitik der EU und trat zuletzt vor zwei Jahren bei einer Demonstration auf – gegen den Kompromiss im Namensstreit mit dem Nachbarland, dass nun offiziell “Nordmazedonien” heißt. Das Wort “Mazedonien” sei griechisch, das dürfe das Nachbarland nicht benutzen, meinte Theodorakis und ließ sich dafür von Nationalisten und Rechtsradikalen bejubeln.
Die Band hatte dem Virologen einen Song gewidmet. Drosten zeigt sich begeistert. Die Berliner Punkband ZSK zusammen mit dem Charité-Virologen Christian Drosten auf der Bühne? Das könnte Realität werden. Denn die Band verkündete nach einem Treffen mit Drosten auf Twitter, dass der Virologe gern mit ihnen gemeinsam auftreten würde. „Er freut sich sehr über den Song und will das Lied gerne mal live mit uns spielen“, schrieb die Band.
An einem Mini-Konzert des Neonazi-Barden „Eidstreu“ in Kakerbeck bei Kalbe nahmen am Nachmittag etwa 40 Personen teil. Offiziell war der Auftritt als Kundgebung gegen Kindesmissbrauch angemeldet worden. (…) „Eidstreu“ nennt sich der Liedermacher, der sich an diesem Nachmittag nun als Hauptattraktion der Zusammenkunft in Szene setzt. Begleitet von seiner elektronischen Wandergitarre ist es ihm polizeilich gestattet vier Lieder ins Mikrophon zu singen. Denn die Vorbehalte der Beamten sind nicht unbegründet. Maik Sundermann, so der bürgerliche Name von „Eidstreu“ wurde beispielsweise laut Informationen der Mobilen Opferberatung Sachsen-Anhalt im Mai 2018 wegen eines gewalttätigen, rassistisch motivierten Angriffs 2016 in Calbe (Saale) verurteilt. Der „Liedermacher“ aus Magdeburg und weitere Rechte hatte in einer Regionalbahn einen dunkelhäutigen Fahrgast zunächst beleidigt und dann tätlich angegriffen.
Mit ihrer aktuellen Single “American Reckoning” beziehen Bon Jovi Stellung zur gegenwärtigen Lage in den USA. In dem Song, den die Band erst in den letzten Wochen aufgenommen hat, thematisiert sie den Tod des Afroamerikaners George Floyd, die Polizeigewalt, Rassismus und die “Black Lives Matter”-Bewegung, berichtet “Universal Music”. Alle Erlöse der Single gehen demnach auch zu 100 Prozent an die Iniviative “Equal Justice” von Bryan Stevenson.
Der AfD-nahe, verschwörungsideologische Publizisten Thorsten Schulte soll nach eigenen Angaben wegen des Aufnehmens eines Werbevideos im Deutschen Bundestag eine Geldbuße von 200 Euro zahlen. „Schäuble geht vermutlich im Auftrag Merkels gegen mich vor! […] Anscheinend ist Merkel sauer, weil ich sie in [meinem] Video […] zeigte“ teilte der auch als „Silberjunge“ firmierende Autor und Redner (bnr.de berichtete) am 10. Juli via Facebook mit. So inszeniert er sich einmal mehr als Opfer – obschon er sich durch eine provokative Aktion selbst in die Bredouille brachte. Parallel dazu verbreitete Schulte auf seinem Telegram-Kanal den Bußgeldbescheid. Demnach hat er am 23. Dezember 2019 gegen die Hausordnung des Bundestages verstoßen, indem er dort ein Video aufnahm und darin für sein Buch „Fremdbestimmt“ (bnr.de berichtete) warb. Werbeaufnahmen für kommerzielle Zwecke sind im Parlament jedoch verboten. Als ehemaliger Mitarbeiter eines oder einer in dem Bußgeldbescheid nicht namentlich genannten Abgeordneten habe der „Silberjunge“ schon einmal Videoaufnahmen getätigt, somit sei er kein unwissender Wiederholungstäter. In Begleitung von AfD-Abgeordneten Schulte blickt auf eine kurze Anstellung als Mitarbeiter der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel zurück, die ihn jedoch alsbald wieder entließ. Laut dem von Schulte selbst verbreiteten Schriftsatz warb der Autor aus Hamm bei seinem Dreh mehrfach für sein Buch. Zudem sei er zeitweise in Begleitung der beiden AfD-Abgeordneten Albrecht Glaser und Hansjörg Müller gewesen. Beide sprechen laut Bußgeldbescheid in dem Video auch mit Schulte über dessen Buch. Laut des Schreibens habe Schulte zudem mitgeteilt, beide hätten ihm den Einlass zum Parlament ermöglicht. Provokativ will der „Silberjunge“ bei dieser Gelegenheit zudem Buchexemplare an den Fraktionsvorstand der Unionsparteien verschenkt haben.