Im Landkreis Sonneberg konnte die AfD zum ersten Mal in ihrer Parteigeschichte ein kommunales Spitzenamt erobern. Eine Tatsache, die nicht jedem gefällt. Nachwuchs-Rapper Maurice Conrad (23) verdeutlicht mit seinem neuen Song “CSD in Sonneberg”, was er von der Wahl von Robert Sesselmann (50) zum neuen Landrat hält. Maurice Conrad hat zusammen mit seinem Kollegen Bruno Balscheit einen Song veröffentlicht. In “CSD in Sonneberg” lassen sie kein gutes Haar an der AfD. Die einen werden den Track feiern, die anderen sich empören. Aber eins ist sicher, mit seinem Song “CSD in Sonneberg” polarisiert Maurice Conrad und erzeugt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Das Lied mit einer Länge von zwei Minuten und 20 Sekunden ist, kurzum gesagt, ein einziger Seitenhieb gegen die AfD. In den Anfangszeilen des am Samstag (8. Juli) veröffentlichten Musikvideos lädt das nicht-binäre Rapp-Talent sozusagen zum ersten Pride-Festival nach Sonneberg ein. Hintergrund: Ende Juni wurde AfD-Politiker Robert Sesselmann in einer Stichwahl mit 52,8 Prozent der Stimmen zum Landrat gewählt. “Es ist CSD in Sonneberg und die AfD empört Überall ist Party, weil den Landrat unsere Party stört Ess Dürüm und Ayran in der Thüringer Kleinstadt Bauen genderneutrale Toiletten vor den Rathauseingang”
Ein Bündnis fordert die Absage des Konzerts von “Ska-P” am 15. Juli auf dem Münchner Tollwood-Festival. Sie werfen der Band Antisemitismus und Antiziganismus vor. Die Veranstalter distanzieren sich von einem Liedtext, sagen das Konzert aber nicht ab. In einem offenen Brief an die Veranstalter hat ein Bündnis die Absage des für diesen Samstag geplanten Konzerts der Band Ska-P auf dem Münchner Tollwood-Festival gefordert. Sie werfen der Band Antisemitismus und Antiziganismus vor. Zu den Unterzeichnern zählen Das Linke Bündnis gegen Antisemitismus München (LBGA), der Verband Jüdischer Studenten in Bayern (VJSB), der Verband Deutscher Sinti und Roma in Bayern und das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft München (JuFo). Die Tollwood-Veranstalter haben BR24 gegenüber erklärt, man stelle sich allgemein gegen jede Form der Diskriminierung. Toleranz, Internationalität und Offenheit seien die Grundpfeiler eines jeden Festivals, aber: “Darüber hinaus stehen die Festivals für Meinungs- und Kunstfreiheit im demokratischen Rahmen.” Veranstalter: “Begrenzte Handhabe bei der inhaltlichen Gestaltung” Eine Absage des Konzerts erwägt der Veranstalter eigenen Angaben zufolge nicht. Grund dafür sei auch “eine begrenzte Handhabe in der inhaltlichen Gestaltung der Konzerte, die in der Tollwood Musik-Arena stattfinden”. Man habe Verträge abgeschlossen, aus denen man nicht einfach aussteigen könne. Die Unterzeichner des offenen Briefs kritisierten insbesondere den Song “Intifada”. Dabei handele es sich, so die Sprecherin des Münchner Festivals, lediglich um einen Song aus dem gesamten Werk von Ska-P, einer “linksorientierten Band mit sozialkritischen Texten”. Und weiter: “Der Song steht auch nicht auf dem Index.” Dennoch könne man nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Inhalt die Kritik des Bündnisses nachvollziehen. Man habe die Band darum gebeten, den Song auf dem Konzert nicht zu spielen, sagte die Festival-Sprecherin. Die Band habe bislang aber nicht auf diese Bitte reagiert. Das Bündnis versteht den Liedtext von “Intifada” als “ein Paradebeispiel für linken israelbezogenen Antisemitismus”. Im offenen Brief wird unter anderem folgende Liedzeile in deutscher Übersetzung zitiert: “Die Opfer sind zu Henkern geworden, sie kehren ihr Inneres nach außen”. Das sei eine “Stilisierung der jüdischen Opfer der Shoa zu Tätern und Täterinnen”, so der Vorwurf. Die Opfer des Nationalsozialismus und ihre Nachkommen würden auf diese Weise “für eine ‘Kolonisierung’ Palästinas verantwortlich gemacht”. (…) Außerdem kritisieren die Bündnisgruppen, zu denen auch der Verband Deutscher Sinti und Roma in Bayern gehört, ein Element der Bühnenshow als antiziganistisch: Bei einem Konzert in Augsburg habe sich ein Bandmitglied ein paar Minuten lang während eines Liedes als stereotypische “Zigeunerin” mit Glaskugel verkleidet.
»Keine Bühne für Rammstein«: Mit einer Petition wollen Kritiker der Band Konzertabsagen in Berlin erzwingen. Nun haben sie eigenen Angaben zufolge Post von Till Lindemanns Anwälten bekommen. Geplant sind drei Konzerte: Am 15., 16. und 18. Juli will Rammstein im Berliner Olympiastadion spielen. Kritiker der Band wollen das seit geraumer Zeit verhindern: Mit einer Petition geht das Kampagnennetzwerk Campact gegen den Auftritt vor . Das Land als Eigentümer des Stadions solle sich dafür einsetzen, dass die Verträge mit der Band gekündigt werden. Begründung: Solange die Vorwürfe gegen Sänger Till Lindemann nicht geklärt seien, seien Konzerte der Band kein sicherer Ort für Mädchen und Frauen. Im Vorfeld des Auftritts hat Campact eigenen Angaben zufolge eine Unterlassungserklärung von Till Lindemanns Anwälten bekommen. Der »Tagesspiegel « sowie »t-online « zitieren aus dem Schreiben, das Campact dazu auffordere, bestimmte Formulierungen nicht weiterzuverwenden. Die Petition verbreite unwahre und schwer ehrverletzende Tatsachenbehauptungen, heiße es. »Unser Mandant hat keine jungen Frauen missbraucht«, schreibe die Kanzlei etwa. Die Nennung Lindemanns als »Täter« stelle eine Vorverurteilung gar. (…) Campact erklärte unterdessen im Internet, man werde die Erklärung nicht unterschreiben. »Wir halten es für unsere Pflicht, die mutigen Menschen zu unterstützen, die sich zu den Vorfällen bei Rammstein-Konzerten öffentlich geäußert haben und Konsequenzen fordern«, wird Geschäftsführer Felix Kolb zitiert. Dazu gehöre auch, »sich die Verwendung klarer Worte nicht verbieten zu lassen«.
Der AfD-Kandidat Robert Sesselmann hat die Landrats-Stichwahl in Sonneberg in Thüringen gewonnen und ist damit der erste Politiker der Partei in seinem solchen kommunalen Spitzenamt. Sonneberg – bis vor kurzem kannten diese Stadt vermutlich nur die Thüringer. Doch seitdem Robert Sesselmann zum ersten AfD-Landrat Deutschlands gewählt wurde, ist Sonneberg in aller Munde. Auch bei der Band „Feine Sahne Fischfilet“. Denn unmittelbar nach der Wahl sind direkt einige „Hilferufe“ ins Mailpostfach der Band geflattert (wir berichteten). Der Wunsch: Spielt doch bitte ein Konzert in Sonneberg. Als Zeichen der Hoffnung für all diejenigen, die sich mit dem Rechtsruck nicht identifizieren können – denn davon gebe es in Sonneberg schließlich einige. Gesagt, getan. Am Donnerstag (6. Juli) stand „Feine Sahne Fischfilet“ in Sonneberg auf der Matte – mit der Resonanz hatte aber nicht einmal die Band selbst gerechnet. Dass das Konzert in dieser Woche stattfinden sollte, das hatte die Band bereits angekündigt. Tag und Uhrzeit blieben aber bis kurz vor Konzertbeginn geheim. Mit Absicht, wie die Band bei Facebook schreibt: „Wir haben das Konzert in Sonneberg erst am frühen Abend angekündigt, weil wir in erster Linie den Leuten aus der Region den Rücken stärken wollten und es uns nicht darum ging, ein riesiges Event zu erzeugen, bei dem die Leute aus Großstadt XYZ angereist kommen und danach nie wieder herkommen.“ Vor wie vielen Leuten „Feine Sahne Fischfilet“ schlussendlich auftreten würde, konnte niemand voraussagen. Auch die Band selbst hatte sich keine Illusionen gemacht, dachte, wenn da „50 – 100 Leute stehen, die sich drüber freuen wäre schon geil genug.“ Doch die Resonanz war eine andere – und hat selbst die Band überrascht. Denn über 1.000 Leute aus der Region kamen am Donnerstagabend nach Sonneberg, um die Band im Sonneberger Gewölbekeller zu sehen. Alle Fans auf einmal würden da nicht reingehen. Und so spielte die Band kurzerhand ganze vier Konzerte statt einem. „Wahnsinn, wir sind kaputt aber glücklich“, schreibt die Band zwischen dem dritten und vierten Konzert bei Facebook.
siehe auch: “Feine Sahne Fischfilet” spielen Publikum-wechsle-dich-Konzert in Sonneberg. Dutzende Sonneberger hatten die Punkrockband “Feine Sahne Fischfilet” aus Mecklenburg-Vorpommern zu einem Konzert eingeladen. Am Donnerstagabend traten die Musiker in einem Mini-Club auf – das Publikum kam in Schichten dran. Die Band “Feine Sahne Fischfilet” bei ihrem Auftritt in Sonneberg. Insgesamt vier Mini-Konzerte spielte sie an dem Abend – bei freiem Eintritt. Mehr als 1.000 Menschen haben am Donnerstagabend ein Garagen-Konzertabend der Punkrockband “Feine Sahne Fischfilet” um Sänger Monchi (Jan Gorkow) in Sonneberg besucht. Die Band war der Einladung zahlreicher Sonneberger gefolgt, um laut eigenen Angaben nach dem AfD-Wahlerfolg bei der Landratswahl ein Zeichen zu setzen. Sie gab insgesamt vier Minikonzerte bei freiem Eintritt, zu denen jeweils abwechselnd 150 Besucher nach und nach in den Club Gewölbekeller eingelassen wurden.
„Sonneberg, wo sollen wir hinkommen?“ – mit diesem Aufruf will eine Band dem AfD-Wahlsieg in Thüringen trotzen. Der AfD-Kandidat Robert Sesselmann hat die Landrats-Stichwahl in Sonneberg in Thüringen gewonnen und ist damit der erste Politiker der Partei in seinem solchen kommunalen Spitzenamt. „Sonneberg, wo sollen wir hinkommen?“ – fängt der Aufruf einer Band auf Facebook an. Die Politpunkband „Feine Sahne Fischfilet“ will in dem Thüringer Ort ein Zeichen setzen. Auslöser ist der AfD-Sieg der Landratswahl in Sonneberg. Thüringen24 hat mit Band-Schlagzeuger Olaf Ney gesprochen. Er verrät, was sie mit ihren Garagen-Konzerten bewirken wollen und wieso für ihn nicht alle Thüringer „stramme Faschisten“ sind. (…) Denn die Musiker von „Feine Sahne Fischfilet“ sind bekannt für ihre politischen Statements, die klar links sind. Die Band handelte sofort und will die Sonneberger unterstützen. Deshalb spielen die fünf Musiker in der ersten Juli-Woche ein Garagen-Konzert in dem Landkreis. „Mit den Konzerten wollen wir den Menschen, die wie wir ticken, helfen und uns dann auch noch gegenseitig guttun. Damit man auch merkt, dass man nicht allein ist“, erklärt Olaf Ney im Gespräch. Die Landratswahl haben die fünf Musiker allerdings nicht direkt verfolgt, wie Olaf Ney sagt. Doch die Nachricht über den ersten AfD-Landrat in Deutschland erreichte allerdings auch die Politpunkband schnell. „Das ist noch immer sehr schockierend und ein großer Aufschrei“, so Ney weiter.
Schon am 7. Juni sahen die Berliner Strafverfolger einen Anfangsverdacht gegen Till Lindemann. Gesagt haben sie nichts. Auf Druck der Anwälte des Sängers? Die Ermittlungen gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann laufen länger als bisher bekannt, wurden aber gegenüber der Öffentlichkeit zunächst verschwiegen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin sagte dem Tagesspiegel, gegen Lindemann sei bereits am 7. Juni ein Verfahren wegen Tatvorwürfen aus dem Bereich der Sexualdelikte und der Abgabe von Betäubungsmitteln eingeleitet worden. Offiziell bestätigt wurden die Ermittlungen aber erst eine Woche später, am 14. Juni. Grund für die verzögerte Mitteilung sei gewesen, dass Behördeninformationen ein besonderes Vertrauen entgegengebracht werde, „damit aber auch die große Gefahr einer öffentlichen Vorverurteilung der Betroffenen einhergeht“. Die Staatsanwaltschaft habe daher die Regeln für eine „zulässige Verdachtsberichterstattung“ zu beachten, weshalb vor einer öffentlichen Mitteilung ein „Mindestbestand an Belegtatsachen“ erforderlich sei. Zu den ihr bekannten „Belegtatsachen“ im Fall Lindemann will sich die Staatsanwaltschaft nicht näher äußern. Einen Schub könnte der Behörde aber ein Video der Youtuberin Kayla Shyx gegeben haben, die dies kurz zuvor online gestellt hatte. Darin berichtet die Frau von ihren Erfahrungen auf einer Aftershow-Party der Band. Ob wesentliche Erkenntnisse zwischen 7. und 14. Juni hinzukamen, die den Beschuldigten belasten – und wenn ja, welche –, ist unklar. Möglicherweise sah sich die Behörde unter Druck, die Ermittlungen zu bestätigen, nachdem die Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg (parteilos) in einer nicht öffentlichen Sitzung des Rechtsausschusses im Abgeordnetenhaus mitgeteilt hatte, dass es ein solches Verfahren gebe.
„Einfluss auf das zögerliche Verhalten der Behörde könnte ein Schreiben der Berliner Medienrechtskanzlei Schertz Bergmann haben, die Lindemann vertritt.“https://t.co/zipEphb2KZ
Elton wurde am Sonntag in Scheeßel von den Donots auf die Bühne geholt. Teilen Schrift Drucken Das Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel gehört zu den größten Musikevents im deutschen Sommer. 78.000 Besucherinnen und Besucher fanden in diesem Jahr von Donnerstag bis Sonntag (15. bis 18. Juni) den Weg in die kleine Gemeinde bei Rotenburg (Wümme). Das Line-Up bot viele Größen des nationalen und internationalen Pop- und Rockgeschäfts auf: Muse, Casper, Queens of the Stone Age, Die Ärzte und viele mehr begeisterten die Fans. Auch die deutsche Band Donots stand am Sonntag auf der Bühne. Die fünf Bandmitglieder hatten neben ihrer Musik auch eine politische Botschaft im Gepäck – und einen prominenten Unterstützer. Donots-Sänger Ingo Knollmann holte Moderator Elton auf die Bühne – zu den Worten „We‘re not gonna take it!“. Der 52-Jährige ist normalerweise eher für Klamauk und sein loses Mundwerk als für seriöse Ansprachen bekannt. Angefangen als Stefan Raabs Show-Praktikant moderiert Elton inzwischen selber große Shows wie „Schlag den Besten“ oder „Blamieren oder Kassieren“ bei ProSieben und RTL und tritt in der ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas“ auf. Elton mit klarer Botschaft beim Hurricane-Festival Am Sonntag jedoch hatte er eine ernste Botschaft an die Musikfans: Er ergriff das Mikro und positionierte sich in einem kurzen Statement gegen die Alternative für Deutschland (AfD). Diese sei keine wirkliche Alternative – selbst bei Frust über alle anderen Parteien. Elton sagte: „Ich möchte auch nur ganz kurz das Wort ergreifen. Also Leute, ihr seid die Zukunft. Egal, was für eine Scheiße die großen Parteien jetzt gerade vielleicht bauen. Es ist noch lange kein Grund eine antidemokratische oder menschenverachtende Partei wie die AfD zum Beispiel zu wählen. Ich zähle auf euch!“, ruft Elton laut. Dann spielt die Band so etwas wie einen Tusch, und Sänger Ingo Knollmann ruft ins Mikro: „Das Wort zum Sonntag!“