Neo-Kreuzzügler – Wie Rechtsextreme sich als Erben der Tempelritter inszenieren

Weißes Gewand, rotes Ordenskreuz – ultrarechte Aktivisten knüpfen an die Tradition des mittelalterlichen Templerordens an und wollen damit Hass auf Muslime schüren. Doch die historischen Fakten widerlegen ihre Legenden. Im Kampf gegen Muslime suchen rechtsextreme Propagandisten Vorbilder im Mittelalter. Einer von ihnen, der Ex-Chef der ultrarechten British National Party und frühere Europaabgeordnete Nick Griffin, schlüpft dafür schon mal in ein historisches Kostüm. So ließ er sich in Prag in der Robe eines Ritters des Templerordens fotografieren, in einem weißen Gewand mit rotem Ordenskreuz. Griffin ist Mitglied der ultrarechten islamophoben Knights Templar International (KTI). Auf deren Website lässt er sich als prominentester Aktivist des Ordens interviewen, ruft zum Kampf gegen das “Osmanische Imperium” Erdogans und dessen “monströse Attacke auf die Christen” auf. Damit meint Griffin die umstrittene Umwandlung der Kathedrale Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee. In Großbritannien ist Griffin vorbestraft wegen Aufstachelung zum Rassenhass. Und erregte 2009 weltweit Aufsehen, als er nach seiner Wahl ins Europaparlament vorschlug, Boote mit Flüchtlingen aus Afrika im Mittelmeer zu versenken. Die KTI, größte und älteste Organisation christlich-fundamentalistischer Islamfeinde, bietet Extremisten wie Griffin gern ein Forum. Angeblich stehen in ihren Reihen weltweit 3000 Männer und Frauen, die sich auf den Geist mittelalterlicher Tempelritter berufen. (…) Wie der britische Historiker Rory MacLellan, Mitarbeiter der Historic Royal Palaces, jetzt in einem Aufsatz in der Zeitschrift “The Mediaeval Journal” gezeigt hat, versuchen die KTI und auch verwandte Gruppierungen wie die vor allem in Italien tätige Ordo Militaris Catholicus, auf eine im Internet aktive Subkultur einzuwirken. Die Szene bezieht sich auf literarische Werke wie Dan Browns “The Da Vinci Code” oder auf Kinofilme wie Ridley Scotts “Königreich der Himmel”. MacLellan arbeitet an der Edinburgh Napier University und weist darauf hin, dass die Neo-Tempelritter der KTI mit historischen Fakten auf Kriegsfuß stehen. Zwar hätten die christlichen Ritterorden “tatsächlich gegen Muslime gekämpft”, doch sei ihre Geschichte “komplexer als die eines simplen Ost-West-Zusammenpralls der Kulturen”, so MacLellan. Er erwähnt den arabischen Chronisten Usama Ibn Munqidh (1095-1188), der die Tempelritter als Freunde betrachtete. Christen nutzten damals in Jerusalem einen Teil der Aksa-Moschee als Kirche.

via spiegel: Neo-Kreuzzügler – Wie Rechtsextreme sich als Erben der Tempelritter inszenieren

#Scheuer tauschte sich über #WhatsApp-Gruppe mit #AugustusIntelligence-Gründern aus – #schauhin #amthorgate

Bundesverkehrsminister Scheuer hatte bereits Treffen mit der umstrittenen US-Firma Augustus Intelligence eingeräumt. Jetzt werden weitere Details bekannt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unterhielt offenbar engere Kontakte zu dem umstrittenen US-Start-up-Unternehmen Augustus Intelligence als bisher bekannt. Nach Recherchen des Handelsblatts war Scheuer Teil einer WhatsApp-Gruppe, in der sich die Augustus-Gründer Wolfgang Haupt und Pascal Weinberger mit ihm austauschten. Scheuers Büro beantwortete weder Fragen des Handelsblatts nach dem Grund für eine solche Chat-Gruppe, noch Fragen zu ihrer Dauer und der Zahl der ausgetauschten Nachrichten. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor zog vor einem Monat seine Kandidatur für den Landesvorsitz der CDU Mecklenburg-Vorpommern zurück, weil bekannt wurde, dass er Lobbyarbeit für Augustus Intelligence verrichtet hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin prüfte daraufhin die Einleitung eines Verfahrens gegen Amthor, entschloss sich aber dagegen. (…) An dem Expertengespräch nahmen schließlich neben Haupt und Weinberger von Augustus Intelligence Vertreter von BMW, Bosch, Deutsche Bahn, Telekom sowie deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen teil.
Auf die FDP-Frage, aus welchem Grund Augustus Intelligence zu dem Expertengespräch eingeladen worden war, erklärte das Verkehrsministerium: „Ausschlaggebend für die Auswahl war die Expertise der Vertreter des Unternehmens für KI, Deep Learning, Datenplattformen und Blockchain.“ Neben den eingeladenen Großunternehmen habe „bewusst“ auch die Perspektive eines Start-ups in die Diskussion einfließen sollen. „In die Bewertung fiel auch, dass bei dem Unternehmen von einer guten Kenntnis der für KI wichtigen Regionen USA und Fernost auszugehen war.“ Der FDP-Politiker Sitta reagierte mit Erstaunen auf die neuen Details. „Die Story um Augustus Intelligence zieht weitere, merkwürdige Kreise innerhalb der Bundesregierung“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt. Es sei schon erstaunlich, wie „tiefgreifend“ ein weitgehend unbekanntes US-amerikanisches Start-up mit deutschen Ministerien „augenscheinlich vernetzt“ sei. „Dass angeblich sonst nur zufällige Treffen und Plaudereien, wie beim Essen in Davos, stattgefunden haben, passt ins Bild des windigen Verkehrsministers, der offensichtlich nicht nur bei der Pkw-Maut in Erklärungsnot ist.“

via handelsblatt: Scheuer tauschte sich über WhatsApp-Gruppe mit Augustus-Intelligence-Gründern aus

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Von Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, Link

Das Telegram-Netzwerk um Martin Sellner, visualisiert

Mehr Anhänger, ein höheres Nachrichtenvolumen, ein weit verzweigtes Netzwerk zu anderen Influencern: Wir haben das Telegram-Universum um Martin Sellner und die Identitäre Bewegung analysiert und visualisiert, das nach den Sperren von YouTube & Co. weiter wächst. Das ist eine Geschichte über den letzten Rückzugsort der Identitären Bewegung: Telegram. In ihrem Zentrum steht die „Telegram-Elite“ – rund 60.000 Fans von Martin Sellner, dem Sprecher der Bewegung in Österreich. Sie sind der harte Kern der Gefolgschaft von Martin Sellner. Von Instagram, Facebook, Twitter, YouTube und TikTok ist der 31-Jährige verbannt. Was passiert nun auf seinem Kanal? Wir haben 750.000 Nachrichten aus 162 Kanälen im Telegram-Netzwerk um Martin Sellner analysiert und den letzten Rückzugsort erstmals vermessen.
Im Zentrum der Recherche stehen vier Erkenntnisse: Die YouTube-Sperre trifft Martin Sellner stark, doch sein Telegram-Kanal wächst kontinuierlich. Mit jedem Monat wachsen das Nachrichtenvolumen und die Zahl der Abonnenten. Es gibt eine selektive Moderation der Kommentare: Während Gewaltaufrufe und rechtsextreme Nachrichten gelöscht werden, passiert das bei antisemitischen Kommentaren tendenziell nicht. Trotz der Abgrenzung der Identitären Bewegung von Verschwörungstheorien gibt es zahlreiche Berührungspunkte mit Anhängern der QAnon-Theorie. Die Strategie in Deutschland, Österreich und der Schweiz – neue „patriotische Ortsgruppen“ – hatte bis dato keinen Erfolg. (…) Zwar sind die Mitgliederzahlen nur etwa halb so groß wie die damalige Zahl der Abonnenten auf YouTube, doch gerade auf Telegram gehört er damit zu den zehn größten Kanälen im deutschsprachigen Raum. Der WhatsApp-Konkurrent ist nicht nur Messengerdienst, sondern bietet auch Funktionen an, die einem sozialen Netzwerk ähneln. So ist es bei Telegram möglich, Kanäle zu erstellen und viele Menschen gleichzeitig zu erreichen, ohne dass diese auf die Chatnachricht antworten können. Seit seiner Sperre ist die Reichweite von Martin Sellner weiter gestiegen. (…) Telegram dient als Kanal dafür, Anhänger über neue Videos zu informieren, befreundete Kanäle zu promoten oder um Shitstorms zu koordinieren. Zudem ist der Algorithmus von YouTube dafür verantwortlich, dass beliebige Benutzer Empfehlungen für derlei Videos angezeigt bekommen . An zweiter und dritter Stelle liegen Nachrichtenseiten, die besonders im Umfeld der Neuen Rechten gelesen werden. Auf journalistenwatch.com veröffentlichten Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache, der Chefideologe der Neuen Rechten Götz Kubitschek und Martin Sellner Artikel. Epochtimes.de ist der deutsche Ableger eines ursprünglich chinesischen Mediums mit Sitz in New York, das sich durch eine Blattlinie gegen Zuwanderung in der Szene einen Namen gemacht hat. In mehreren Gruppen sind wir darauf gestoßen, dass gezielt Inhalte öffentlich-rechtlicher Medien oder politischer Feinde geteilt werden, um negative Bewertungen zu erzeugen . Sellner selbst orchestrierte über Telegram eine gezielte Manipulation des Twitter-Algorithmus, indem er gewisse Hashtags trenden ließ und seine Anhänger dazu anhielt, einen Tweet mit ebensolchen abzusetzen. Das ist Teil seines Zieles der „Themeninvasion“. Strategie ist „die ständige Wiederholung und Normalisierung eines Begriffs und seiner Idee, die sich vom Rand ins Zentrum fortpflanzt“. Die Identitäre Bewegung und ihre Mitglieder betonten öffentlich allerdings stets, dass sie nicht rechtsextrem seien. Bei unserer Recherche stießen wir jedoch auf zahlreiche antisemitische Äußerungen in den Kommentarspalten Sellners, die nicht gelöscht wurden. Sellner, der selbst in seiner Jugend Hakenkreuze auf Synagogen geklebt hatte, scheint diese Kommentare zu tolerieren, während dies bei Aufrufen zu Gewalt und Bewaffnung nicht der Fall ist. Sie werden in innerhalb kürzester Zeit entfernt. Auch klar nationalsozialistische Äußerungen wurden entfernt. Diese konnte Addendum überprüfen, indem im Zeitraum zwischen Jänner bis März 2020 alle 30 Minuten Nachrichten automatisiert heruntergeladen wurden, um entfernte zu erkennen. Eine Anfrage zur Moderationspraxis in seinem Channel ließ Martin Sellner unbeantwortet.

via addenum: Das Telegram-Netzwerk um Martin Sellner, visualisiert

#Terrorismus – Neue #Gefahr durch #Waffen aus dem #Drucker

Beim Anschlag von Halle hat der mutmaßliche Attentäter Waffen aus einem 3D-Drucker verwendet. In Sicherheitskreisen ist man alarmiert, die Bundesregierung sieht jedoch keinen Handlungsbedarf. Stephan B. schießt auf die Eingangstür der Synagoge von Halle, ein Schuss nach dem anderen. Es wirkt mühsam, immer wieder muss er nachladen. So ist es in dem verstörenden Video zu sehen, das der Rechtsextremist während seiner Tat ins Internet übertragen hat. Die dicke Holztür hält den Schüssen glücklicherweise stand, es kommt nicht zu einem Blutbad. Zwei Menschen aber fallen B. zum Opfer: Eine zufällig vorbeikommende Passantin erschießt er, und einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss wenige Straßen entfernt. Die Waffen, mit denen Stephan B. seinen Anschlag am 9. Oktober 2019, dem jüdischen Feiertag Yom-Kippur, verübte, hatte er selbst gefertigt. Es handelt sich um zwei Maschinenpistolen, eine Pistole und eine Schrotflinte einfachster Bauart. B. ist kein Fachmann, kein gelernter Büchsenmacher. Alles, was er für den Waffenbau brauchte, suchte er sich im Internet zusammen – und stellte es mit einem 3D-Drucker her.
3D-Technologie erleichtert illegalen Waffenbau Stephan B. muss sich inzwischen vor dem Oberlandesgericht Naumburg für sein Attentat und den zweifachen Mord vor Gericht verantworten. Am Montag ging es dabei auch um dessen selbstgebaute Waffen. Die Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts hatten sie untersucht und Schusstests auf ballistische Gelatineblocks durchgeführt, die menschliches Gewebe nachbilden. Das Ergebnis des Gutachtens: Obwohl die Waffen nicht ganz reibungslos funktionierten und es während des Attentats immer wieder zu Ladehemmungen kam, können sie “potenziell tödliche Verletzungen” hervorrufen. (…) Im Jahr 2013 hatte der US-Amerikaner Cody Wilson, selbsternannter “Krypto-Anarchist”, erstmals eine Waffe präsentiert, die bis auf den eisernen Schlagbolzen komplett aus Kunststoffteilen gefertigt war – hergestellt mit einem 3D-Drucker. Wilson nannte die einschüssige Pistole “The Liberator” (Der Befreier) und stellte die Bauanleitung frei verfügbar ins Internet. Mit seiner Organisation “Defense Distributed” propagierte Wilson die Waffenherstellung und den Waffenbesitz für jedermann. Seine Anhänger verbreiten im Netz Druckvorlagen für Waffenteile und Anleitungen, wie Pistolen oder sogar Sturmgewehre mithilfe von 3D-Druckern produziert werden können. Sie nennen es das “Wiki Waffen Projekt”. Mehrere US-Bundesstaaten versuchen seitdem, die Waffenproduktion per 3D-Druck unter Strafe zu stellen.

via tagesschau: Terrorismus Neue Gefahr durch Waffen aus dem Drucker

siehe auch: Attentat in Halle:Tod aus dem 3D-Drucker. Stephan B. hat das Attentat in Halle mit selbstgebauten Waffen verübt – ein Novum in Deutschland. Die Behörden sind alarmiert, die Regierung sieht keinen Handlungsbedarf. Er wolle beweisen, dass es möglich ist. So schrieb Stephan B. in seinem Manifest, das er im Internet hochgeladen hatte, bevor er seinen Anschlag auf die Synagoge von Halle verübte. Beweisen, dass er ganz alleine mit selbstgebauten Waffen eine solche Tat ausführen kann. Die Dokumente, die B. im Netz hinterließ, sind daher auch nicht nur ein antisemitisches, rassistisches Pamphlet, sondern vor allem eine Anleitung zum Waffenbau. Das Blutbad, das Stephan B. am 9. Oktober 2019 verüben wollte, blieb glücklicherweise aus. Seine Waffen hatten immer wieder Ladehemmungen – und die schwere Holztür der Synagoge hielt stand. Zwei Menschen aber ermordete der Rechtsextremist, der sich inzwischen vor dem Oberlandesgericht Naumburg für seine Tat verantworten muss: eine Passantin, die zufällig vorbeikam, und einen jungen Mann in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss. Seine Waffen hatte Stephan B. selbstgebaut. Mit Bauanleitungen aus dem Internet, aus Metallkomponenten, die er in Onlineshops und über Ebay erwarb – und aus Kunststoffteilen, die er mit einem 3-D-Drucker anfertigte. Den Drucker, Modell “Anet A8”, stellten die Ermittler später in einem Wandschrank im Haus von B.s Vater als Beweismittel sicher.

Study: Facebook Allows And Recommends White Supremacist, Anti-Semitic And QAnon Groups With Thousands Of Members

Despite efforts to curb hate speech and misinformation, Facebook still hosts a number of hateful and conspiratorial groups, including anti-Semitic and white supremacist groups with hundreds of thousands of members, and regularly recommends users join them, according to a study published Tuesday by the Anti-Defamation League. Though Facebook groups can be banned for repeatedly posting items flagged as false news, it’s possible to circumvent the regulations, leaving Facebook groups as largely self-moderated spaces ripe for bigotry and misinformation. Among the groups profiled in the study are “QAnon News & Updates” and “Official Q / QAnon Public Group,” whose over 200,000 combined members believe the conspiracy theory that a “deep state” of federal bureaucrats, Democrats and celebrities are plotting against President Trump and his supporters, while running an international sex-trafficking ring. In the groups, members frequently make anti-Semitic posts, theorize that the coronavirus pandemic is a hoax and speculate that the Black Lives Matter protests following George Floyd’s death were paid for by outside actors like China, the Democrats or George Soros. White supremacist and racist groups also continue to run rampant on Facebook, according to the study, where racist memes and calls to “preserve our Race” are commonplace and over 20 groups are using the name “White Lives Matter”—though “only some are full of racist or white supremacist content.” Neo-Confederate and anti-Semitic groups with tens of thousands of members also remain uncensored on the platform, such as an anti-Semitic and broadly hateful private group entitled “Exposing the Rothschilds,” which has over 130,000 members. Moreover, the study notes Facebook’s recommendation feature often drives individuals toward hateful and conspiratorial groups, with 2016 internal research finding 64% of all individuals in extremist groups joined based on a suggestion from Facebook.

via forbes: Study: Facebook Allows And Recommends White Supremacist, Anti-Semitic And QAnon Groups With Thousands Of Members

siehe auch: Hateful and Conspiratorial Groups on Facebook. Facebook Groups play a key role on the Facebook platform. Groups are essentially discussion forums organized around an endless number of possible subjects, allowing individuals to pursue their interests and communicate around shared interests. Groups can be public (posts are visible to all Facebook users) or private (individuals must be approved by the group administrator to join and see the posts). Despite public announcements of efforts to curb hateful speech and misinformation across its platform, Facebook still hosts many spaces in which this content propagates and thrives. While some of these problematic activities occur in small groups, a number of problematic Facebook groups have grown to a significant membership size, yet are still allowed to exist by Facebook. This is not by accident. Groups are largely self-moderated spaces overseen by specific users with administrative or moderator rights. Facebook states that groups can be banned for repeatedly reposting items that have been flagged as false news, but the system can be circumvented. While posts that break Facebook’s guidelines can be flagged to the platform by members in the group, some moderators actively warn their members not to report problematic content to Facebook. For example, the rules for the group “#RedneckIII%”, a nearly 2,000-member group associated with the militia movement (discussed more below), say “NO REPORTING If you dont like a post keep scrolling. Simple as that. Reporting to facebook is an automatic boot. You can contact an admin and we will check out your claim.”[sic] In many other instances, racist, homophobic, and other hateful posts are not deemed offensive enough by Facebook’s standards to warrant intervention. Facebook has a history of overlooking this kind of behavior, arguing that some hateful content does not go against their Community Standards.

Fact check: “#Clovergender” is an alt-right #hoax

Posts on social media claim that people identifying as “Clovergender” are attempting to justify pedophilia. This damaging claim stems from an alt-right hoax intended to slur members of the LGBT community. According to one of the posts, the premise of the term “clovergender” is that “a person is a younger age at heart and therefore it’s okay for them to be with someone much younger, even if they’re an adult and the person they want to be with is a minor.” According to The Advocate, a magazine that focuses on gay, lesbian, bisexual, transgender and queer news and politics, former pharmaceutical executive Martin Shkreli began “promoting ‘clovergender,’ an identity concocted by trolls to mock LGBT people” on January 4, 2017 (…) The 2017 Snopes article shows screenshots of posts on 4chan, the image-based Internet bulletin board where “many of the recruitment techniques of the so-called alt-right were piloted,” according to Wired ( here ). On December 31, 2016, a 4chan submission read: “We’re creating a new gender to troll SJWs (Social Justice Warriors) with. Clovergender: a child trapped in a man’s body who is attracted to other children. Pronouns: Cl/Clir/Climself We will be trolling on tumblr and facebook.” A thread of subsequent 4chan submissions, archived by Snopes, can be found archive.is/6VSzZ . Since the Clovergender hoax resurfaced on Facebook in July 2020, many users have taken the claim seriously, leaving comments like: “First off if you are grown enough to have a relationship on top of that something sexual you ARE NOT A CHILD IN AN ADULT BODY Kids don’t think sexual” and “Pedophiles are the most disgusting animals on the planet. There is absolutely nothing normal or right about it.” Some of the posts use comments or hashtags to falsely suggest that “Clovergender” is endorsed by the LGBT community.

via reuters: Fact check: “Clovergender” is an alt-right hoax

Wer steckt hinter „#NSU 2.0“? Technisch versiert, rechtsextrem und voller Hass – #terror

Bisher führten alle Spuren zu den Verfassern der rechtsextremen Drohmails ins Leere. Nun deuten sich weitere Verbindungen zu offiziellen Stellen an. Josef Schuster ist es gewohnt, bedroht, beschimpft, beleidigt zu werden. Doch was der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland von einem oder mehreren Nazis namens „NSU 2.0“ bekommen hat, ist an Widerwärtigkeit kaum zu übertreffen. Die erste Mail ging am 11. Januar 2019 ein und wurde auch an Aiman Mazyek gesandt, den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland. In der Betreffzeile steht, „Aufruf zur Vernichtung von Josef Schuster und Aiman Mazyek“, es folgen Mordfantasien. Die zweite Mail kam beim Zentralrat der Juden am 21. Juli 2020 an. Wieder Mordparolen, aber kürzer und mit anderem Namen im Absenderfeld. „NSU 2.0“ ist für abgedrehte Rechtsextremisten das Logo für virtuellen Horror geworden. Die perfide Inszenierung funktioniert. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über eine Drohung von „NSU 2.0“ berichtet wird. Inzwischen sollen fast 70 Menschen Drohmails erhalten haben, sagen Sicherheitskreise. Die Zahl der Betroffenen sei noch größer, manche Drohungen wurden an mehrere Personen versandt. Und es fällt auf, dass viele Frauen attackiert und obszön beleidigt werden. Das Thema „NSU 2.0“ wird größer und größer, vermutlich zur Genugtuung der Hassmailschreiber. (…) Ein ähnlicher Flopp könnte der Fall des Ex-Polizisten Hermann S. sein, den Beamte des bayerischen und des hessischen Landeskriminalamts in Landshut vor gut einer Woche festgenommen haben. Auch seine Ehefrau wurde von der Polizei mitgenommen, doch das Paar kam wieder frei. Womöglich hat ein „NSU 2.0“-Fanatiker Hermann S. instrumentalisiert. Der Täter hatte im Juli Drohmails mit der Unterschrift „NSU 2.0“ verschickt und im Absenderfeld „Eugen Prinz“ angegeben. Eine seiner Hassbotschaften war die, mit der Josef Schuster am 21. Juli belästigt wurde. Hermann S. schreibt unter dem Pseudonym „Eugen Prinz“ Texte für das rassistische Internetportal „PI-News“. (…) In den vielen Mails werden unter anderem SS-Runen mit kinderpornografischen Bildern kombiniert. Außerdem verlangt der Täter große Summen in der Kryptowährung Bitcoin. Die Sicherheitsbehörden halten den Täter für einen Komplizen von André M., der sich seit April vor dem Berliner Landgericht verantworten muss. Der 32-Jährige hatte mutmaßlich als „NationalSozialistischeOffensive“ bundesweit Bombendrohungen verschickt. Als der Prozess gegen M. begann, drohte „NSU 2.0“ dem Vorsitzenden Richter per Fax mit „zahlreichen Sprengsätzen“ im Gebäude.

via tagesspiegel: Wer steckt hinter „NSU 2.0“? Technisch versiert, rechtsextrem und voller Hass