Das (schmutzige) Geschäft mit den Querdenkern – #covidioten #tichy #reitschuster #wallasch

Querdenker haben mit den traditionellen Medien ein Feindbild ausgemacht. Sie vertrauen nur wenigen Quellen. Für diese wiederum stellt die Bewegung einen lukrativen Geldgeber dar. Das Resultat: Ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen Desinformation und tendenziöser Berichterstattung. „Lügenpresse“, „Mainstreammedien“, „Staatsfunk“, „Plandemie“: Begriffe wie diese prägen den allgemeinen Duktus der Querdenker-Bewegung. Vor allem der Öffentlich Rechtliche Rundfunk (ÖRR) steht im Visier der Querdenker:innen. Wer oder was nicht dem eigenen Weltbild entspricht, wird in der Regel geleugnet, instrumentalisiert oder diffamiert. Doch woher beziehen Querdenker:innen ihre Informationen? Viele Menschen, die sich der Querdenker-Bewegung zugehörig fühlen, sind anfällig für Desinformation und Verschwörungsmythen. Sie haben oftmals einen vollkommen verzerrtes Bild von der Welt – vor allem von der Politik, der Wissenschaft und den Medien.
Doch einigen wenigen Journalisten schenken die Querdenker:innen ihr Vertrauen. Zu ihnen zählen Boris Reitschuster, Roland Tichy und Alexander Wallasch. Alles gestandene Journalisten, die ihr Handwerk grundsätzlich beherrschen. Und obgleich sie sich inhaltlich ein Stück weit voneinander unterscheiden, so sehr sind sie miteinander vernetzt. So berichten sowohl Tichy, Wallasch als auch Reitschuster überwiegend tendenziös und äußerst kritisch; gegen das „System“. (…) Meinungsbeiträge wie der Kommentar zählen diesbezüglich oftmals als tendenziöse Textgattung. Eine saubere Trennung von Nachricht und Meinung ist deshalb umso wichtiger.
Keine Trennung von Nachricht und Meinung. Doch während das bei den meisten Medien der Fall ist, bleibt vor allem Boris Reitschuster einer solchen Differenzierung schuldig. Außendarstellung und Realität klaffen oftmals weit auseinander. Während Roland Tichy seine Seite noch als liberal-konservatives Meinungsmagazin kennzeichnet, verkauft Boris Reitschuster seine Seite als kritischen Journalismus „ohne Haltung“, „ohne Belehrung“ und „ohne Ideologie“. Das erscheint nicht nur irreführend, das ist schlichtweg gelogen! (…) Für seine kritische Berichterstattung über Russland wurde Reitschuster im Jahr 2008 folgerichtig mit der Theodor-Heuss-Medaille geehrt. Auch im Kontext der BPK stellt Reitschuster mitunter wichtige Fragen. Kritiker:innen werfen ihm jedoch ein hohes Maß an Selbstinszenierung vor. Viele seiner Fragen beruhen darüber hinaus auf Falschinformationen und verzerren die Realität. Das wiederum trifft oftmals auch auf seine Artikel zu, die ihrerseits häufig vor Fake News nur so strotzen. Querdenker und Fake News So titelte Reitschuster auf seiner gleichnamigen Webseite am 22. Januar 2021 beispielsweise: „Unglaublich: WHO warnt vor Unzuverlässigkeit von PCR-Test“. Nachdem Reitschuster am selben Tag zuvor die Gelegenheit hatte, den Virologen Christian Drosten auf der BPK zu diesem Thema zu befragen, erhielt er eine durchaus plausible Antwort, die seine Schlagzeile eigentlich ad absurdum führt. Doch in seinem anschließenden Bericht gab er nicht nur ein völlig verzerrtes Bild dieser Situation wieder, er suggerierte auch den Eindruck, die Bundesregierung würde etwas verheimlichen. Angebliche Fakten werden schnell widerlegt Einem anschließenden Faktencheck hielt Reitschusters Artikel jedoch nicht lange Stand. Und das ist definitiv kein Einzelfall: Regelmäßig publiziert Boris Reitschuster Beiträge, die im Anschluss entsprechend der Faktenlage widerlegt werden (…) Falschinformationen treffen zulasten der journalistischen Sorgfaltspflicht auf ein breites Publikum. Die COVID-19-Pandemie wird dabei oftmals verharmlost. Impfungen werden verteufelt. Das ist nicht nur gefährlich, das ist demokratiegefährdend! Keine Richtigstellung nach Desinformation Denn einmal losgetreten verbreiten sich Fake News vor allem via Social Media rasant schnell. Eine Korrektur sowie Richtigstellung bleibt Reitschuster dabei in der Regel oftmals schuldig. Das nahezu krampfhafte Zweifeln und Kritisieren hat sich bei Boris Reitschuster offenbar sogar zu einem Geschäftsmodell entwickelt. Doch wie konnte es soweit kommen, dass sich gestandene Journalisten von Desinformation und Verschwörungsmythen so vereinnahmen lassen? Vermutlich weil sie ihr Klientel bedienen müssen. Vermutlich weil sie, wenn sie ausgewogen berichten würden, kaum Aufmerksamkeit bekämen. Und vermutlich auch, weil Querdenker:innen einen Großteil ihrer Arbeit finanzieren. (…) Während Reitschuster nicht nur regelmäßig zu Spenden aufruft, bekommt er auf Demonstrationen mitunter auch Geld von den Teilnehmer:innen selbst zugesteckt. Laut Punkt 15.1 (Einladungen und Geschenke) der publizistischen Grundsätzen des Presserats, dem sogenannten Pressekodex, heißt es jedoch: Schon der Anschein, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion könne beeinträchtigt werden, ist zu vermeiden.  Dieser Eindruck entsteht bei Reitschuster jedoch nicht ausschließlich durch Situationen, in denen er Geld von Demonstrierenden annimmt. Er entsteht auch, weil er fast ausschließlich tendenziös berichtet. Weil der Eindruck entsteht, Boris Reitschuster lasse sich für eine entsprechende Berichterstattung bezahlen. Und das auch via Social Media. Grundsätzlich besteht dabei die Gefahr, dass Spenden wegbrechen könnten, wenn die Leserschaft, die quasi schon eine gewisse Berichterstattung erwartet, sich mit anderen Inhalten nicht zufrieden gibt.

via basicthinkimg: Das (schmutzige) Geschäft mit den Querdenkern

Schreiben IMGP1478 wp.jpg
By <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:Smial” title=”User:Smial”>smial</a> (<a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User_talk:Smial” title=”User talk:Smial”><span class=”signature-talk”>talk</span></a>) – <span class=”int-own-work” lang=”en”>Own work</span>, FAL, Link

Niederländische Parlamentarier fielen auf Deepfake-Streich herein

Ausschuss für außenpolitische Angelegenheiten dachte, mit einem Vertreter der Organisation des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny zu sprechen (…) Neben einem wachsenden Problem mit Deepfake-Pornos wird auch immer wieder vor politischem Missbrauch gewarnt. Mit diesem Risiko durften nun auch niederländische Parlamentsabgeordnete Bekanntschaft schließen. Doch nicht Leonid Wolkov Der Ausschuss für außenpolitische Angelegenheiten fand sich zu einem Videochat mit Leonid Wolkov ein. Er ist der Personalchef der Organisation des bekannten Kreml-Kritikers Alexej Navalny, der kürzlich von den russischen Behörden weitere Tätigkeiten untersagt wurden. Wie sich laut NL Times und anderen niederländischen Medien allerdings herausstellte, war der Gast, mit dem man sich unterhielt, gar nicht Wolkov, sondern ein ungenannter Scherzbold, der sich via Deepfake kurzerhand aussehen ließ, wie der Navalny-Mitarbeiter. Es soll auch nicht dessen erster Streich gewesen sein. Er hat in seiner Rolle offenbar auch schon Gespräche mit lettischen und ukrainischen Politikern geführt und soll zudem auch Kontakt zu estnischen, litauischen und britischen Abgeordneten gesucht haben.

via standard: Niederländische Parlamentarier fielen auf Deepfake-Streich herein

Nach Bränden rechter Szenetreffs: Thüringer Behörden befürchten Spirale der Gewalt – #thüringen #brandstiftung #falseflag? #Guthmannshausen

In Thüringen brennen binnen weniger Tage zwei Immobilien von Rechtsextremen. Zudem gibt es Attacken auf Rechte, die mutmaßlich auf das Konto von Linksextremen gehen. Neonazis rufen zur Selbstjustiz auf, Politiker befürchten eine Eskalation der Lage. Nach dem Brand eines rechtsextremen Szeneobjekts im thüringischen Guthmannshausen befürchten Sicherheitsdienste und Politiker weitere Anschläge und mögliche Racheakte. (…) In Guthmannshausen treffen sich Rechtsextreme und Neonazis aller Couleur, von Kameradschaften über die NPD und deren Liedermacher Frank Rennicke bis zum „Volkslehrer“ Nikolai Nerling. Der Verein wurde von der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel gegründet. Auf dem Gelände stehen Stelen zur Erinnerung an die deutschen Toten des Zweiten Weltkriegs – sie wurden mit Bitumen beschmiert. (…) Der Thüringer Neonazi Tommy Frenck rief auf Facebook kaum verklausuliert zur Selbstjustiz auf. Der militante Rechtsextreme Thorsten Heise drehte bereits vor zwei Wochen ein Video vor einem alternativen Zentrum in Göttingen. „Sucht den Dialog mit der lokalen Antifa“, sagte er an die Gesinnungsgenossen gerichtet – und an die Adresse der Polizei: „Macht euren Job, sonst machen wir ihn.“ Racheakte von rechts befürchtet Auch die Polizei geht von Brandstiftung aus. In Sicherheitskreisen ist zu erfahren, dass die Behörden auswärtige linksextreme Kommandos hinter dem Anschlag vermuten. Diese könnten aus Leipzig oder Berlin angereist sein und von örtlichen Gesinnungsgenossen unterstützt worden sein. Allerdings wird nicht komplett ausgeschlossen, dass die Aktion von Rechtsextremen ausging, die den Brand den Linken in die Schuhe schieben wollten. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Wir müssen damit rechnen, dass es nun Racheakte von rechts gibt. Damit droht eine Spirale der Gewalt.“

via rnd: Nach Bränden rechter Szenetreffs: Thüringer Behörden befürchten Spirale der Gewalt

Feuermelder.jpg
Von <a href=”https://de.wikipedia.org/wiki/User:Stefan_K%C3%BChn” class=”extiw” title=”de:User:Stefan Kühn”>Stefan Kühn</a> at <a class=”external text” href=”https://de.wikipedia.org”>de.wikipedia</a>. Later version(s) were uploaded by <a href=”https://de.wikipedia.org/wiki/User:Rseyfrie” class=”extiw” title=”de:User:Rseyfrie”>Rseyfrie</a>, <a href=”https://de.wikipedia.org/wiki/User:Tilo” class=”extiw” title=”de:User:Tilo”>Tilo</a> at <a class=”external text” href=”https://de.wikipedia.org”>de.wikipedia</a>. – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link

#Sprachnachricht: #AfD-Politikerin verbreitet #Falschbehauptungen – #lügenafd #covidiotn #verschwörungsideologie

Eine Sprachnachricht einer AfD-Funktionärin des Kreisverbands Freising-Pfaffenhofen zur mittlerweile beschlossenen Änderung des Infektionsschutzgesetzes kursiert aktuell im Netz. Darin finden sich zahlreiche Falschbehauptungen. Ein #Faktenfuchs. Gut neun Minuten lang ist die Sprachnachricht, die Andrea Haberl aufgenommen hat. Haberl ist Schriftführerin im AfD-Kreisverband Freising-Pfaffenhofen, Medienberichten zufolge seit Oktober 2020. Die Sprachnachricht hat sich über Messenger-Dienste wie Telegram verbreitet, sie liegt BR24 in voller Länge vor. Sie verbreitete sich bereits Mitte April, als die Diskussion über die sogenannte Bundes-Notbremse Fahrt aufnahm. Andrea Haberl spricht über die mittlerweile beschlossene Änderung des Infektionsschutzgesetzes, Corona-Impfungen und einen “Great Reset”. Neben den zahlreichen Behauptungen rund um die Corona-Pandemie fordert Haberl einen Systemsturz. Sie sagt: “Das einzige, was uns noch retten kann, ist dieses System zu stürzen.” Dass solche Äußerungen und Verschwörungserzählungen auf Kommunikationsplattformen der Corona-leugnenden Szene häufiger vorkommen, zeigt dieser Artikel von BR24. Auf der Webseite des AfD-Kreisverbands war Haberl zwischenzeitlich nicht mehr zu finden, laut AfD-Kreisvorsitzendem Johannes Huber auf ihren eigenen Wunsch. In einem Interview mit dem “Donaukurier” bestätigt er, dass Andrea Haberl die Sprachnachricht in einer Chatgruppe verbreitet hat. Mittlerweile ist Haberl auf der Website wieder als Vorstandsmitglied aufgeführt, allerdings ohne Foto.

via br: Sprachnachricht: AfD-Politikerin verbreitet Falschbehauptungen

siehe auch: Staatsschutz ermittelt – Zum Umsturz aufgerufen? AfD-Funktionärin legt nach. Der Staatsschutz ermittelt, die AfD lässt sich Zeit. Andrea Haberl aus Manching, die Schriftführerin des Kreisverbands Freising-Pfaffenhofen, hatte vergangene Woche in einem Onlinepost zu einem Umsturz aufgerufen. “Demos, wo man tanzt und singt und springt, bringen überhaupt nichts. Das einzigste, was uns retten kann, ist, dieses System zu stürzen”, sagt Haberl in ihrer Veröffentlichung. Laut des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord wird derzeit geprüft, welche Tatbestände tangiert sein könnten; Aus dem Paralleluniversum einer unterkomplexen AfD-Schriftführerin aus Manching. Infektionsschutzgesetz bedeute: Kinder weg, Lebensmittel auf Zuteilung, Merkel-Herrschaft. Was in etwa so klingt, als spräche die Schriftführerin eines Kreisverbandes ein holpriges Exposé für ihren in Anlehnung an George Orwells „1984“ oder Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ geplanten dystopischen Erstlingsroman auf Band, ist nichts anderes als die Zuhörer „über a bisserl was auf[zu]klären“. „Macht euch das bitte mal vor Augen“ Wir leben in einer Zeit in der Bereiche verschwimmen, allgemein zugängliche Infos sich den Weg durch ideologisch vereinfachende Sichtweisen zum unterkomplex arbeitenden Enddarm einer begrenzten Auffassungsgabe bahnen, um am Ende als gequirlte Scheiße im Internet zu landen.  „Sie wird über uns beherrschen“ verkündet Andrea Haberl in einer Sprachnachricht und meint “die Merkel“. Haberl, Schriftführerin „in der Vorstandschaft Region Pfaffenhofen Freising“ der Partei AfD,  wisse das „haargenau“. Warum? „Weil ich seit drei Jahren in der Politik bin“. Sie habe das, was sie da in ihrer 9 Minuten dauernden Sprachnachricht „erzähle, mit meinen eigenen Augen gesehen“. Wie das? „Weil ich eben in der Politik bin“. „Sie hat die Richter außer Kraft gesetzt“. Wer? „Die Merkel“. „Macht euch das bitte mal vor Augen“. Durch das jetzt zur Abstimmung anstehende Infektionsschutzgesetz hat sie „die alleinige Macht und Herrschaft“. Andrea Haberl, „erzählt“ im Internet das die Frau Merkel auch „die Länder außer Kraft setzt“. Und, das muss sie „ganz klar und deutlich sagen“, (weil Haberl es „selber schwarz auf weiß gesehen“ habe) es gehe „der Merkel” darum, „die Weltbevölkerung zu minimieren und zu reduzieren“.

Antwort auf #allesdichtmachen: #Krankenhauspersonal fordert #Schauspieler zur #Arbeit in #Kliniken auf – #allemalneschichtmachen

Die Aktion #allesdichtmachen gegen die Corona-Politik ist weiter Streitthema. Nun haben Ärztinnen, Ärzte und Krankenhauspersonal eine Gegenaktion gestartet. Unter #allemalneschichtmachen rufen sie die Schauspieler dazu auf, eine Schicht im Krankenhaus zu übernehmen – und schaffen es in die Twitter-Trends. Die Aktion #allesdichtmachen von rund 50 Schauspielerinnen und Schauspielern gegen die Corona-Politik sorgt weiterhin für Aufsehen. Am Sonntag reagierten nun Ärzte, Ärztinnen und Krankenhauspersonal mit einer eigenen Gegenaktion: #allemalneschichtmachen. Die Notärztin und Bloggerin Carola Holzner, im Netz bekannt als „Doc Caro“, rief die an der Aktion beteiligten Künstler dazu auf, mal für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten. „Ihr habt eine Grenze überschritten“, sagte Holzner, Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, in einem Instagram-Video. „Und zwar eine Schmerzgrenze all jener, die seit über einem Jahr alles tun.“ Der Hashtag #allemalneschichtmachen hat es mittlerweile in die Twitter-Trends geschafft. Da zählt ein User beispielsweise die Aufgaben auf, die in so einer Schicht anstehen – darunter „Triage“, „Katheter legen“ und „Vitalzeichen erheben“.

via rnd: Antwort auf #allesdichtmachen: Krankenhauspersonal fordert Schauspieler zur Arbeit in Kliniken auf

https://twitter.com/Nell781/status/1386211417897021446
https://twitter.com/SilkeFriedel/status/1386205675190161409

#allesdichtmachen – Auf die Fresse

An „#allesdichtmachen“ beteiligte Schauspieler:innen zeigen sich über den Shitstorm entsetzt. Einer der Drahtzieher will ihn hingegen erwartet haben. Der „Tatort“-Regisseur Dietrich Brüggemann steht im Zentrum der Kampagne. Die Aktion „#allesdichtmachen“ sollte wohl den Eindruck erwecken, dass lauter bekannte Schauspieler:innen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus ablehnen. Doch in den zwei Tagen seit der Veröffentlichung der Clips auf YouTube ist dieses Bild ins Wanken geraten. Fast jeder dritte Beitrag wurde offenbar zurückgezogen, in den sozialen Netzwerken und Interviews gehen Teilnehmende auf Distanz, sie relativieren, sprechen von einem Missverständnis und bitten um Verzeihung. Überraschend ist dabei vor allem, wie überrascht sich manche:r über die deutliche Kritik an der Aktion zeigt. Wieso würden 53 Schauspieler:innen praktisch mit Anlauf in einen Shitstorm springen? Die Antwort auf diese Frage könnte mit Dietrich Brüggemann zu tun haben. Der Regisseur und Drehbuchautor ist in der deutschen Film- und Fernsehszene hoch angesehen, 2019 durfte er sogar beim Europäischen Filmpreis Regie führen. Zugleich ist er bestens vernetzt. Mit einer Reihe von Schauspieler:innen, die an „#allesdichtmachen“ mitgewirkt haben, drehte er zuvor eigene Filme, Richy Müller und Ulrich Tukur etwa spielten Hauptrollen in seinen „Tatort“-Produktionen. Brüggemanns Anteil an der Aktion ist undurchsichtig, aber in der Geschichte über den Shitstorm ist der Filmemacher womöglich eine Schlüsselfigur. Auffällig ist: Wo andere zurückrudern, teilt der 45-Jährige jetzt erst so richtig aus. Am Freitagnachmittag beklagt er gegenüber netzpolitik.org am Telefon ein „alleiniges Regime des Coronavirus“, aus seiner pauschalen Ablehnung der Schutzmaßnahmen macht er keinen Hehl. Mehrere Beteiligte sehen ihn im Zentrum der Kampagne, er selbst hingegen spielt seine Rolle herunter. (…) Richy Müller sagte ntv, er sei von Brüggemann angesprochen worden, mit dem er sehr gern und sehr vertraut zusammenarbeite. „Ich dachte eigentlich, dass er der Kopf der Aktion ist, deshalb habe ich das nicht weiter hinterfragt.“
Der Filmproduzent Bernd Katzmarczyk Wunder, der von München aus arbeitet, erzählte dem NDR-Magazin ZAPP, Brüggemann sei einer von drei Initiatoren gewesen, gemeinsam mit den Schauspielern Jan Josef Liefers und Volker Bruch. Wunder müsste wissen, wovon er spricht – mit seiner Firma steht er im Impressum der offiziellen Website. ZAPP zitiert ihn auch mit der Aussage, er selbst und Brüggemann hätten die Videos in Berlin, München und Wien gedreht und schließlich geschnitten. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland schreibt, der Regisseur habe die meisten der Clips gedreht. Rund zwei Dutzend der Videos, in denen vorwiegend in Berlin lebende Schauspieler:innen auftreten, wurden nachvollziehbar im selben Raum gedreht. Der Wahlberliner Brüggemann räumt grundsätzlich ein, Schauspieler:innen ermuntert zu haben, bei „#allesdichtmachen“ mitzumachen, auch gibt er zu, mehr als nur sein eigenes Video gedreht zu haben – auch wenn nicht sämtliche in Berlin entstandene Videos von ihm gedreht worden seien, etwa weil manche sich selbst mit dem Handy aufgenommen hätten. Auch die Texte, welche die Schauspieler:innen vortragen, stammen teilweise aus seiner Feder. „Irgendwelche Leute haben Textfetzen in die Runde geworfen, dann haben andere Leute was dazu geschrieben“, sagt Brüggemann. Er habe nicht Buch geführt, welchen Text er geschrieben habe und welchen nicht, betont aber: „Ich als Autor und Regisseur bin natürlich in der Lage, etwas dazu beizutragen.“ (…) Auf dem Soundcloud-Profil mit dem Namen „Noisy Nancy“ fand sich ein Song, der mit den folgenden Zeilen beginnt: „Steckt euch euren Polizeistaat in den Arsch, steckt euch eure Maskenpflicht in den Arsch, steckt eure Abstandsregeln in den Arsch, steckt euch eure Hygienemaßnahmen in den Arsch.“ „Noisy Nancy“ ist ein kaum bekanntes Projekt, hinter dem niemand sonst steckt als Dietrich Brüggemann. Bei der Musik handelt es sich offenbar um ein auf „Querdenken“-Demos beliebtes Lied, das er neu aufgelegt hat. Seit seine Autorenschaft bekannt wurde, hat jemand den Track von der Musikplattform Soundcloud entfernt.

via netzpolitik: allesdichtmachen – Auf die Fresse

MJK 69237 Dietrich Brüggemann (Medienboard Party 2020).jpg
Von Martin Kraft – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 4.0, Link

https://twitter.com/alvar_f/status/1386310387218456577

Santa Fe man charged in #Capitol riot

Among photographs Santa Fean Matthew Martin provided to the FBI were selfies of him wearing a Trump face mask on the National Mall near the Capitol on Jan. 6. A Santa Fe man faces federal charges after allegedly participating in the January riot at the U.S. Capitol, according to a criminal complaint filed Thursday in federal court. Matthew Martin, 42, faces multiple charges, including knowingly entering or remaining in any restricted building or grounds without lawful authority; disorderly conduct that impedes the conduct of government business; and parading, demonstrating or picketing in the Capitol buildings. Cellphone records show Martin’s phone was in the area at the time of the Jan. 6 incident, according to a complaint filed by FBI Agent Travis Taylor. On Jan. 20, Martin went to a local FBI office and confessed to being in the crowd that illegally entered the U.S. Capitol, the complaint states. He told the FBI that “after reading then-President [Donald] Trump’s tweets regarding the election being stolen,” he decided to fly to Washington, D.C., to attend a protest. During the riot, Martin said, Capitol guards opened the doors and he entered the Capitol along with a crowd of other people. But he “realized later” the protests were worse than he thought and came back home to New Mexico. Martin provided the FBI with receipts from his flights, along with photographs and videos he took Jan. 6, the complaint states. Some of those photos included selfies of Martin wearing a Trump face mask on the National Mall near the Capitol, the complaint states. He was also captured on surveillance footage from the event. Martin isn’t the only New Mexico man to be charged in the riot. On April 7, Shawn Bradley Witzemann of Farmington faced similar criminal charges, but court records indicate his case was terminated Wednesday in U.S. District Court for the District of Columbia.

via santafenewmexican: Santa Fe man charged in Capitol riot

2021 storming of the United States Capitol 03.jpg
By Tyler Merbler – <a rel=”nofollow” class=”external free” href=”https://www.flickr.com/photos/37527185@N05/50812566861/”>https://www.flickr.com/photos/37527185@N05/50812566861/</a>, CC BY 2.0, Link