Weibliche KI-Influencer Fake-Selfie mit Merz verbreitet sich online

Im Netz kursiert ein Selfie, das den Eindruck erweckt, Merz habe sich gemeinsam mit einer jungen AfD-Sympathisantin fotografiert. Doch es ist KI-generiert und steht exemplarisch für das Phänomen weiblicher KI-Personas. “Hab ihn geprankt”, steht unter einem Bild, das eine junge AfD-Sympathisantin mit Bundeskanzler Friedrich Merz zeigen soll. “Er hat nicht gesehen welches Shirt ich drunter hab”, heißt es im Text auf dem Selfie, das unter anderem auf Instagram, TikTok und X verbreitet wurde. Die Frau auf dem Bild mit Merz öffnet ihre Kapuzenjacke halb, so dass ein T-Shirt zu sehen ist. Darauf: ein blaues Herz und die Aufschrift “Sei schlau, wähle blau” und der rote Pfeil des AfD-Logos. Ein weiteres Bild der Frau soll sie in einer ähnlichen Situation mit Merz im Bundestagsgebäude zeigen. Die Frau steht im Hintergrund, trägt dasselbe T-Shirt und eine Kappe mit dem AfD-Logo. Im Vordergrund steht der Bundeskanzler, der sich mit zwei anderen Männern im Anzug unterhält. Auf dem Bild steht: “Danach wurde ich zwar entdeckt und rausgeworfen aber es hat sich gelohnt”. Vor allem das Selfie verbreitet sich im Netz stark. So teilt das Selfie beispielsweise auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Rainer Rothfuß zur Wahl in Rheinland-Pfalz auf seiner Facebook-Seite. Doch eine Überprüfung beider Bilder ergibt, dass sie KI-generiert sind oder mithilfe von KI manipuliert worden sind. Auch die Frau ist keine authentische Person, sondern KI-generiert.Unstimmigkeiten deuten auf KI-Erstellung hinEine Bilderrückwärtssuche führt zu keiner ursprünglichen, verlässlichen Quelle. Das Bild von Merz im Gespräch mit den anderen Männern ließ sich so oder so ähnlich in keiner Bild-Datenbank finden und verschiedene KI-Detektionstools weisen bei beiden Bildern eine hohe Wahrscheinlichkeit aus, dass KI verwendet wurde.Bei genauerer Betrachtung sind Fehler und Auffälligkeiten in den Bildern zu erkennen. Auf der Stirn von Merz ist etwa ein Leberfleck zu erkennen, den er in der Realität nicht hat, wie ein Vergleich mit verifizierten Fotos zeigt.Auch stimmen Details des Brillengestells nicht überein. Auf Fotos ist an Merz Brille eine durchgehende helle Linie zwischen Rahmen und Bügel erkennbar. Auf dem vermeintlichen Selfie sind auf einer Seite keine Linie, sondern zwei Punkte zu sehen.

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TRANSVESTIGATION “Männlicher Kiefer”, “breiter Hals”: Wie prominente Frauen verleumdet werden

Rechte Influencer behaupten, bekannte Frauen seien in Wahrheit keine – zunehmend auch auf reichweitenstarken Plattformen. Eine Betroffene, Brigitte Macron, wehrt sich mit aller Kraft dagegen. Bei der einen ist der Kiefer zu “männlich”, bei der anderen der Hals zu breit, bei einer dritten wiederum wird ein scheinbar “männlicher Körperbau” angemerkt, bei einer vierten angezweifelt, ob sie überhaupt je schwanger war mit ihren drei tatsächlich existierenden Kindern: “Transvestigation” heißt eine beliebte Verschwörungserzählung der neuen Rechten. Dabei werden Fotos von Frauen ob ihrer anatomischen Details auf Social-Media-Plattformen diskutiert. Das ist für sich schon widerlich übergriffig, aber Sinn und Zweck der Aktion sind in diesem Fall, den betreffenden Frauen ihre Weiblichkeit abzusprechen und sie mithilfe pseudowissenschaftlicher Scheinargumente auf “männliche” Körpereigenschaften zu untersuchen. Die “Erkenntnis”, die darauf folgt: Viele berühmte Frauen seien in Wirklichkeit trans. Darauf folgt dann eine Verschwörungserzählung namens “Elite Gender Inversion”, die sich so zusammenfassen lässt: Alle berühmten Personen seien insgeheim Teil einer Verschwörungsgruppe, deren Mitglieder im Rahmen einer Art ritueller Initiation transgender werden. Diese Erzählung ist gleichzeitig frauenfeindlich, transfeindlich, teils antisemitisch und vermischt sich oftmals auch noch mit Pädophilie-Fantasien, wie die “Bildungsstätte Anne Frank” in Frankfurt am Main kürzlich in einem sehr informativen Post zusammengefasst hat. Frauen sollen durch die Behauptung, als Mann geboren worden und in Wahrheit homosexuell zu sein, beschämt werden. Vertreter dieser Verschwörungstheorie sind nicht nur, aber hauptsächlich in der amerikanischen rechtsextremen Szene zu finden, meist mischen sie sich munter mit Flat-Earth-Gläubigen und Weltverschwörungsjüngern. Ziel der Attacken sind vor allem prominente Frauen. Michelle Obama, Taylor Swift, Margot Robbie, Lady Gaga, Serena Williams, Neuseelands Ex-Premierministerin Jacinda Ardern und Frankreichs Première Dame Brigitte Macron waren dem bereits ausgesetzt. Prominente selbstbewusste und erfolgreiche Frauen, die nach der Erzählung “alternativer” rechter Medien allesamt dem “linken” Politspektrum zugerechnet werden. Neu ist, dass auch weibliche Ikonen der rechten Szene nicht davor gefeit sind: etwa die Schauspielerin Sydney Sweeney und die ultrarechte Aktivistin Erika Kirk. Die extreme Rechte sieht Frauen grundsätzlich in einer “dienenden” Funktion, dem Mann untergeordnet. Nun werden Aktivistinnen wie Kirk zwar für die Verbreitung dieser Botschaft gebraucht, gleichzeitig aber für ihre exponierte Stellung in der Öffentlichkeit verachtet. Die “Bildungsstätte Anne Frank” hat auch nachgezeichnet, wie sich hier verschiedene mediale Ebenen mischen und die Erzählung überspringt: Die Verfechter der Transvestigation seien ursprünglich in Foren wie 4chan und 8kun, sowie in eigenen Foren wie Kiwi Farms aktiv gewesen. Inzwischen tummeln sie sich aber auch auf gängigen Social Media Plattformen wie TikTok, X, Instagram und YouTube. Das liege daran, argumentiert das Bildungszentrum, dass Meta die Hassrede-Richtlinien im Jänner 2025, quasi als Einstandsgeschenk für den wiedergewählten US-Präsideten Donald Trump, aufgeweicht hat. Seither ist es in den USA legitim, queere Menschen als geistig krank zu bezeichnen, der Spielraum für die bösartige Transvestigation-Erzählung hat sich dadurch deutlich erweitert. Der Frankreich-Korrespondent der Zeit hat kürzlich den juristischen Leidensweg von Brigitte Macron, die gegen die Gerüchte um sie gerichtlich vorging, detailliert nachgezeichnet und im Podcast “Die Zeit Verbrechen” erzählt. Aufgebracht hat die Verschwörungserzählung, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden, eine Französin namens Natacha Rey, die sich selbst als “unabhängige Journalistin” bezeichnet und sich auf rechten Plattformen tummelt. Rey behauptete erstmals 2021 im rechtsextremen französischen Magazin Faits et Documents, Brigitte Macron sei in Wahrheit ihr älterer Bruder Jean-Michel Trogneux. Die Hellseherin Amandine Roy verbreitete dies in einem viral gehenden YouTube-Interview mit Rey.

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Was AfD intern die «Mobbing Squad» nennt – und wie sie auf Staatskosten arbeitet

Staatlich finanzierte Mitarbeiter der AfD sollen systematisch Online-Kampagnen gegen politische Gegner und parteiinterne Kritiker führen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf parteiinterne Quellen und Chat-Protokolle. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen zwei weitere AfD-Landtagsabgeordnete in Niedersachsen wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung. AfD-Politiker Rüdiger Lucassen hatte die Praxis öffentlich gemacht. Über anonyme Accounts, die ihn attackierten, schrieb er auf X: «Da sind aber auch viele anonyme Accounts, die gegen mich zu Felde ziehen, von denen wir aber beide (teils sehr genau) wissen, bei wem sie auf der Partei-Payroll stehen.» Parlamentarische Mitarbeiter werden vom Staat finanziert und dürfen laut Gesetz ausschließlich für parlamentarische Arbeit eingesetzt werden – nicht für Wahlkampf oder Online-Trolling. Ein Landtagsabgeordneter bestätigte der Zeitung: «Mitarbeiter werden ganz bewusst eingestellt, damit sie in Kreisverbänden Stimmung für einen Abgeordneten machen oder im Internet positiv kommentieren und Beiträge teilen.» Interne “Mobbing Squad” Erik Ahrens, ehemaliger Berater von AfD-Politiker Maximilian Krah, beschrieb gegenüber der Zeitung eine organisierte Gruppe: «Es gibt eine Clique, die nennen sich ‘die Mobbing Squad’, die mobben AfD’ler, die sie für nicht radikal genug halten.» Patrick Kolek, der auch unter dem Namen “Wuppi” bekannt ist und als Berater für AfD-Politiker arbeitet, ist an der Identifizierung anonymer Accounts beteiligt. Er erklärte: «Das sind ganz einfach politische Leute, die sammeln sich an. Je mehr Leute vor den Bus geworfen werden durch unsere aktuelle politische Lage, desto mehr werden sie. Ich sehe da eine sehr organische Entwicklung.» Chat-Logs aus der Gruppe “Kontaktschuldzentrale” zeigen laut FAZ die Planung einer Rufmordkampagne gegen Krah.

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siehe auch: TROLLENDE AFD-MITARBEITER: Mobbing auf Staatskosten? AfD-Abgeordnete sollen Parlamentsmitarbeiter beauftragt haben, Parteifreunde zu terrorisieren. Eingeweihte sagen: Das ist in der AfD so üblich.

How MI5 foiled a Tesco worker’s plan for mass gun attack

Alfie Coleman immersed himself in extreme far-right material online When Alfie Coleman collected a gun and 188 rounds of ammunition from the boot of a Land Rover, his fantasy was within touching distance. To the outside world, he presented as a normal teenager who enjoyed gaming and worked at his local Tesco supermarket in Great Notley, Essex. But he was also a white supremacist who, behind the closed door of his bedroom, had been plotting to use explosives, knives and a gun to cause mass terror – which included targeting the home of the Lord Mayor of London. Coleman has been convicted of preparing terrorist acts following a retrial at the Old Bailey, after jurors in his first trial failed to secure a verdict. How close did he come to executing his plan? ‘Silent killing’ One month into the UK’s Covid-19 lockdown in 2020, Coleman, then 15, saved a document to his iPad. It was a copy of a book written by an American neo-Nazi in the 1980s. While not illegal to own, it was the first in a series of texts that appeared to radicalise the teenager. Met Police Police found an air rifle inside Coleman’s bedroom By November 2021, Coleman possessed 10 illegal documents of terrorist material. They included guides to explosives and “silent killing”, one of which featured a paragraph on how to use a garrote. Meanwhile, Coleman was retreating deeper into his bedroom, cutting contact with his family and friends in self-imposed isolation accelerated by the pandemic. But online, he was much more forthcoming. “[I am] a 17-year-old proud white European,” he wrote in an email, applying to join white supremacist movement Patriotic Alternative in July 2021. He told the far-right group he “would like to start participating in activism” and attached a photograph to prove his white ethnicity. (…) Posting on “arms traffic” group chats, he said: “Original iron needed (automatic, if u have) pm me asap” – stressing his desire for an automatic weapon. He also discussed Dylann Roof and Anders Breivik – both neo-Nazis who carried out mass killings – with a covert police officer. In other messages, he glorified far-right extremist Thomas Mair, who murdered the Batley and Spen Labour MP, Jo Cox, in 2016. “What about Jo Cox? These [people] are not gods everyone bleeds no matter who you are,” Coleman wrote. He criticised others who did not agree with his views, adding: “I’m sick and tired of people not wanting to do what must be done.”

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Sie eint der Schwulenhass: Junge Neonazis verbünden sich mit migrantischen Jugendlichen

In Brandenburg fingieren Jugendbanden über Datingapps Treffen mit schwulen Männern, um sie auszurauben und zu misshandeln. Experten warnen vor ungewöhnlichen Allianzen. Einem ihrer Opfer haben sie das Gesicht „zertrümmert“. Es ist der Richter des Landgerichts Frankfurt (Oder), der diese drastischen Worte in seiner Urteilsverkündung wählt, um deutlich zu machen, was die Jugendlichen und Heranwachsenden auf der Anklagebank vor ihm verschiedenen schwulen Männern in Brandenburg angetan haben. „Der wird nicht wieder. Da ist alles kaputtgegangen, was kaputtgehen konnte“, führt der Vorsitzende Sören Schrade aus. Selbst Freunde hätten den völlig entstellten Mann nach der Tat nicht mehr wiedererkannt. Am Mittwoch endete in Frankfurt (Oder) ein Gerichtsverfahren, das wegen des Alters der Angeklagten größtenteils hinter verschlossenen Türen stattgefunden hat. Sieben junge Männer, zwischen 16 und 20 Jahren, Deutsche, Syrer und Tschetschenen. Im Sommer 2025 soll die Jugendbande in fünf verschiedenen Fällen homosexuelle Männer über Dating-Apps in die Falle gelockt haben. Statt eines Dates erwartete die Opfer rohe Gewalt. Die Täter raubten die schwulen Männer nicht nur aus, sondern misshandelten und verhöhnten sie. So seien die Opfer verächtlich als „Schwuchtel“ beleidigt worden. In einigen Fällen seien die verängstigten Männer zum Tanzen aufgefordert worden. Die Bande filmte die Szenerie. Dann hagelte es Tritte und Schläge. Es sind Schilderungen, die weniger an die brandenburgische Provinz, als an Zustände in Putins Russland erinnern. Eine Masche, die man aus Russland kennt Schon vor Jahren gab es dort Berichte über sogenannte „Fake Dates“ als Mittel von homofeindlichen Gruppierungen, queere Menschen in eine Falle zu locken. Die Masche ist denkbar simpel: Die Täter erstellen über Dating-Apps gefälschte Profile, verabreden sich zu Treffen, um ihre Opfer schließlich zu quälen und zu erniedrigen. So wie zuletzt immer häufiger in Brandenburg. Die „Märkische Oderzeitung“ berichtet auf Basis einer Anfrage an die brandenburgische Generalstaatsanwaltschaft, dass es in fast allen märkischen Regionen Taten dieser Art gebe und die Gesamtzahl der Verfahren im niedrigen zweistelligen Bereich liege. Allein im Einzugsbereich der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) seien zwischen September 2024 und Februar dieses Jahres 22 Strafverfahren mit ebenso vielen Opfern eingeleitet worden, schreibt die Zeitung. Die 29 Beschuldigten seien allesamt Minderjährige oder Heranwachsende. (…) „Wir beobachten an einzelnen Orten in Ostbrandenburg ein für uns neues Phänomen, dass sich Jugendliche zusammentun, bei denen das auf den ersten Blick gar nicht passt, nämlich junge Neonazis und Jugendliche mit Migrationsgeschichte“, stellt auch Anne Brügmann vom Verband „Opferperspektive“ im Gespräch mit dem Tagesspiegel fest. Beim Thema Queerfeindlichkeit gebe es Schnittmengen bei den Jugendlichen, alle anderen „Widersprüche“ würden offenbar dafür „zurückgestellt“.

via tagesspiegel: Sie eint der Schwulenhass: Junge Neonazis verbünden sich mit migrantischen Jugendlichen

Propaganda im Irankrieg – Mit den eigenen Waffen geschlagen

Mit KI-Clips im Lego-Stil erreichen iranische Botschaften ein Millionenpublikum. Die Machart zeigt ein tiefes Verständnis amerikanischer Popkultur. US-Präsident Donald Trump beugt sich über die Epstein-Akten. Auf seiner Stirn stehen Schweißperlen. Neben ihm steht Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, beide als Lego-Figuren, mit starrem Lachen. Hinter ihnen ein roter Teufel mit einem Kelch in der Hand. Kurz darauf hebt eine Rakete mit amerikanischer Flagge ab. Die Szene soll vom Beginn des Irankrieges erzählen. Explosionen folgen, Städte brennen. Eine Hand drückt einen roten Knopf. In einer Kommandozentrale stehen iranische Offiziere um eine Karte. Dann kippt das Geschehen. Raketen und Drohnen schlagen in Städten am Golf und in Israel ein. Die Ölpreise steigen. Amerikanische Soldaten kehren in Särgen zurück. Die Videos erreichen ein Millionenpublikum Die Botschaft dieser Videos ist eindeutig. Wer Iran angreift, wird verlieren. Die Clips verbreiten sich rasant im Netz und erreichen ein Millionenpublikum. Seit Wochen kursieren sie in sozialen Medien, oft unterlegt mit eingängigen Rap-Songs. Auch regierungsnahe iranische Medien teilen die Videos. Sie wirken spielerisch und unwirklich. Tatsächlich sind sie Teil einer gezielten Erzählung. „Die politischen Botschaften in den Videos sind ebenso unverblümt und karikaturhaft wie die kantigen Lego-Figuren“, schreibt das US-amerikanische Magazin The New Yorker. In einem Artikel rekonstruiert das Blatt, wie ein Animationsstudio die Videos mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt hat. Unter dem Namen „Explosive Media“ veröffentlichte der Kanal auf Youtube schon vor dem Krieg politische Clips mit antiwestlicher Stoßrichtung. Kaum jemand sah sie. Erst mit den Lego-Figuren erreicht die Gruppe ein Massenpublikum. Dass diese Clips so schnell ein Publikum finden, hat auch mit der Art zu tun, wie Kriege heute erzählt werden. Konflikte lassen sich nahezu in Echtzeit verfolgen. Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Produktion von Videos gehört längst zur psychologischen Kriegsführung. Studio kennt die amerikanische Popkultur „Menschen wenden sich teilweise von einigen der realen Konfliktinhalte ab und suchen nach etwas, das das Geschehen schnell verdichten kann“, sagt der Experte Moustafa Ayad dem US-Magazin Wired. „Genau das leisten diese Lego-Videos.“ Sie zeigen die iranische Perspektive und greifen zugleich die politische Unzufriedenheit in den USA auf. Dem Magazin zufolge hat „Explosive Media“ ein tiefes Verständnis amerikanischer Popkultur. Verbreitet werden die Clips auch durch offizielle Kanäle, etwa von Irans diplomatischen Vertretungen. Auch staatsnahe iranische und russische Medien teilen sie, ebenso Influencer mit Verbindungen zu den mächtigen Revolutionsgarden und großer Reichweite. Dennoch beteuert die in Iran ansässige Gruppe in mehreren Interviews, nicht mit der Führung in Teheran verbunden zu sein. Die BBC will aber einen der Macher gesprochen haben, der zugab, dass das iranische Regime ein „Kunde“ des Studios „Explosive Media“ sei.

via taz: Propaganda im Irankrieg Mit den eigenen Waffen geschlagen

siehe auch: Iranischer AI-Spott Vom Trigger zum Ohrwurm Im Lego-Animationsstil das Weiße Haus verspotten: Im Netz verbreiten sich iranische Videos mit politischen Botschaften fürs westliche Publikum. Triggern war das Zauberwort des vergangenen Jahrzehnts. Ohne starke Affekte keine Reaktion, ohne Reaktion keine Sichtbarkeit. Dieses Prinzip hat sich so tief in die Logik sozialer Medien eingeschrieben, dass es längst auch für politische Propaganda professionalisiert wurde. Die US-amerikanischen „Meme Warriors“ setzten dabei bislang auf Masse: so viel Slop produzieren, dass sich einige wenige starke Inhalte schon durchsetzen werden. Auf den Kanälen des Weißen Hauses kursierten seit Trumps zweiter Präsidentschaft unzählige KI-Videos – von ASMR-Deportationen über „Trump Gaza“ bis hin zu einem jüngeren viralen Video, in dem iranische Bowlingkegel schwungvoll von einer US-Kugel abgeräumt werden. Strike! Doch eine gewisse Übersättigung hat sich eingestellt. Und die bemerkenswerteste, wenn auch bedrohlichste Antwort darauf kommt nicht aus Washington, sondern aus Teheran. Propaganda mit Lego-Gesicht Die im Netz gerne so genannten „Lego Diss Tracks“ von @AkhbarEnfejari sind vollständig mit KI produziert und werden auf allen Plattformen verbreitet. Von Youtube und Instagram wurden sie bereits gesperrt. Im Lego-Animationsstil vermitteln sie meist in längeren, erzählerischen Filmen politische Botschaften: Lego-Iraner freuen sich über Raketen, die auf Tel Aviv zufliegen. Der Krieg gegen Iran wird als Ablenkung von den Epstein-Files dargestellt, während man die iranischen Militäraktionen zur Rache erklärt: für das Leid der amerikanischen Ureinwohner, der vietnamesischen Zivilbevölkerung, der Palästinenser in Gaza. Das macht schon deutlich: Adressiert werden damit gezielt westliche Zuschauer – Pro-Palestine-Aktivisten, Verschwörungsgläubige, Trump-Kritiker. Was diese Videos von bisherigem Propaganda-Slop unterscheidet, ist nicht allein der Aufwand – laut einem Interview des Tech-Journalisten Kyle Chayka arbeitet das Produzententeam mindestens 24 Stunden an einem einzigen zweiminütigen Clip (das ist im Zeitalter von KI und der extrem beschleunigten Reaktionskultur erstaunlich lang). Es ist das Format selbst. Die Videos wirken nicht wie Propagandafilme, die mit Musik unterlegt sind, sondern wie Musikvideos mit Propaganda-Inhalt. Die ebenfalls mit KI-Unterstützung produzierte Musik, meist Rap, strahlt Härte, Trotz, Selbstermächtigung aus. In Reaction-Videos sieht man dann Menschen mitwippen, mitsingen – manchmal wegen, manchmal trotz des politischen Inhalts. Wie man es sonst von BTS oder Taylor Swift kennt, gibt es für die Videos Teaser, die Vorfreude, Spekulationen und Hypes erzeugen sollen, aufwendige Ikonografien mit präzise ausgewählten Anspielungen.

„Chef eines Bundeswehrkommandos“ – Lebenslauf von AfD-Verteidigungspolitiker wirft Fragen auf – #LügenAfD

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Heinrich Koch beansprucht für sich „36 Dienstjahre in der Bundeswehr“ und nannte sich „Oberstleutnant außer Dienst“. Doch eine Recherche zu seinem militärischen Engagement nach dem Grundwehrdienst offenbart anderes. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Heinrich Koch macht in seinem Lebenslauf auf seiner eigenen sowie der Bundestags-Website und auf seinen Kanälen in den sozialen Medien mehrere irreführende Angaben zu seiner Karriere in der Bundeswehr. Dies zeigt eine WELT-Recherche für den „Politico“-Podcast „Inside AfD“. Demnach suggeriert der 64-Jährige durch seine Angaben eine jahrzehntelange aktive Dienstzeit sowie durchgehende militärische Tätigkeit in der Bundeswehr. Auf der Bundestags-Website schreibt der Verteidigungspolitiker über sich selbst: „Seit 1981 Bundeswehrzeit, Offiziersausbildung, heute Oberstleutnant. Chef eines Bundeswehrkommandos befasst mit der zivil-militärischen Verteidigung.“ Auf seiner eigenen Website schreibt er: „Im Rahmen meiner Bundeswehrzeit (1981 bis dato) wurde ich zum Offizier ausgebildet und habe bis heute den Dienstgrad Oberstleutnant (A15).“ Die Besoldungsstufe nennt er auch in Kürschners Volkshandbuch, in dem auf Grundlage einer Abfrage bei den Abgeordneten deren Kurzbiografien vorgestellt werden. Tatsächlich war Koch seit dem Grundwehrdienst zwischen Juli 1981 und September 1982 ausschließlich neben seinem zivilen Berufsleben als Reservist tätig, wie die von der Bundeswehr bestätigte Recherche von „Inside AfD“ zeigt. Demnach absolvierte er seine Ausbildung zum Offizier über die Reserveoffizieranwärter-Laufbahn. Nach den Angaben der Bundeswehr wurde Koch 1986 zum Leutnant der Reserve und 2004 zum Oberstleutnant der Reserve ernannt. Etwa im Juni 2025 wurde auf Kochs Facebook- und Instagram-Seite ein Posting zur Einführung des Nationalen Veteranentags veröffentlicht. „Als Oberstleutnant a.D., mit 36 Dienstjahren bei der Bundeswehr, begrüße ich diesen wichtigen Schritt ausdrücklich“, heißt es darin. Erneut erweckt Koch damit den Eindruck einer jahrzehntelangen aktiven und regulären militärischen Laufbahn.

via welt: „Chef eines Bundeswehrkommandos“ – Lebenslauf von AfD-Verteidigungspolitiker wirft Fragen auf