Führer-Sehnsucht, Hass auf Juden: Der Anteil der Menschen in Deutschland mit einem Faible für rechtsextreme Ideologien wächst. Vor allem bei den Jungen. Immer mehr Menschen in Deutschland sind einer neuen Untersuchung zufolge offen für rechtsextreme Ideologien. Ihr Anteil stieg zwischen 2021 und 2025 von 21,8 Prozent auf 29,6 Prozent an, wie aus dem vom Bundeskriminalamt (BKA) koordinierten Bericht »Motra-Monitor«  hervorgeht. Um die Einstellungen zu messen, hatten die Forscherinnen und Forscher des Motra-Verbunds den Teilnehmern der repräsentativen Befragung zehn verschiedene Aussagen vorgelegt, zu denen sie sich positionieren sollten. Dazu zählen Aussagen wie »Ein Staat sollte einen Führer haben, der das Land zum Wohle aller mit starker Hand regiert« und »Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss«. Motra steht für »Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung«. Es ist ein Forschungsverbund, den die Bundesministerien für Bildung und Forschung, Inneres und Heimat sowie Familie fördern. Er erforscht das Radikalisierungsgeschehen in Deutschland, seine Hintergründe und Entwicklungen. Manifest rechtsextreme Einstellungen finden sich deutlich häufiger bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau. Bei Befragten, die maximal einen Hauptschulabschluss erreicht haben, lag der Anteil derjenigen, die solche Ansichten vertreten, 2025 bei 11,1 Prozent. Unter Menschen mit Abitur waren es 1,4 Prozent.

via spiegel: BKA-Studie Immer mehr Menschen offen für rechtsextremes Gedankengut

siehe auch: MOTRA-Monitor 2024/25 Der vorliegende Monitor des MOTRA-Forschungsverbunds beschreibt das Radikalisierungsgeschehen in Deutschland in einer Phase anhaltender gesellschaftlicher Verunsicherung: Es vermittelt sich ein Bild einer Stabilisierung auf kritisch hohem Niveau, ohne dass bislang von einer Trendumkehr gesprochen werden kann. Während manifest extremistische Einstellungen insgesamt nicht weiter anwachsen, nimmt die Offenheit gegenüber autoritären, antisemitischen und demokratiefeindlichen Deutungen weiter zu, insbesondere in jüngeren Bevölkerungsgruppen. Parallel dazu erreichen Politisch motivierte Kriminalität, Hasskriminalität und Angriffe auf Amts- und Mandatstragende neue Höchststände, auch wenn schwere Gewalt weiterhin die Ausnahme bleibt. Der Band zeigt, wie sich gesellschaftliche Konflikte in digitalen Öffentlichkeiten, in Einstellungen und schließlich im Handeln verdichten, und macht zugleich deutlich, dass einer pro-demokratischen Mehrheit eine kleine, aber zunehmend entgrenzte radikale Minderheit gegenübersteht.