Fall #Aslan: Widerruf des #Lehrauftrags rechtswidrig – #1312 #polizeiproblem #meinungsfreiheit

Das Oberverwaltungsgericht hat mit heute zugestelltem Beschluss vom 15.12.2023 die Beschwerde des Landes Nordrhein-Westfalen im Verfahren der nebenamtlichen Hochschuldozentin Bahar Aslan zurückgewiesen. Es ist wie bereits das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen der Auffassung, dass der Widerruf des Lehrauftrags, den die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) Frau Aslan erteilt hatte, rechtswidrig ist.  Die Antragstellerin ist beamtete Lehrerin im Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen und nimmt seit 2022 nebenamtlich Lehraufträge an der HSPV NRW für die Lehrveranstaltung “Interkulturelle Kompetenz” wahr. Am 20.05.2023 postete sie auf X (vormals Twitter) eine Kurznachricht, in der es heißt: “Ich bekomme mittlerweile Herzrasen, wenn ich oder meine Freund*innen in eine Polizeikontrolle geraten, weil der ganze braune Dreck innerhalb der Sicherheitsbehörden uns Angst macht”. Die Hochschule widerrief darauf den bereits erteilten Lehrauftrag für den Zeitraum vom Januar 2024 bis zum April 2024. Die Antragstellerin hatte mit einem hiergegen gerichteten Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Erfolg. Die daraufhin erhobene Beschwerde des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Oberverwaltungsgericht nunmehr zurückgewiesen. (…) Der Beschluss ist unanfechtbar. Aktenzeichen: 6 B 1034/23 (VG Gelsenkirchen 4 L 1374/23)

via ovg nrw: Fall Aslan: Widerruf des Lehrauftrags rechtswidrig

Bilanz zum Hannibal-Netzwerk : Warten auf „Tag X“

Die rechtsextreme Gruppe Nordkreuz und das Hannibal-Netzwerk – eine Bilanz nach sechs Jahren Recherche. Das Ende einer der größten Rechtsextremismusaffären im deutschen Sicherheitsapparat könnte ein vierseitiger Strafbefehl sein. Ausgestellt hat ihn das Amtsgericht Ludwigslust im Frühjahr 2023, der Empfänger war ein Mann, der zusammen mit anderen Feindeslisten angelegt, Leichensäcke besorgt und Zehntausende Schuss Munition gehortet haben soll. Dieser Mann muss, so schreibt ihm das Amtsgericht, 50 Tagessätze zu je 100 Euro zahlen – eine Geldstrafe, die so niedrig ist, dass er sogar weiterhin Waffen besitzen dürfte. Der Mann heißt Haik J. Als die Ermittlungsbehörden auf ihn aufmerksam werden, ist er Kriminalpolizist in Mecklenburg-Vorpommern und in der AfD aktiv. Das war im Jahr 2017. In jenem Sommer, am 28. August 2017, durchkämmen Be­am­t:in­nen des Bundeskriminalamts in der Morgendämmerung seine Wohnung und sein Auto in einer Kleinstadt in Westmecklenburg. Sie suchen nach Hinweisen darauf, warum er, ein Polizist, sich auf einen „Tag X“ vorbereitete – mithin auf einen Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Und was hat es mit der Sammlung von Daten, Adressen aus dem politisch linken Lager auf sich, die der ehemalige Elitepolizist gemeinsam mit einem Anwalt aus Rostock angelegt haben soll? Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Haik J. und den Anwalt damals, einen Terrorakt vorbereitet zu haben. In einer Pressemitteilung schreiben die Karlsruher Strafverfolger: „Darüber hinaus sollen die Beschuldigten den von ihnen befürchteten Krisenfall als Chance gesehen haben, Vertreter des politisch linken Spektrums festzusetzen und mit ihren Waffen zu töten.“ (…) Damals war er Mitglied einer Gruppe, die sich monatelang auf den „Tag X“ vorbereitete. Gemeinsam trainierten Polizisten, Bundeswehrreservisten, Männer mit Jagdscheinen, AfD-Mitglieder, Behördenmitarbeiter, wie man Wasser filtert oder kommuniziert, wenn Telefon und Internet nicht mehr funktionieren. Sie legten Vorräte an und beschlossen, sich im Fall der Fälle in einer verlassenen DDR-Ferienhaussiedlung zu verschanzen. Durch die Razzia im August 2017 fliegt die Gruppe auf. Sie wird als „Nordkreuz“ bekannt. Erst viel später wird klar, dass es überall in Deutschland solche Gruppen gibt, in denen Männer und Frauen an den nahenden Zusammenbruch des demokratischen Rechtsstaats glauben – oder ihn womöglich mit Gewalt selbst herbeiführen wollen – und dafür auch mit Waffen trainieren. Die Er­mitt­le­r:in­nen des Bundeskriminalamts finden damals im Auto von Haik J., in seinem Wohnzimmer und auf seinem Dachboden 3000 Schuss Munition und eine Waffenlampe, eine Art Scheinwerfer für Pistolen, die Privatpersonen nicht besitzen dürfen. Um es vorwegzunehmen: Das Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft gegen Haik J. und einen Mitbeschuldigten wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat nach Paragraf 89a Strafgesetzbuch wurde im Winter 2021 eingestellt. In dem Strafbefehl für Haik J. vom Frühjahr 2023 werden Feindeslisten und der „Tag X“ nicht erwähnt, stattdessen geht es nur um die Munition und den Waffenaufsatz.

via taz: Bilanz zum Hannibal-Netzwerk :Warten auf „Tag X“

Pro-CCP network ‘Spamouflage’ weaponizes Gaza conflict to spread anti-US sentiment

For at least the past five years, a persistent online influence campaign linked to the Chinese Communist Party (CCP) has sought to capitalise on world events to promote anti-American and pro-CCP narratives. In the months since the Israel-Hamas conflict began, the campaign has pivoted to incorporate the unfolding conflict into its broader narrative universe. Commonly referred to as Spamouflage, this years-long campaign has become infamous among researchers for both its sprawling size and its consistent failure to achieve any meaningful impact.   In April 2023 the US Department of Justice unveiled charges against 34 employees of the Chinese Ministry of Public Security for their participation in what is likely to be the Spamouflage campaign. The individuals charged allegedly worked for a central taskforce based in Beijing, known as the 912 Special Project Working Group. From there, they were coordinating propaganda units around the country to pump out propaganda targeting US and international audiences using fake accounts on Western social media platforms. At the end of August 2023, Meta removed 7,704 Facebook accounts, 954 Facebook pages, 15 Facebook groups and 15 Instagram accounts linked to Spamouflage. This amounted to the largest ever single takedown on Meta platforms. It is not clear whether there were concurrent takedowns on X, previously known as Twitter, or on YouTube, both platforms on which Spamouflage is also very active (Google’s Threat Analysis Group tracks Spamouflage under the name ‘Dragonbridge’, but these are the same campaigns). This enormous takedown meant that Spamouflage was still in a rebuilding phase on Facebook in October and November 2023. Spamouflage has been the target of mass takedowns across multiple platforms multiple times; these takedowns rarely if ever succeed in removing all of their accounts, or in preventing them from reestablishing their presence. After the August takedown on Facebook, Spamouflage appears to have fallen back on accounts which may have flown under Meta’s radar, such as accounts which were active in early 2023 but not active in later months leading up to August. The campaign also began creating new accounts, for example a series of accounts using AI-generated women’s faces as profile pictures.

via isdglobal: Pro-CCP network ‘Spamouflage’ weaponizes Gaza conflict to spread anti-US sentiment

Rechte alternative Medien – #Eskalationspresse

Sogenannte alternative Medien bekommen in Deutschland ein immer größeres Publikum. Mit Berichterstattung hat ihre Arbeit häufig aber nichts zu tun. Stattdessen werden starke Meinungen auf dünner Faktenbasis verbreitet. Das nützt vor allem denen, die sich eine ganz andere Bundesrepublik wünschen. (…) Heute wollen alternative Medien immer noch unabhängig, kritisch und unbequem sein. Es geht aber nicht mehr um eine alternative Themenauswahl. Vielmehr schreiben die neuen Alternativen über dieselben Themen wie der von ihnen verachtete Mainstream. Sie schreiben allerdings anders darüber. So anders, dass schon ein halbes Jahr alternativen Medienkonsums im Selbstversuch reichte, um den Journalisten Hans Demmel in eine „Anderswelt“ zu bringen. Immer am Abgrund In dieser Welt ist das Drama alltäglich. Wo etablierte Medien Probleme sehen, erblicken die Alternativen Katastrophen. Alternative Medien hangelten sich in den vergangenen Jahren von Krisenszenario zu Krisenszenario. 2015 sollte die deutsche Bevölkerung vermeintlich „ausgetauscht“, 2020 ihrer Freiheit beraubt und 2022 durch Hunger und Kälte ausgezehrt werden. Der gemeinsame Nenner: Deutschland ist bedroht und nur einen Schritt vom Untergang entfernt. Geschrieben wird von einer „Umvolkungspolitik“ (PI-News) im Zuge der Ankunft von Geflüchteten 2015 und vom „neuen Totalitarismus“ angesichts der Corona-Politik (Rubikon). Wer politisch nicht gleichgesinnt ist, dem wird wahlweise psychotisches oder wahnhaftes Verhalten unterstellt (Achse des Guten) oder er wird direkt als „verrückt“ bezeichnet (Julian Reichelt). Und die Bundesregierung wird als fremdgesteuerte Erfüllungsgehilfin der USA – oder Bill Gates’ – diffamiert. (…) Beispiel Corona: Die bis heute meistbeachtete der unzähligen „Querdenken“-Demos fand am 29. August 2020 in Berlin statt. Insgesamt rund 38.000 Menschen hatten sich an verschiedenen Punkten der Stadt versammelt, um gegen die deutsche Corona-Politik zu demonstrieren. Eine der angemeldeten Veranstaltungen lief aus dem Ruder, rund 400 Menschen überwanden Absperrungen und erklommen die Treppen des Reichstags, teilweise schwenkten sie Reichsflaggen. Ein weiterer Demonstrationszug in Berlin-Mitte wurde aufgelöst, nachdem er gegen Auflagen verstoßen hatte. Die Deutsche Welle schrieb über diesen Teil der Demo, dass die Stimmung „ausgelassen [und] fröhlich“ gewesen sei. Die größte Kundgebung auf der Straße des 17. Juni und am Großen Stern verlief durchgehend friedlich und wurde nicht vorzeitig beendet. Das berichtete der RBB. Die Welt sah dort „Männer und Frauen, Junge und Alte, auch Familien mit Kindern«. „Als rechtsextrem erkennbare Demonstranten“, so heißt es weiter, „machen nach Einschätzung von Demo-Beobachtern […] einen sehr kleinen Teil aus.“ Dass viele Medien diesen „kleinen Teil“ der Demonstrationen trotz geringer Personenzahl ins Zentrum ihrer Berichterstattung stellten, ist ebenfalls richtig und unter Umständen kritikwürdig. Andererseits: Rechtsextreme auf der Treppe des Reichstags – nicht darüber zu schreiben, wäre gerade in der Bundesrepublik ein Zeugnis naiver Geschichtsvergessenheit. Und was wird in der „Anderswelt“ geschrieben? Auf Rubikon liest man von einer „Staatsmacht“, die „den Demonstrierenden zweimal eine Falle gestellt“ und nun die Bilder habe, die sie brauche, „um die Bewegung auch künftig zu diskreditieren“. Man liest vom verschwundenen Rechtsstaat und diktatorischen Verhältnissen in Deutschland. Auf Achse des Guten wird über „deutsche Politiker und [die] mit ihnen verbundenen Medien« geschimpft, die versuchten, diejenigen in die rechte Ecke zu rücken, die gegen „das Ersticken der Demokratie in Deutschland“ demonstrierten. Belege für die Thesen von der aufziehenden Diktatur, dem untergehenden Rechtsstaat oder eines Komplotts aus Spitzenpolitik und Presse gibt es keine. Die Wahrheiten sind fast immer gefühlte. Wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Annahmen untermauern könnten, sind jedenfalls nicht zu finden. So konnten etwa weder das renommierte schwedische V-Dem-Institut noch die US-amerikanische NGO Freedom House hinsichtlich der deutschen Corona-Politik Verletzungen rechtsstaatlicher und demokratischer Standards ausmachen. Reporter ohne Grenzen sah die Pressefreiheit in Deutschland 2020 zwar etwas bedrohter als in den Jahren zuvor. Grund dafür war allerdings keine vermeintlich diktatorische Staatsmacht, sondern unter anderem die teils gewaltsamen Übergriffe auf Journalist:innen im Rahmen vieler Querdenken-Demos.

via katapult-magazin: Rechte alternative Medien Eskalationspresse

Rassistische AfD-Beiträge geteilt : Halbherzige Entschuldigung

Die Bremer Professorin Vera Hagemann distanziert sich von rassistischen Beiträgen, die sie auf X geteilt hatte. Studierenden ist das nicht genug. Bremer Studierende des Masters für Wirtschaftspsychologie haben am 9. November in einem Statement eine öffentliche Entschuldigung von der Professorin Vera Hagemann gefordert. Die Studierenden werfen Hagemann vor, auf der Plattform X (ehemals Twitter) Beiträge von AfD-Politikerinnen geteilt zu haben, die gegen Mi­gran­tin­nen und die Coronapolitik hetzen. Das Amt der Dekanin für Wirtschaftswissenschaften trat Hagemann deshalb Anfang November nicht an. Auch Mitherausgeberin der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie ist Hagemann seitdem nicht mehr. Auch dieser Rückzug erfolgte freiwillig, womöglich um einem Rausschmiss zuvorzukommen. „Der HerausgeberInnenkreis distanziert sich ausdrücklich von den auf X geteilten Inhalten, von denen in der taz nord berichtet wurde und die Vera Hagemann zugeschrieben werden“, sagt der Herausgeber Jörg Felfe. Am Montag, knapp einen Monat nach den Beiträgen und einer Anfrage der taz, ist Hagemann der Forderung der Bremer Studierenden nachgekommen. In der Stellungnahme heißt es nun: „Ich kann an dieser Stelle versichern, dass ich jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Extremismus entschieden ablehne und mich von extremistischen, rassistischen und demokratiefeindlichen Äußerungen der Posts distanziere.“ Am Ende ihrer Stellungnahme bietet Hagemann Gespräche an. Hannah Bode, eine der Studierenden, findet, dass die Entschuldigung zu spät kommt. „Authentisch wäre es gewesen, wenn es direkt gekommen wäre“, sagt sie. Tatsächlich handelt es sich bei Hagemanns Stellungnahme um ein internes Dokument vom 1. Dezember. Der taz schreibt sie, dass sie sich in einer nicht öffentlichen Stellungnahme an das Rektorat, den Fachbereich und die Studierendenvertretung gewandt habe – also nicht an die Ver­fas­se­rin­nen des studentischen Statements. Das Dekanat, die Studierendenvertretung und die Hochschulleitung bestätigen, dass sie die interne Stellungnahme Hagemanns erreicht hat.

via taz: Rassistische AfD-Beiträge geteilt :Halbherzige Entschuldigung

13-year-old accused of plotting mass shooting at Canton Jewish synagogue

A 13-year-old is accused of planning a mass shooting at Temple Israel, a Jewish synagogue. The teen faces juvenile counts of inducing panic and disorderly conduct, both misdemeanors. The boy’s trial is set for Dec. 20 in Stark County Family Court. The suspect “did create a detailed plan to complete a mass shooting at the Temple Israel on the Discord platform which was reported to law enforcement and required an immediate investigatory response and notification of public individuals and agencies including the school system which caused significant public alarm within those agencies,” according to a court filing in the case. Discord is an online platform for group chats. Rising antisemitism: With more than 800 antisemitic acts since Oct. 7, Jewish student groups plead for Biden’s help The threat was discovered around Sept. 1 in Plain Township, according to court records. The Stark County Sheriff’s Office investigated.

via cantonrep: 13-year-old accused of plotting mass shooting at Canton Jewish synagogue

Over 100 Substack Writers Sign Letter Condemning Site For Hosting Nazi And White Supremacist Newsletters

Substack is facing a revolt from some of its writers after a report detailed how neo-Nazi and white supremacist writers—including the notorious alt-right leader Richard Spencer—have been able to make money charging for subscriptions through the site. Substack writers have asked the company why they continue to allow neo-Nazi publications to monetize Over 100 Substack writers, including George Washington professor Dave Karpf, writer Marisa Kabas and Tufts professor Daniel Drezner, are demanding to know why the newsletter publisher is allowing neo-Nazis and other white supremacists to publish and monetize their writing on the site. Substack’s terms of service say the platform cannot be used to “publish content or fund initiatives that incite violence based on protected classes,” which include threats against others based on race, gender, ethnicity, and religion. However, a report in the Atlantic identified multiple Substack accounts affiliated with neo-Nazi and white supremacist leaders—including the Charlottesville Unite the Right Rally organizer Richard Spencer and former Identity Evropa leader Patrick Casey. Both Spencer and Casey are currently able to monetize their writing on the site, with Spencer charging $9 per month from his more than 4,000 subscribers.

via forbes: Over 100 Substack Writers Sign Letter Condemning Site For Hosting Nazi And White Supremacist Newsletters