Neurechte #Tradwives – Kinder, Küche, Klicks

Junge Frauen inszenieren sich im Internet als Tradwives, als Hausfrauen mit Sinn für Tradition. Die extreme Rechte versucht, den Trend für sich zu nutzen. Auch zur AfD gibt es Verbindungen. Da ist Katja. Laut Selbstbeschreibung ist sie 33 Jahre alt, Hausfrau und Mutter von vier Kindern. Eine gute Ehefrau zu sein, sei »einer der ehrenwertesten Wünsche auf der Welt«, schreibt sie in ihrer Instagram-Story. »Es ist mein Privileg, zu dienen«, heißt es in einem von Katjas Posts. In einem anderen Eintrag vergleicht sie ihren Mann mit Jesus. Um wahrhaft feminin zu sein und traditionelle Werte zu leben, dürfe sie ihm nicht respektlos begegnen: »Wie ich ihn behandle, zeigt also nicht nur, wie ich ihn sehe, sondern auch, wie ich mich Gott gegenüber verhalte.« (…) Eine Tradwife ist eine traditionelle Hausfrau. Immer mehr junge Frauen präsentieren sich auf Instagram und TikTok als ebensolche. Katja, Sophia und Anne sind Paradebeispiele. Mehrere Hundert Nutzerinnen folgen ihnen, in den Kommentaren befeuern sie sich gegenseitig in ihrem Blick auf Geschlechterrollen und verteidigen sich gegen Kritikerinnen. Der Mann ist der Verdiener, die Frau fügt sich brav. Die Fünfzigerjahre lassen grüßen. Neben dem Hashtag Tradwife stehen bei Katja, Sophia und Anne Schlagworte wie »Authentizität«, »traditionell« oder »Weiblichkeit«. All das ließe sich vielleicht noch als rückwärtsgewandter Lifestyle und Nostalgie abtun – doch es gibt Anzeichen, dass oftmals mehr dahintersteckt. Dass hier nicht nur althergebrachte Familienwerte vermittelt werden sollen, sondern ein ganz anderes Gesellschaftsmodell. Dass die vermeintlich harmlosen Social-Media-Profile von der rechten Szene genutzt und befeuert werden, um junge Menschen zu indoktrinieren. (…) Der Tradwife-Trend stammt aus den christlich-fundamentalistischen Winkeln der USA. Dort kommen Szenegrößen wie »ballerinafarm« auf zehn Millionen Follower. In Deutschland gehört das Frauennetzwerk Lukreta mit rund 5000 Instagram-Followern zu den Größen. Der Lukreta-Account zeigt, dass der Grat zwischen Tradition und Rechtsextremismus schmal sein kann. Im Sommer feierte er den von rechtskonservativen und rechtsextremen Akteuren als Gegenentwurf zum queeren Pride Month inszenierten »Stolzmonat« mit Bildern von in Deutschlandfahnen gehüllten Frauen, posierend auf grünen Wiesen.

via spiegel: Neurechte Tradwives Kinder, Küche, Klicks

Bewährungsstrafe für Politiker – Regenbogenflaggen mit #Hakenkreuzfahnen verglichen: Gericht verurteilt Offenburger AfD-Stadtrat – #LockHimUp

AfD-Stadtrat Taras Maygutiak hat verbotene NS-Symbole im Internet veröffentlicht. Dafür hat ihn das Amtsgericht Offenburg zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Außerdem muss er Arbeitsstunden beim Arbeitskreis Asyl ableisten. Der AfD-Stadtrat und Vorsitzende der AfD-Fraktion im Offenburger Gemeinderat Taras Maygutiak ist vom Amtsgericht Offenburg (Ortenaukreis) zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden. In einem Facebook-Post hatte er Regenbogenflaggen mit Hakenkreuzfahnen verglichen. (…) Das Offenburger Amtsgericht entschied, dass der AfD-Politiker neben der Bewährungsstrafe 5.000 Euro an eine Stiftung zahlen muss, die sich mit dem Unrecht des Nationalsozialismus befasst. Zudem soll er 50 Arbeitsstunden beim Offenburger Arbeitskreis Asyl leisten. Anwalt will in Berufung gehen Maygutiaks Rechtsanwalt Dirk Schmitz erklärte unmittelbar nach der Urteilsverkündung, dass er Berufung einlegen werde

via swr: Bewährungsstrafe für Politiker Regenbogenflaggen mit Hakenkreuzfahnen verglichen: Gericht verurteilt Offenburger AfD-Stadtrat

Erneut rechte Gruppe im Reinhardswald? „Freies Thüringen“ ruft zu Demo gegen Windpark auf

Die Gruppierung „Freies Thüringen“ hat für Samstag (23. November) zur Demo gegen den geplanten Windpark im Reinhardswald (Kreis Kassel) aufgerufen (…) In ihrem Telegram-Kanal ruft die Gruppe „Freies Thüringen“ unter der Überschrift „Rettet den Reinhardswald“ dazu auf, gemeinsam zum Wald zu fahren und die „zerstörerischen Maschinen“ anzuhalten. „Friedlich und bestimmt.“ In den Arbeiten sehen die Verfasser einen „okkulten, zynischen Angriff auf unseren, auf den deutschen Märchenwald“ und „gegen unsere Kultur“. Es werden Naturschützer aus Bayern, Baden-Württemberg und aus anderen Regionen anreisen, kündigt die Gruppe an. Eine HNA-Anfrage blieb bis gestern Abend unbeantwortet. Wer steckt hinter der Gruppierung „Freies Thüringen“? Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus (Mobit) in Thüringen stuft die Gruppierung als klar rechtsextrem ein. „Es ist ein Sammelbecken für Corona-Leugner, Reichsbürger, Neonazis und dem AfD-Spektrum“, erklärt Mitarbeiter Christoph Lammert auf Anfrage. Die Gruppierung ist laut Mobit im Kontext der Corona-Pandemie entstanden und „seitdem durchgehend aktiv.“ Nach Corona habe sie viele Themen wie den Ukrainekrieg – mit pro-russischen Positionen – und die Bauernproteste aufgegriffen.

via hna: Erneut rechte Gruppe im Reinhardswald? „Freies Thüringen“ ruft zu Demo gegen Windpark auf

Andrew Tate’s site ransacked, subscriber data stolen

He’ll just have to take this one on the chin Iain. The website of self-proclaimed misogynist and alleged sex trafficker and rapist Andrew Tate has been compromised and data on its paying subscribers stolen. His now-ransacked Real World site is where the antagonistic online influencer preaches eyebrow-raising life advice primarily to young disillusioned men. The British-American ex-kickboxer charges subscribers $50 a month with a promise to help make them wealthier, fitter, and more masculine. The site is said to have more than 113,000 active users, and the guy himself has accumulated millions of followers on various social networks, some of which he has been banned and unbanned from. Intruders said they copied the contents of Real World’s 221 public and 395 private chat servers, as well as 794,000 of its usernames for current and former members plus a list of 324,382 registered email addresses. This info has apparently been sent to the security breach notification service at Have I Been Pwned and the leak site DDoSecrets. The self-styled hacktivists also spammed Real World’s chat rooms with LGBTQ+ related emojis – owing to Tate’s views on gender and sexuality – and told the Daily Dot his site was “hilariously insecure.” An unpatched flaw allowed them “to upload emojis, delete attachments, crash everyone’s clients, and temporarily ban people.”

via theregister: Andrew Tate’s site ransacked, subscriber data stolen

Racist, hate-fuelled videos promoting violence played for alleged terror propagandist’s trial – #AWD #atomwaffendivision

In an Ottawa courtroom on Tuesday, federal Crown prosecutors played three videos downloaded from social media by RCMP in 2020 — videos the Crown contends were created in part by Patrick Gordon Macdonald, an alleged neo-Nazi terror propagandist who lives in the capital with his parents. All three videos depicted people in skull masks and combat fatigues carrying firearms and flags, their faces covered and blurred. All three videos asked viewers to join Atomwaffen Division, a now defunct right-wing extremist group that was branded a terrorist organization in Canada in 2021. Narrators with modified voices and subtitles spewed racist stereotypes and calls for violent action, while aggressive and ominous music blared at an almost uncomfortable volume — a stark difference from the otherwise calm and quiet proceedings. Macdonald, 27, is on trial in Superior Court. He’s charged with participating in the terrorist activity of Atomwaffen Division by helping produce the videos and other images, facilitating terrorist activity and inciting hate against identifiable groups for one or more terrorist entities, including Atomwaffen Division and the neo-Nazi James Mason. (…) One of the videos played in court Tuesday — which an RCMP officer testified was posted on a public channel called Terrorwave Refined on the social media site Telegram in 2019 — shows people in skull masks tossing the Hebrew Bible, the Qur’an (Islam’s central religious text), a book on philosophy and a Pride flag into a bonfire. Between shots, text panels taking up the entire screen call for viewers to “purge the weak” before a swastika appears. In another video RCMP said was posted on Terrorwave Refined in 2019, hateful rhetoric written to appeal to white nationalists in Ukraine accuses “treacherous bureaucrats” of being controlled by Jews. And in an echo of the Holocaust, it says national socialists have the “final solution for the traitors of Ukraine and the rest of the world.”

via cbc: Racist, hate-fuelled videos promoting violence played for alleged terror propagandist’s trial

„Reichsbürger“-Prozess : Laut Urteil: Ex-Polizist radikalisierte sich und verlor Job – #terror #polizeiproblem

Das OLG Frankfurt befasst sich mit Unterlagen und Asservaten einzelner Angeklagte. Ein Gerichtsurteil gibt Aufschluss über das Weltbild von Michael F. Im Prozess um die mutmaßlichen „Reichsbürger“ um Heinrich XIII. Prinz Reuß hat sich das Oberlandesgericht Frankfurt mit einem Urteil des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts Lüneburg gegen den Angeklagten Michael F. befasst. Dieses bestätigte eine vorläufige Suspendierung des Ex-Polizisten. F. habe sich laut Urteil aus dem Jahr 2023 radikalisiert, weshalb er aus dem Beamtenverhältnis entfernt wurde. So habe er etwa 2020 einen Staatsangehörigkeitsausweis beantragt und in diesem Preußen als Geburtsstaat eingetragen. Im Rahmen öffentlicher Reden kritisierte er in den Folgejahren die Corona-Politik und Maßnahmen der Bundesregierung und erklärte, es ginge nicht um eine Krankheit, diese werde nur als Auslöser für einen „Great Reset“ benutzt – also einen großen Neustart.  „Sie ist nur der Auslöser, der genutzt wird, um die Gesellschaft umzukrempeln und ein völlig andere Gemeinwesen zu schaffen, Menschen aus ihrer Freiheit herauszuholen“, sagte F. laut Urteil. Nach seiner Auffassung gebe es in Deutschland keine Demokratie, Gewaltenteilung und auch keinen Rechtsstaat mehr und verglich die Politik mit der NS-Diktatur.  Angeklagter für Ressort „Inneres“ zuständig Im Messengerdienst Telegram habe er zudem Texte veröffentlicht, denen zufolge die deutsche Polizei eine Firma sei, an der US-Firmen, Bill Gates und die „Jüdische Weltordnung“ beteiligt seien. F. habe niemals abgestritten, diese Äußerungen getätigt oder veröffentlicht zu haben. Seine Anwälte gaben an, sich am kommenden Prozesstag ausführlich zu dem Dokument äußern zu wollen.  Der Generalbundesanwalt wirft F. vor, sich im Oktober 2021 der Vereinigung angeschlossen zu haben. Ihm sei innerhalb des „militärischen Arms“ der Bereich „Sicherheit und Polizei“ übertragen worden. Im sogenannten Rat der Gruppe soll er für das Ressort „Inneres“ zuständig gewesen sein. In diesem habe er unter anderem seine Vorstellung für den Umbau der deutschen Polizei nach einem Umsturz vorgestellt

via sz: „Reichsbürger“-Prozess : Laut Urteil: Ex-Polizist radikalisierte sich und verlor Job

siehe auch: Suspendierung von Polizisten: «Reichsbürger-Prozess» geht weiter Im Prozess gegen mutmassliche «Reichsbürger» um Heinrich XIII. Prinz Reuss hat das Oberlandesgericht Frankfurt ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg untersucht. Dieses bestätigte die vorläufige Suspendierung des angeklagten Ex-Polizisten Michael F. Laut «Stern.de» radikalisierte sich der damalige Beamte und verlor dadurch seinen Job. Das Urteil aus dem Jahr 2023 führte zur Entfernung des Polizisten aus dem Beamtenverhältnis. Polizist beklagte «jüdische Weltverschwörung» Der Polizist hatte laut «Zeit» bereits 2020 einen Staatsangehörigkeitsausweis mit Preussen als Geburtsstaat beantragt. In öffentlichen Reden übte er später massive Kritik an der deutschen Corona-Politik. Der damalige Beamte äusserte laut Urteil, die Pandemie sei nur Auslöser für einen sogenannten «Great Reset». Er verglich die Politik mit der NS-Diktatur. Online veröffentlichte er Texte, die die deutsche Polizei als Firma mit Beteiligung von US-Firmen und der «Jüdischen Weltordnung» darstellten. Seine Anwälte gaben an, sich noch zu diesen Sachverhalten äussern zu wollen.

FAKE NEWS – Russland verbreitet weiter nahezu ungehindert Lügen auf Facebook und X

Gefälschte Nachrichtenseiten sollen extreme Parteien pushen und Zukunftsängste schüren, wie aus geleakten Dokumenten aus der Propaganda-Maschinerie des Kreml hervorgeht. Im Hintergrund der Kampagne steht eine PR-Firma namens Social Design Agency. Diese wurde direkt von der russischen Präsidialverwaltung mit der Umsetzung der Doppelgänger-Kampagne beauftragt. Geleakte Daten legen die Kommunikationsziele und die Strategie des Kremls offen. Sie offenbaren, dass die innere Destabilisierung westlicher Demokratien eines der Hauptziele der russischen Desinformations- und Manipulationskampagne ist. Die Netzanalyseorganisation Cemas untersuchte die Aktivitäten der Doppelgänger-Kampagne und konnte die internen Daten des Unternehmens auswerten. Dabei zeigt sich ein wiederkehrendes Muster im Vorgehen: Die russische Desinformationskampagne “Doppelgänger” ist auch 2024 weiterhin im deutschsprachigen Raum aktiv, auch wenn ihre Existenz mittlerweile seit Jahren bekannt ist. Nach wie vor werden irreführende prorussische Inhalte über kopierte oder eigene digitale Medienportale veröffentlicht und diese wiederum über Facebook und X (vormals Twitter) verbreitet. X reagiert nicht Zuletzt sperrten einige technische Dienstleister dank zivilgesellschaftlichen Engagements die gefälschten Nachrichten-Websites, weshalb die Links nicht mehr abrufbar waren. Trotzdem beobachteten die Studienautorinnen weiterhin Doppelgänger-Beiträge auf Social-Media-Plattformen wie Facebook und X. Diese sind für die Verbreitung von Doppelgänger-Inhalten weiterhin relevant. Für die Verbreitung auf X werden viele unterschiedliche Accounts eingesetzt. Hier herrscht eine Art strategischer Arbeitsteilung, um die Inhalte an die Nutzerschaft zu bringen. Das geht so: Eine Gruppe von Accounts veröffentlicht typischerweise neue Beiträge im Sinne Moskaus, diese werden dann von einer anderen Gruppe amplifiziert, also verstärkt geteilt und weiterverbreitet. Die Plattform reagiert trotz der an X gemeldeten Kampagnen und bereits eröffneten Prüfverfahrens nach dem Digital Services Act (DSA) der EU-Kommission bis heute nicht ausreichend konsequent, sodass Inhalte dieser Art bis Redaktionsschluss der Studie verfügbar waren, wie Cemas berichtet. Propaganda über Facebook-Werbung Ein wenig differenzierter läuft die Verbreitung der Beiträge auf Facebook. Hier setzt das Kreml-nahe Unternehmen nach wie vor auf bezahlte Werbeanzeigen. Pikant: Deren typische Erscheinungsform ist mehrfach dokumentiert worden, auch von der Plattform selbst. Dennoch konnten irreführende politische Werbeanzeigen mit prorussischem Inhalt weiterhin verbreitet werden, indem sie schlicht nicht als politische Werbeanzeigen gekennzeichnet werden. Die geleakten Dokumente geben auch Einblicke, was das Ziel der Kampagne ist. Dieses ist für Deutschland klar definiert: Die Zustimmungswerte zur AfD sollten steigen, jene für die Grünen sinken.

via standard: FAKE NEWS Russland verbreitet weiter nahezu ungehindert Lügen auf Facebook und X