Der Todesfahrer von Magdeburg, Taleb Jawad Al Abdulmohsen, kam 2006 nach Deutschland. Doch ein Islamist ist er nicht – im Gegenteil. Deutschland warf er vor, Europa zu islamisieren. Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt deutet bislang wenig auf ein islamistisches Motiv hin. Bei dem Fahrer des Wagens handelt es sich um Taleb Jawad Al Abdulmohsen. Er war erstmals 2006 nach Deutschland eingereist und fiel den Sicherheitsbehörden nicht als Islamist auf. Tatsächlich war er offenbar alles andere als ein religiöser Fanatiker. Im Gegenteil: Er war offenbar ein radikaler Islamkritiker, sympathisierte mit der AfD – und Elon Musk. (…) Auf seinem X-Account lautete seine Profilbeschreibung: „Deutschland jagt saudische Asylbewerberinnen im In- und Ausland, um ihr Leben zu zerstören. Deutschland will Europa islamisieren.“ Sein Titelbild zeigt ein Gewehr. In einem Video erklärte der Mann erst kurz vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt, dass er mehrere Jahre als Flüchtlings- und Asylaktivist tätig gewesen sei. Zudem gerierte er sich als ex-muslimischer Islamkritiker. (…) Am Freitagabend, wenige Stunden vor der Tat, postete er gleich mehrere Videos, in denen er auf Englisch sagt: „Ich mache die deutsche Nation für die Tötung von Sokrates verantwortlich.“ Im Juni beschuldigte er die deutsche Polizei, der „echte Treiber des Islamismus in Deutschland“ zu sein. „Wir brauchen AfD, um die Polizei vor sich zu schützen“, schrieb der mutmaßliche Täter weiter. (…) Er teilte erst vor kurzem Beiträge von Markus Haintz, einem bekannten Querdenken-Aktivisten. Auch solidarisierte sich Al Abdulmohsen mit dem britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson. In einem anderen Tweet aus dem Jahr 2016 schrieb der Mann: „Ich und AfD bekämpfen den gleichen Feind, um Deutschland zu schützen.“ Im August 2017 postete er: „Gerne möchte ich vor dem Gericht beweisen, dass der Islam viel Schlimmer als die Pest ist.“
via tagesspiegel: Saudischer Islamkritiker, Fan von AfD und Elon Musk: Verstörende Details zum Täter von Magdeburg
siehe auch: Auto fährt in #Magdeburg in Menschengruppe – #terror. Auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg ist ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Die Behörden gehen von einem Anschlag aus. Es soll einen Toten und mehr als 50 Verletzte geben.Auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt ist ein Auto in eine Menschengruppe gefahren. Dem Sprecher der Landesregierung sowie der Stadt zufolge handelt es sich nach erstem Ermittlungsstand um einen Anschlag. Laut Polizei gibt es mindestens einen Toten.MDR-Reporter Hagen Tober berichtete aus Mageburg von “sehr vielen Verletzten”. Die Nachrichtenagentur AFP sprach unter Berufung auf den Rettungsdienst von 60 bis 80 Verletzten; Mutmaßlicher Anschlag von Magdeburg : Der Festgenommene, die Opfer, der Tathergang. Auf einer Strecke von rund 400 Metern rast der mutmaßliche Attentäter Taleb A. am Freitagabend mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt. Die Details zum Tatverdächtigen und dem Ablauf des Anschlags. Am Morgen nach dem Anschlag werden Details zum Tathergang sowie zum mutmaßlichen Täter öffentlich. Infolge des Anschlags sind vier Menschen gestorben. Das haben NDR und WDR aus Sicherheitskreisen erfahren. Bisher war die Rede von zwei Toten. Bei der Tat wurden zudem 41 Menschen schwerst, weitere 90 schwer verletzt. Dazu kommen 80 bis 100 Leichtverletzte. (…) Recherchen des „Spiegel“ zufolge engagierte sich der mutmaßliche Täter offenbar jahrelang als Aktivist und beriet vor allem Frauen aus Saudi-Arabien über Fluchtmöglichkeiten aus ihrem Land. Er soll eine Internetseite mit Informationen zum deutschen Asylsystem betrieben haben. Dem Magazin zufolge scheint er in seinem Aktivismus jedoch in eine andere Richtung abgedriftet zu sein. Taleb A. habe auf seinem Account bei X mit der AfD sympathisiert und von einem gemeinsamen Projekt mit der in weiten Teilen rechtsextremen Partei geträumt: einer Akademie für Ex-Muslime. „Wer sonst bekämpft den Islam in Deutschland?“, soll er gefragt haben. In einem kürzlich auf einem islamfeindlichen US-Blog erschienenen Videointerview habe der mutmaßliche Täter mehr als 45 Minuten lang krude Thesen geteilt. In sozialen Medien und weiteren Interviews erhob der Tatverdächtige zuletzt teils wirr formulierte Vorwürfe gegen deutsche Behörden. Er hielt ihnen vor, nicht genügend gegen Islamismus zu unternehmen. (…) Bei der Tat – fast auf den Tag genau acht Jahre nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz – kamen ein Erwachsener, ein Kleinkind und zwei weitere Menschen ums Leben. Insgesamt gibt es mehr als 200 Verletzte, darunter viele Schwerstverletzte.


