Partei nennt Schülervertretung “linksradikal” – Mainzer Schüler wehren sich gegen AfD

Die Schülervertretung des Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasiums wehrt sich dagegen, von der AfD als “linksradikal” bezeichnet zu werden. In einer Anfrage an den Mainzer Stadtrat kritisiert die Partei 53 Organisationen und Vereine. In dieser Anfrage fordert die AfD Mainz Aufschluss darüber, ob die genannten Organisationen finanzielle Unterstützung von der Stadt erhalten haben. Insbesondere geht es der AfD um die Jahre 2023 und 2024. Aufgelistet sind unter anderem Amnesty International, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Mainzer Verein Schwuguntia und auch die Schülervertretung des Rabanus-Maurus-Gymnasiums. SWR-Reporter Stefan Schmelzer: Schülervertretung eines Mainzer Gymnasiums wehrt sich gegen die AfD 00:0000:40 AfD bezeichnet Organisationen als “linksradikal” In einer Pressemitteilung der AfD-Stadtratsfraktion heißt es, die 53 Vereine und Gruppierungen hätten sich an “parteipolitischen Agitationen gegen Parteien aus dem Mitte-Rechts-Spektrum beteiligt, konkret ging es gegen CDU und AfD.” Vereine und Gruppierungen, die mit Steuermitteln arbeiten, “sollten aber nicht parteipolitisch agieren”, so die Partei. Und weiter: “Wir gehen davon aus, dass wer sich an linksradikalen Aktionen wie den genannten beteiligt, auch damit leben muss, als linksradikal bezeichnet zu werden.” Schülervertretung des Mainzer Gymnasiums reagiert mit Mitteilung Das will die Schülervertretung des Rabanus-Maurus-Gymnasiums nicht auf sich sitzen lassen. In einer Pressemitteilung heißt es: “Eine Partei, die Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Verbände und sogar Schüler*innenvertretungen diffamiert, angreift und damit vermutlich versucht einzuschüchtern, bedroht unser friedliches Zusammenleben.” Instagram, 8.4.2025, 17:52 Uhr Inhalte von Instagram immer anzeigen An dieser Stelle möchten wir Ihnen gerne Inhalte von Instagram zeigen. Wir stellen die Verbindung zu Instagram erst her, wenn Sie dies erlauben. Mehr dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Man habe zu zwei Kundgebungen aufgerufen, die beide von Rheinhessen gegen Rechts e.V. und dem DGB unter dem Motto “”Demokratie schützen – Rechtsextreme stoppen” organisiert wurden, und sich an diesen teilweise beteiligt. Schüler wehren sich gegen AfD-Darstellung Und weiter: “Wir halten es für falsch, die Darstellung der AfD-Fraktion widerspruchslos im Raum stehen zu lassen. Auch wenn die wenigsten diese Definition von ‘linksradikal’ teilen werden, so befürchten wir doch, dass bei einigen dieser Begriff an manchen der aufgeführten Organisationen haften bleibt, die keineswegs radikal sind, sondern einen wertvollen Beitrag für unsere Demokratie leisten.”

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Angstforscherin:  „In der Politik gibt es oft die Strategie, Ängste zu schüren“

Überwachungsgesetze und -projekte werden zur Zeit meist mit der Angst vor ausländischen Attentätern begründet. Die Philosophin Bärbel Frischmann erklärt, wie ein Gefühl zum Machtinstrument wird. 2024 wurden in Deutschland 17 Menschen bei Terroranschlägen getötet. Im gleichen Zeitraum starben 2.780 bei Unfällen im Straßenverkehr. Trotzdem werden die möglichen Maßnahmen gegen Attentäter viel heißer diskutiert als die gegen Autofahrer*innen. Was ist da los? Bärbel Frischmann, Professorin für Geschichte der Philosophie an der Universität Erfurt, hat 2023 das Buch „Angstwesen Mensch“ veröffentlicht. Mit netzpolitik.org spricht sie über Angst und wie diese mit Überwachung und Herrschaft zusammenhängt. Sie erklärt, warum Politik und Medien Ängste schüren und plädiert dafür, diese einfach mal auszuhalten. netzpolitik.org: Frau Frischmann, was ist Angst? Bärbel Frischmann: Anders als man denkt, ist Angst nicht die Reaktion auf eine konkrete Bedrohung. Wenn ich eine Schlange sehe und zurückschrecke, wird dies als Furcht bezeichnet. Ängste hingegen sind Projektionen, die wir selbst erzeugen. Sie helfen, Gefahren zu antizipieren. Aber sie können auch ein Eigenleben entwickeln. Angst und Überwachung netzpolitik.org: In der letzten Zeit gab es in Deutschland einige sogenannte Attentate. Der gesellschaftliche und politische Reflex dazu scheint zu sein: Wir brauchen mehr Überwachung. Ist das eine Angstreaktion? Bärbel Frischmann: Dass Menschen sich sicher fühlen wollen, das gehört ja zum Menschsein dazu. Unsere Wohnungen haben Türen mit Schlössern. Das heißt, wir misstrauen unseren Mitmenschen auf eine gewisse Weise. Viele Menschen haben an ihren Häusern sogar Überwachungskameras, weil sie sich absichern wollen. Es geht darum, die Kontrolle zu behalten. Es gibt auch eine Grundverängstigung dahingehend, dass viele Menschen erwarten, dass es uns mal schlechter gehen könnte. Und die Menschen sind durch diese Diskussionen über Migration, die medial so im Fokus stehen, schon getriggert. Da fallen dann zum Beispiel Terroranschläge auf fruchtbaren Boden. Es schichten sich verschiedene angstmachende Aspekte übereinander, die dann die Wahrnehmung dieser einzelnen Akte überhöhen.

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Grow Up Art speaks out over Donald Trump poster in York

A poster in York appearing to depict Donald Trump and other politicians wearing Nazi uniforms was inspired by “rage at the current state of the world”, the group behind the work has said. As The Press has reported, the black and white poster appeared in Paragon Street over the weekend. It shows the President of the United States, alongside his vice president, JD Vance, and billionaire Elon Musk, an advisor to the president and the owner of X (formerly Twitter) and Tesla, next to the words: “The Turd Reich.” The poster depicting Donald Trump wearing a Nazi uniform in Paragon Street, York (Image: Newsquest) Reform UK leader, Nigel Farage, is also depicted on the poster wearing a Nazi uniform, as well as the President of Russia, Vladimir Putin, and the Prime Minister of Israel, Benjamin Netanyahu. Today (Monday, April 7), Grow Up Art confirmed that the group, based in the London area, is behind the work. A spokesperson for the group, who asked to remain anonymous, told The Press the poster was inspired by “my rage at the current state of the world”.

via yorkpress: Grow Up Art speaks out over Donald Trump poster in York

Woody Guthrie bezeichnete einen Trump vor 65 Jahren als Rassisten

Rassistische Ansichten liegen bei den Trumps offenbar in der Familie – Woody Guthrie jedenfalls hasste seinen Vermieter, Trumps Vater Fred, aus genau diesem Grund. Ein Stück aus dem ROLLING-STONE-Archiv. Im Dezember des Jahres 1950 unterschrieb Woody Guthrie den Mietvertrag für ein neues Apartment im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Nun, mehr als ein halbes Jahrhundert später, sorgt dieser Vertrag für Aufsehen. Wie Will Kaufman, Professor in amerikanischer Literatur und Kultur an der Universität Central Lancashire, bei Nachforschungen entdeckt hat, setzte der Mann, der „This Land Is Your Land“ schrieb, seinen Namen neben den von Donald Trumps Vater. Fred Trump besaß zum damaligen Zeitpunkt eben jenes Wohngebäude, in dem der Folk-Musiker für zwei Jahre lebte. Das allein ist vielleicht noch nicht der Rede wert, wohl aber, dass die Beziehung zwischen Guthrie und seinem Vermieter alles andere als rosig war. Damals bezeichnete Woody Guthrie ihn als Rassisten – auch heute, 65 Jahre später, wird Freds Sohn Donald Trump ebenfalls beschuldigt, Rassismus innerhalb der US-amerikanischen Gesellschaft zu schüren. Besonders befremdlich: Er betont sogar stolz, die von seinem Vater vermittelten Werte fortzuführen.

via rolling stone: Woody Guthrie bezeichnete einen Trump vor 65 Jahren als Rassisten

Dieter Hallervorden: Zum Jubiläum das N-Wort – #rassismus #matschbirne

Die ARD zeigt mit ihrer Show zum 75. Geburtstag, dass sie sich selbst früher auch besser fand. Und dann erlaubt sich Didi Hallervorden einen rassistischen Ausfall. 75 Jahre ist es her, dass die Westalliierten die ARD ins Leben riefen, nach dem britischen Vorbild der BBC. Der Verbund der Landesrundfunkanstalten ist zu Recht stolz auf seinen Erfolg seitdem und bis heute. (…) Wer jedoch am Samstagabend das Erste einschaltete, hatte Mühe zu erkennen, welches Jubiläum man eigentlich beging. Genauer gesagt: wo eigentlich die jüngsten circa 25 Jahre geblieben waren. Denn mit den allermeisten der ausgewählten Rückblicke und Highlights bewegte man sich in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren. Nur eine Sendung, die Krimireihe Nord bei Nordwest, stammte aus dem letzten Jahrzehnt. Und die Zukunft kam gar nicht erst vor in dieser Sendung (…) Die unpolitische und altbackene Jubiläumsshow war insofern konsequent, als sie offenbar für die Kernzuschauergruppe der (linearen) ARD gemacht wurde, für Rentnerinnen und Rentner. Wer die ARD einschaltet, ist im Schnitt mittlerweile weit über 60 Jahre alt. Das kann man alles so machen, auch wenn es nicht zur Ankündigung im Pressematerial zur Sendung passt, es solle eine Show für alle Generationen werden. Vor allem aber wirft das Konzept der Show Fragen auf angesichts des Auftrags und der Geschichte der ARD. Wurde der öffentlich-rechtliche Rundfunk vor 75 Jahren doch als Stütze der Demokratie in Deutschland gegründet. (…) Hallervorden verschwindet hinter der Bühne, um bald darauf im Kostüm und im Szenenbild seines berühmtesten Sketches wieder aufzutauchen. Gemeinsam mit seinem Partner Harald Effenberg wird er noch einmal Palim, Palim spielen (…) Am Samstagabend jedoch nutzt Hallervorden die Gelegenheit, um dem Sketch eine neue Einleitung zu verpassen. Er sitzt auf seinem Gefängnisbett und stöhnt: “Mann, Mann, Mann, du, Knast, du. Hätte ich gewusst, dass man das nicht mehr sagt” – und dann spricht Hallervorden das Z-Wort (für ein Schnitzel) und das N-Wort (für eine Süßigkeit) aus. Der Sketch beginnt also mit der Behauptung, er sei für die Verwendung dieser Worte eingesperrt worden. Die Show geht danach kommentarlos weiter (…) Aber die Show wurde aufgezeichnet, vor mehreren Tagen. Die Verantwortlichen hätten diese Sequenz problemlos herausschneiden können. Sie hätten den erst nach dieser Einleitung richtig beginnenden Sketch auch dann noch ausstrahlen können. Was man heute angeblich nicht mehr darf Hallervordens Auftritt ist der Tiefpunkt eines Abends, an dem auch sonst immer wieder die Meinung vieler Gäste durchscheint, dass früher auch im Fernsehen vieles besser war

via zeit: Dieter Hallervorden: Zum Jubiläum das N-Wort

siehe auch: Dieter Hallervorden: Rassismus-Vorwürfe nach ARD-Jubiläumsshow Die Neuauflage des „Palim, Palim“-Sketches versah Dieter Hallervorden mit dem N-Wort und dem Z-Wort. (…) „Mann, Mann, Mann, du, Knast, du. Hätte ich gewusst, dass man das nicht mehr sagt“, sagt Hallervorden – und nennt anschließend zwei früher gebräuchliche, heute als rassistisch geltende Begriffe: einen für eine Schokoschaum-Süßigkeit, den anderen für ein Schnitzel mit Paprikasoße. Die Szene suggeriert scherzhaft, dass er genau wegen der Verwendung dieser Wörter im Gefängnis gelandet ist. Eine kritische Einordnung blieb aus – der Sender ließ die Szene unkommentiert.

siehe dazu auch: Schon 2012 sorgte Didi Hallervorden für Rassismus-Vorwurf Didi Hallervorden wird heftig für einen ARD-Sketch kritisiert Dieter Hallervorden hat in einem TV-Sketch zwei rassistische Begriffe genutzt – was ihm heftige Kritik einbrachte. Doch das ist nicht die erste öffentliche Provokation des Schauspielers. In einem ARD-Sketch benutzte Dieter Hallervorden (89) vor wenigen Tagen mit dem N-Wort und dem Z-Wort zwei Begriffe, die als rassistisch gelten. Viele Zuschauer nahmen daran Anstoß und machten ihrem Ärger auf Social Media Luft. In einem Statement verteidigte sich Hallervorden bereits und auch die ARD stellt sich in einer Stellungnahme hinter den Schauspieler und bezeichnet den Sketch als “bewusste Provokation”. Doch das ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass Dieter “Didi” Hallervorden sich einem Rassismus-Vorwurf gegenüber sieht oder mit anderen umstrittenen Aussagen provoziert. 2012 lieferte zum Beispiel ein Theaterstück an seinem Berliner Schlosspark-Theater den Anlass für eine Debatte. Damals trat Hallervorden in dem Stück “Ich bin nicht Rappaport” auf. Darin spielte der weiße Schauspieler Joachim Bliese einen afroamerikanischen New Yorker Hausmeister. Sein Gesicht hatte er dafür mit dunkler Schminke angemalt. Ein Foto von Hallervorden und Bliese zierte auch die Plakate, die in ganz Berlin Werbung für das Theaterstück machten.  Kritiker sahen darin die rassistische Theatertradition des Blackfacings und auf Hallervorden brach ein regelrechter Shitstorm ein. (…) Damit endet die Liste der – wohl oft bewussten – öffentlichen Provokationen Hallervordens aber nicht. 2015 wurde ihm in Österreich für seine Rolle in “Honig im Kopf” der Filmpreis “Romy” überreicht. In seiner Dankesrede meinte er: “Diese österreichische ‘Lola’ – diese österreichische ‘Romy’ natürlich – führe ich heim ins Reich.” “Heim ins Reich” ist ein ehemaliger Nazi-Slogan – die Empörung um Hallervordens Aussage war entsprechend groß.

Wulff kritisiert AfD bei Gedenken an Buchenwald-Befreiung

Jene, die glaubten, man könne die AfD entzaubern durch Einbindung, lägen falsch, betonte der Bundespräsident a.D. Beim Gedenkakt in Weimar hat der frühere Bundespräsident Christian Wulff den Bogen vom Nationalsozialismus bis zu heute geschlagen. »Aufgrund der Verrohung und der Radikalisierung und eines weltweiten Rechtsrucks kann ich mir inzwischen – und das macht mich beklommen – deutlicher vorstellen, wie das damals geschehen konnte«, sagte Wulff mit Blick auf den Nazi-Terror und die Entwicklung dahin. Er forderte zum aktiven Engagement für die Demokratie auf und dazu, sich Menschlichkeit zu bewahren. Mit Blick auf die NS-Zeit sagte Wulf: »Wir tragen hieraus eine dauernde, fortwährende, ewige Verantwortung, denn das Böse darf niemals wieder siegen.« Deutliche Kritik übte er an der in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD. »Die Verharmloser der AfD ignorieren, dass die AfD mit ihrer Ideologie den Nährboden bereitet, dass sich Menschen in Deutschland unwohl fühlen und tatsächlich konkret gefährdet sind.« Jene, die glaubten, man könne die AfD entzaubern durch Einbindung, lägen falsch.

via jüdische allgemeine: Wulff kritisiert AfD bei Gedenken an Buchenwald-Befreiung

Detailansicht Denkmal KL Buchenwald
Von me – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Rassismus gegen Sin­tiz­ze und Rom­nja Antiziganismus trifft Kinder in Schulen und Kitas

Ein neuer Bericht zeigt, wie Sin­tiz­ze und Rom­nja im Bildungssektor diskriminiert werden. Neben aktiven Übergriffen droht auch systematische Ausgrenzung. Junge Sin­tiz­ze und Rom­nja erleben im deutschen Bildungssystem massive Diskriminierung. Der neue Monitoringbericht der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) zeigt, wie Hass und Vorurteile die davon betroffenen Kinder und Jugendlichen belasten. MIA-Geschäftsführer Guillermo Ruiz sprach von einem „oft feindseligen Umfeld“ in den deutschen Schulen und Kitas. Grundlage des Berichts ist die Auswertung von insgesamt 484 Vorfällen mit Bildungsbezug, die in den vergangenen zwei Jahren bei MIA eingingen. Neben offenen Anfeindungen durch Mitschülerinnen, Lehrkräfte und Er­zie­he­rin­nen ziehen sich auch Beispiele subtilerer und systematischer Formen der Ausgrenzung durch den Bericht. So werden junge Sin­tiz­ze und Rom­nja häufig ohne Grund auf Förderschulen geschickt. Geflohene Rom­nja warten oft deutlich länger auf Kitaplätze oder die Einschulung als andere Geflüchtete. Und gemeldete Diskriminierungsfälle ignorieren Lehrkräfte und Schulleitungen teils. (…) Antiziganismus wird oft einfach hingenommen Die systematische Benachteiligung, das Mobbing und die Übergriffe führen teils dazu, dass die Kinder und Jugendlichen dem Unterricht fernbleiben. Auch dies erkennen Behörden und Schulleitungen mitunter nicht an

via taz; Rassismus gegen Sin­tiz­ze und Rom­nja Antiziganismus trifft Kinder in Schulen und Kitas