A 52-year-old woman who was arrested in a police raid in Athens on Thursday night for hiding the deputy leader of Greece’s neo-Nazi Golden Dawn party in her house was handed a 30-month prison sentence on Friday for aiding and abetting a fugitive. She will only serve three months in prison as her sentence was suspended. Speaking in court, the woman claimed that Christos Pappas had not been staying in her apartment in Zografou but that he suddenly showed up on Thursday. The apartment had been under police surveillance for around a week. The woman, an ethnic Greek from Ukraine, had run on the same ticket as GD deputy Ilias Kasidiaris in the 2019 local elections, news reports have suggested.
Ein Österreicher steckt hinter der Band Terrorsphära, auf deren Konzerten sich die Neonazi-Szene versammelt. Während unzählige Männer unter “Sieg Heil”-Rufen ihren rechten Arm in die Luft strecken, kündigt der Gitarrist auf der Bühne das nächste Lied an. Er ist maskiert, hat eine sportliche Statur, die Baseballkappe trägt er verkehrt herum. Der Musiker ist der bislang unerkannte Kopf der Band Terrorsphära – Österreichs Exportschlager in Sachen Neonazi-Hardcore. Manuel E. aus Osttirol steht auf der Bühne des größten rechtsextremen Metal-Festivals Europas in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. “Ich schau mir Ihre Fragen gerne an. Dann werde ich sehen, ob ich bereit bin, Ihnen Rede und Antwort zu stehen,” sagte Manuel E. am anderen Ende der Leitung. Das war er dann aber nicht. Weder hat E. Fragen zu Terrorsphära oder seinen Verbindungen zu den Hammerskins beantwortet, noch zu seinen Bekanntschaften unter ukrainischen Rechtsextremisten – dabei hätte er eine ganze Menge zu erzählen. Immerhin ist der 35-Jährige ein emsiger Vernetzer der Neonazi-Szene. Extrem rechter Netzwerker Schon Anfang der 2000er besuchte der Lienzer Hotspots der rechtsextremen Szene, wie das Ulrichsberg-Treffen in Kärnten oder den Rudolf-Hess Marsch in Bayern. Wegen rassistischer Gewaltverbrechen und des Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz landete er gleich mehrmals vor Gericht – und schließlich drei Jahre hinter Gitter. Damit verschwand Manuel E. erstmals von der Bühne. Heute, viele Jahre später, gibt sich der gelernte Fliesenleger zugeknöpft. Aktuelle Bezüge zur Neonazi-Szene? Keine Antwort. Manuel E. stecke seine ganze Zeit in Familie und Sport, so sein Trainer eines Lienzer Taekwondo-Vereins. (…) . Der deutsche Verfassungsschutz spricht von “Kontakten zu neonazistischen Strukturen”. Ebendiese Kontakte reichen von Australien über Portugal bis nach Russland und Deutschland. Und immer wieder sind es rechtsextreme bis militante Kreise, die mithilfe von Kampfsport, Lifestyle und Musik eine “wehrhafte Volksgemeinschaft” aufbauen wollen, wie sie es nennen. Kampfsport und Musik Dreh- und Angelpunkt des extrem rechten Aktivismus des E. sind Kampfsport und seine Bands. Der Osttiroler spielt nämlich gleich in mehreren. Die bekannteste davon, Terrorsphära, ist Robert Claus zufolge “eine der wichtigsten Bands des NS-Hardcore im deutschsprachigen Raum, die ihre nationalsozialistische Ideologie nicht allein musikalisch vertritt”. Nur war bisher unbekannt, wer sich hinter der Band verbirgt. Ablichten ließen sich die Musiker stets vermummt. Terrorsphära sei tief in ein Netzwerk militanter Neonazis eingebettet, so Claus. Der Sozialwissenschafter Robert Claus arbeitet für die “Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit” in Hannover. Er beschäftigt sich seit Jahren mit rechtsextremen Umtrieben im Sport. In seinem Buch “Ihr Kampf. Wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert” wird Manuel E.s Band Terrorsphära als “musikalisches Aushängeschild der Neonazi-Kampfsport-Szene” bezeichnet. Tatsächlich tritt die Band fast ausschließlich bei extrem rechten Kampfsport-Events auf. Antifaschistische Rechercheblogs wie “Exif-Recherche” oder “Runter von der Matte” dokumentieren: in Frankreich, in Deutschland, in Portugal, in Griechenland oder eben in der Ukraine. Organisiert werden die Wettkämpfe stets mithilfe gefährlicher rechtsextremistischer Strukturen: In Frankreich ist es das verbotene militante Neonazi-Netzwerk “Blood & Honour”; in Griechenland die “Goldene Morgenröte”, jene Partei, deren Spitze 2020 wegen Totschlags, Körperverletzung, Erpressung, Sprengstoffanschlägen und Geldwäsche als kriminelle Vereinigung verurteilt wurde; in Portugal trat Terrorsphära unter dem Titel “NS Beatdown” im Clubhaus der Hammerskins auf.
Einst war er der stolze Sohn der Stadt Mannheim: Xavier Naidoo. Inzwischen positioniert sich die Stadt klar gegen den Sänger und Verschwörungsideologen, ein Konzert im Oktober würde die Verwaltung am liebsten verhindern. Doch das ist gar nicht so einfach. Der frühere Hitsänger Xavier Naidoo sorgt inzwischen vor allem abseits der Bühnen für Schlagzeilen, zuletzt mit einem Musikvideo, in dem er Corona-Verschwörungsmythen verbreitet, zum bewaffneten Kampf aufruft und einen Anschlag auf ein Impfzentrum inszeniert. Solch einen Künstler wollen viele Städte nicht mehr auftreten lassen, gerade erst sprach sich die Rostocker Bürgerschaft für ein Verbot eines im August geplanten Konzerts in der Stadthalle aus. Und auch in Naidoos Heimatstadt Mannheim regt sich Widerstand. In der dortigen SAP-Arena soll der 49-Jährige am 9. Oktober auftreten, in der lokalen Politik sorgt das schon seit Monaten für Diskussionen. Auch die Stadtverwaltung bezieht klar Stellung. „Das geplante Konzert in der SAP-Arena ist nicht im Sinne der Stadt“, teilte sie in dieser Woche gegenüber verschiedenen Medien mit. „Xavier Naidoo hat sich positioniert als jemand, der sich gegen die Werte unseres Grundgesetzes stellt. Er leugnet die Gefahren der Pandemie und ruft dazu auf, Corona-Regeln zu missachten“, zitiert die „Rhein-Neckar-Zeitung“ Rathaussprecherin Monika Enzenbach. Die Stadt stehe gegen solche Haltungen und habe vor Jahren jegliche Zusammenarbeit mit Naidoo eingestellt. Das Problem: Eine ordnungsrechtliche Handhabe gegen das Konzert in Mannheim gibt es laut Stadt nicht. Die SAP-Arena solle allerdings prüfen, ob sie einem Künstler, „der immer weiter ins Abseits driftet und nun mit Antisemiten und Rechtsextremisten Musik macht“, eine Bühne bieten wolle, die er erwartbar nicht nur musikalisch nutzen werde, so die Verwaltung. Die genannte SAP-Arena wiederum schiebt die Verantwortlichkeit ebenfalls weiter. Der Betreiber Daniel Hopp sagte auf Anfrage des SWR, dass man nicht Konzertveranstalter, sondern lediglich Vermieter der Halle sei. Eine Absage könne nur durch den Veranstalter erfolgen. Dabei handelt es sich um das Unternehmen DeMi Promotion aus Hirschberg (Rhein-Neckar-Kreis). Dessen Geschäftsführer Dennis Gissel verurteilte die Aussagen Naidoos gegenüber dem SWR, betonte aber auch: „Trotz allem besteht das Recht der freien Meinungsäußerung nach wie vor in Deutschland. Ob uns das allen passt oder nicht.“
Robert K. aus Püttlingen (Kreis Saarlouis), der seit Jahren in der Rechtsrock-Szene verankert ist, wurde nun auch im Berufungsverfahren vor dem Appellationsgericht Metz verurteilt. Der Saarländer hatte Anfang 2018 auf seinem Privatgrundstück in der Nähe des lothringischen Volmunster einen Gedenkstein zu Ehren der 17. SS-Panzergrenadierdivision aufgestellt. Auf dem dunklen Steinblock in Form eines Grabsteins war gut sichtbar der Leitspruch der SS-Division „Götz von Berlichingen“ als Inschrift angebracht. Das Motto der SS-Einheit lautete „Drauf, dran und durch!“. In der ersten Instanz wurde der zum Kreis der Hammerskin-Sektion Westwall zählende 37-Jährige deshalb wegen Verherrlichung von Kriegsverbrechen und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 18 Monaten Haft, die Hälfte davon auf Bewährung, sowie 10.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Nach Medienberichten ist die Geldstrafe im Berufungsprozess bei gleichbleibendem Strafmaß nun sogar noch um 1.000 Euro angehoben worden. K. hat in dem grenznahen Dorf mit 800 Einwohnern das Grundstück bereits 2009 für läppische 1.500 Euro erworben. Dort hat es seither immer wieder grenzüberschreitende Neonazi-Treffen gegeben. Für Aufsehen sorgten insbesondere diverse Rechtsrockkonzerte, sodass der Saarländer Verfassungsschutz die Aktivitäten ins Visier nahm.
siehe dazu auch: Parlez-vous Nazideutsch? (2018). Seit Jahren fahren rechtsextreme Deutsche in französische Grenzorte, um dort ungestört zu feiern. Nun bereitet ein SS-Gedenkstein den Organisatoren Probleme. (…) Volmunster ist ein Anlaufpunkt für Verehrer des Nazi-Regimes aus ganz Europa. Französische Medien berichten immer wieder über von Deutschen organisierte Rechtsrock-Konzerte. Sie finden mindestens einmal im Jahr auf einem privaten Grundstück im Ortsteil Eschviller statt. (…) Auf dem Grundstück stand eines Morgens ein Gedenkstein zu Ehren einer Waffen-SS-Einheit. “Wir haben am Donnerstagmorgen von der Existenz des Gedenksteines erfahren”, sagt Jean-Luc Jaeg, der zuständige Staatsanwalt. Die Tafel habe sich gut sichtbar auf dem Feld eines Deutschen befunden und sei noch am selben Tag entfernt worden. Mittlerweile ermittelt die örtliche Polizei gemeinsam mit einer nationalen Sondereinheit gegen den Grundstücksbesitzer, wegen “Verherrlichung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit”. Die Einwohner sind entsetzt, vor allem angesichts ihrer Geschichte. Ein Teil der verherrlichten SS-Division soll für ein Massaker 1944 im Dorf Maillé verantwortlich sein. Maillé liegt im Zentrum Frankreichs, 124 Menschen wurden damals ermordet. Manche Dorfbewohner erzählen, wie ihre Familie während des Krieges von den Deutschen vertrieben wurde. “Schockierend” sei das erneute Aufkommen von Rechtsextremen, “traurig” und “eine Provokation”. (…) Demnach finden auf dem betroffenem Grundstück seit Jahren “musikalische Großereignisse” mit rechtsextremen Szenebands statt. Beispielhaft dafür stehe ein “Open Air” mit der rechtsextremistischen Bremer Szeneband “Kategorie C – Hungrige Wölfe” im Sommer 2016, unterstützt durch den Gütersloher NS-Rapper Julian F. alias “MaKss Damage”. Die Initiative zu den Veranstaltungen gehe von den saarländischen Hammerskins aus, einer Gruppe, die ein “rassistisches und nationalistisches Weltbild” pflegt. Nach Recherchen der Antifa im Saarland und in Freiburg gehört das Gelände dem Püttlinger Hammerskin Robert K. Er habe das Grundstück im Jahr 2009 für nur 1.500 Euro erworben. Vorher gehörte es laut Mitgliedern des Ortsrats einer deutschen Familie aus einer nahe gelegenen Gemeinde; Hammerskin-Event in Lothringen (2017). Malte Redeker hat sich gegenüber der „Rheinpfalz“ zu den Naziaktivitäten der „Hammerskins“ auf Mallorca geäußert. (…) Das Sommerfest mit Live-Konzert fand auf dem Privatgelände des Hammerskins Robert Kiefer an der Rue du temple in 57720 Volmunster im Département Moselle statt, kurz hinter der französischen Grenze zum Saarland.
Als “Hector Panzer” hat es der Deutsch-Mosambikaner Elias B. (24) zu zweifelhaftem Ruhm gebracht: Neben seinen Rap-Tracks ziehen seine Sauf-Videos mit dem umstrittenen YouTuber Max Herzberg (24) Tausende Zuschauer an. Dass er dabei auch mit stadtbekannten Neonazis auftritt und entsprechende Propaganda verbreitet, gehört wohl zum Erfolgskonzept. Doch vergangenes Jahr ging er dabei zu weit. “Ist es eigentlich legal, was ich da eigentlich grade mache?!”, fragte Elias B. im März 2020 grinsend in die Kamera, als er Hunderte Lieder von seiner Festplatte ins Netz lud und den Download-Link dazu auf Instagram verbreitete. Darunter fand sich neben diversem Rechtsrock auch das als Parteihymne der NSDAP verbotene Horst-Wessel-Lied. Die Frage nach der Legalität beantwortete das Dresdner Amtsgericht am 29. Juni 2020 mit einem Strafbefehl über 80 Tagessätze zu je 15 Euro. Doch Elias wollte nicht zahlen, legte Einspruch ein.
In Rostock ist im Spätsommer ein Konzert des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo geplant. Dagegen regt sich in der Politik allerdings erneut Widerstand. Im vergangenen Jahr war ein Verbotsantrag noch gescheitert, diesmal stehen die Vorzeichen anders. In Rostock wird erneut über das Verbot eines für den 22. August geplanten Konzerts von Xavier Naidoo diskutiert. Neben den Fraktionen von SPD und Linken der Rostocker Bürgerschaft sollen jetzt auch die Grünen einen solchen Vorstoß unterstützen, berichtet die „Ostsee-Zeitung“ (OZ). Damit würde es eine Mehrheit für ein Auftrittsverbot in der Rostocker Stadthalle geben. Im vergangenen Sommer war ein entsprechender Antrag noch knapp gescheitert. In dem neuen Antrags heißt es laut OZ zur Begründung, Naidoo stehe den Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahe, außerdem bediene er sich in persönlichen Äußerungen und Texten antisemitischer Verschwörungsmythen und schüre rassistische Ressentiments. „An unserer Haltung, dass Naidoo mit diesen Ansichten in der weltoffenen Hansestadt Rostock falsch ist, hat sich nichts geändert. Wir wollen ihm hier keine Chance geben, von einer kommunalen Bühne aus rechtsextremes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen“, sagte Eva-Maria Kröger, Chefin der Linken in der Bürgerschaft, laut OZ.
Die Punkband ZSK wurde mit ihrem Song über Christian Drosten berühmt. Ein Gespräch mit Sänger Joshi über Coronaleugner und Fridays for Future. taz am Wochenende: Joshi, die Musik Ihrer Band ZSK könnte man als euphorischen Skatepunk bezeichnen. Joshi: Euphorisch mag ich. Ihr Song über Christian Drosten hat Sie in Kreisen bekannt gemacht, die sonst vielleicht keinen Punk hören. Die Drosten-Nummer war verrückt. Da hat etwa ProSieben mir ein Fernsehteam in den Urlaub an der Ostsee geschickt, weil sie unbedingt ein Interview wollten. RTL kam zu uns in den Proberaum. Die kleine Scheißpunkband aus Kreuzberg läuft plötzlich im Deutschlandradio mit ihrem Drosten-Song, das war sehr ulkig. Das haben viele Leute gehört und gesehen, die sonst nichts mit unserer Musik zu tun haben, aber auch in Zukunft nichts zu tun haben wollen, glaub ich! Uns haben Ärzte, Wissenschaftler und ältere Leute geschrieben, die das cool finden. Oft hieß es: Bei mir in der Klinik gibt’s auch Coronaleugner, ich hasse die. Viele haben sich bedankt, weil es uns darum geht, all jene in Schutz zu nehmen, die Tag und Nacht arbeiten, damit Menschen nicht sterben, und dafür von Nazis, AfDlern, Reichsbürgern und Coronaleugnern massiv beschimpft und bedroht werden. (…) Ihr aktuelles Album hat den Titel „Ende der Welt“ und ist von einer kämpferischen Haltung geprägt. Ich muss sagen, so bedroht habe ich mich und uns ganz konkret als Künstler und Band noch nie gesehen. Als wir groß geworden sind, gab es die NPD, eine sehr gefährliche Partei mit einem Arm in die militante Naziszene hinein, damals vertreten in zwei Landtagen. Aber es stand nie ernsthaft zur Debatte, dass die in den Bundestag kommen. Sie konnten wenig erreichen im Vergleich zu dem, was die AfD jetzt tun kann mit eigener Stiftung, Zugang zum wissenschaftlichen Dienst des Bundestags, Millionen Euro durch die Wahlkampfkostenerstattung. Die AfD hat viele rechte Kader und Burschenschaftler in Lohn und Brot gebracht, die sonst vielleicht als rechter Anwalt gearbeitet und in ihrer Freizeit rechte Propaganda gemacht haben. Jetzt können sie das in Vollzeit tun. Ich merke es bei uns als Band, dass Jugendzentren und Clubs, die Fördergelder bekommen, Angst haben, weil die AfD so viel Druck macht. Wenn die AfD etwa Miteinander e. V. in Magdeburg die Gelder entziehen will, sitzen sie inzwischen wirklich an den Hebeln. Diese Dimension der Gefahr eines Rechtsrucks ist vielen noch gar nicht klar. Die AfD hat verstanden, dass die Leute, die sich ihnen entgegenstellen, in einer nichtrechten, alternativen Jugendkultur und im gesamten Kulturbereich zu finden sind, der sich für Menschenrechte, für Aufklärung und gegen Rassismus engagiert. Das wollen sie zerstören, weil das ihr schlimmster Gegner ist. Sie setzen alles daran, das kaputt zu machen.