Der langjährige NPD-Funktionär Sebastian Schmidtke wurde immer wieder verurteilt. Heute ist er als Streamer tätig und interviewt prominente AfD-Politiker wie Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Die Bundes-AfD akkreditierte ihn zuletzt als Journalisten. Anfang Juli in Erfurt. Beim Bundesparteitag der AfD steht ein Mann mit Kamera im Foyer der Messehalle und interviewt Mandatsträger und Funktionäre der Partei. Der Mann arbeitet seit etwa eineinhalb Jahren als Streamer, seitdem waren immer wieder hochrangige AfD-Politiker auf seinem YouTube-Kanal zu Gast. Es ist der bundesweit bekannte Neonazi Sebastian Schmidtke. Schmidtke war bis zum November 2024 stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD, die sich seit 2023 Die Heimat nennt. Vielfach trat er für die neonazistisch geprägte Partei bei Wahlen an. Immer wieder wurde er verurteilt, unter anderem wegen Volksverhetzung. Dennoch lassen sich zahlreiche AfD-Funktionäre von ihm interviewen. Eine WELT-Recherche für den „Politico“-Podcast „Inside AfD“ zeigt nun, dass die AfD-Bundesgeschäftsstelle Schmidtke offiziell als Journalisten für den Parteitag akkreditierte. Dort interviewte er den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, sowie mehrere Bundesvorstandsmitglieder und Landtagsabgeordnete der Partei. Viele von ihnen waren bereits zuvor auf seinem Kanal „Schmidtkes Welt“ aufgetreten, der etwa 33.000 Abonnenten hat. Siegmund ließ sich bereits fünfmal von Schmidtke interviewen. „Wir sprechen nach Möglichkeit mit allen Medien, die uns anfragen oder Interviews erbitten“, sagte ein Sprecher von Siegmund gegenüber „Inside AfD“. „Dabei führen wir bei den anfragenden Journalisten keine Gesinnungsprüfungen durch.“ Auch der Brandenburger AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt, der Bundesvorsitzende der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland, Jean Pascal Hohm, das AfD-Bundesvorstandsmitglied Dennis Hohloch, der Berliner Fraktions-Vizechef Thorsten Weiss, die Bundestagsabgeordnete Birgit Bessin, der Brandenburger Landtagsabgeordnete Fabian Jank sowie mehrere seiner Fraktionskollegen ließen sich bereits von Schmidtke interviewen, teils mehrfach.

via welt: Mehrfach verurteilter Neonazi mit Zugang zu führenden AfD-Politikern


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