Der Christopher Street Day (CSD) in Wernigerode ist von Störaktionen und einer angespannten Stimmung begleitet worden. Wie der Veranstalterinnen auf Anfrage mitteilte, wurden entlang der Demonstrationsstrecke Schrauben verteilt, zudem zeigten rechte Gruppen Präsenz am Rande der Veranstaltung. Die Schrauben hätten zunächst eingesammelt werden müssen, bevor der Demonstrationszug die Strecke passieren konnte, sagte Falko Jentsch vom veranstaltenden CSD Magdeburg. Es habe sich um schwarze Schnellbauschrauben gehandelt, die auf dem Asphalt nur schwer zu erkennen gewesen seien. Nach seiner Einschätzung bestand dadurch ein Verletzungsrisiko für Teilnehmerinnen und Fahrzeuge. An dem Umzug beteiligten sich nach Angaben der Organisatorinnen rund 350 Menschen. Der Demonstrationszug verlief zunächst dennoch ohne größere Zwischenfälle. Rechte Gruppen zeigen Präsenz Nach Angaben des Organisators versammelten sich zudem auf einer Brücke über einem Tunnel in der Stadt etwa 20 bis 30 Menschen aus dem rechtsextremen Spektrum. Sie hätten dort große Deutschlandflaggen gezeigt. Weitere kleinere Gruppen und einzelne Personen seien im Stadtgebiet unterwegs gewesen. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften vor Ort und sicherte die Zugänge zur Demonstration ab. Wie Falko Jentsch gegenüber der “Volksstimme” erklärte, ging eine knappe Woche vor dem CSD auf Instagram die Drohung ein, “alle in die Luft zu sprengen”. Die Vorfälle hätten bei vielen Teilnehmer*innen ein mulmiges Gefühl hinterlassen, sagte Jentsch. “Man merkt eine Anspannung.”
via queer: Sachsen-Anhalt Schrauben und rechte Gruppen stören CSD in Wernigerode