Da hat die AfD bei der Stadtratswahl gerade die Zahl ihrer Sitze von einem auf zwei verdoppeln können, da ist der eine Sitz auch schon wieder weg. Ulrich Holzner, der neben dem bisherigen AfD-Stadtrat, Kreisvorsitzenden und dem gescheiterten Landratskandidaten Richard Paukner den Sprung ins Stadtparlament geschafft hat, hat jetzt noch vor der ersten Sitzung des neu zusammengesetzten Gremiums der AfD den Rücken gekehrt: „Hiermit teile ich mit, dass ich aus der AfD ausgetreten bin“, heißt es in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Mein Mandat im Stadtrat werde ich künftig als fraktionsloses Mitglied ausüben.“ Fragt man bei Holzner nach, so gibt er sich gesprächig: Er sei zunehmend mit den Ansichten der AfD nicht mehr einverstanden gewesen. „Immer nur Remigration, die haben ja kein anderes Thema mehr. Ich konnte das nicht mehr hören.“ Das erzählt einer, der nach eigener Aussage als selbstständiger Kfz-Mechatroniker einen syrischen Geflüchteten angestellt habe, der sich bestens integriert habe. So jemanden abschieben zu wollen, gehe gar nicht. Außerdem sei die AfD „gegen alles und für nichts“, sagt Holzner, der in Altenhausen einen Reiterhof betreibt. Gegen Windkraft und gegen Freiflächenphotovoltaik sei die AfD, Dinge, die er gut finde. Die AfD spreche immer davon, etwas für die Landwirtschaft zu tun, aber auch das stimme nicht. Und dann noch die Nachwuchsorganisation „Generation Deutschland“, die im November 2025 als Nachfolgerin der Jungen Alternative gegründet worden sei: Junge Menschen mit scharfem Seitenscheitel, die Haare an den Seiten rasiert, im Trachtenjanker. „Was da herangekarrt wird, sind die Typen, die das verkörpern, was der AfD vorgeworfen wird“, spricht Holzner Klartext.
via merkur: „Gegen alles und für nichts“: Stadtrat in Bayern verlässt die AfD und rechnet mit Partei ab