Hintergründe der Polizeiaktion noch unklar, auch Entschärfungsdienst vor Ort. Hausdurchsuchungen auch in der Steiermark. Karner spricht von Schlag gegen “alte rechte Szene”. Die österreichischen Behörden haben am Dienstag eine großangelegte Aktion gegen die rechtsextreme Szene durchgeführt. In den frühen Morgenstunden kam es zu zahlreichen Hausdurchsuchungen, unter anderem bei Österreichs bekanntestem Neonazi, Gottfried Küssel. Er und Kameraden besitzen in einem Gebäudekomplex im zweiten Bezirk Wohnungen, dort sind auch zwei rechtsextreme Vereine gemeldet. Auch der Entschärfungsdienst war vor Ort. Innenminister Gerard Karner nahm am Nachmittag Stellung zu dem Einsatz: Es sei in insgesamt fünf Bundesländern – neben Wien, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Oberösterreich – und somit an insgesamt 25 Örtlichkeiten zu Hausdurchsuchungen gekommen. Dabei stehen 16 Männer und eine Frau unter Verdacht der NS-Wiederbetätigung. Festgenommen wurde bisher niemand, das könne sich aber noch ändern, das werde die Staatsanwaltschaft entscheiden, so Karner. Sichergestellt habe man laut Karner Waffen, Munition, Datenträger und Nazi-Propagandamaterial. Karner betonte, dass man einen Schlag gegen die “alte rechte Szene” unternommen habe. (…) Der 67-Jährige ist seit Jahrzehnten im Neonazi-Milieu aktiv, verbüßte deshalb auch mehrere Haftstrafen. 2011 wurde Küssel im Zuge der Ermittlungen gegen die Neonazi-Website Alpen-Donau.info nach einer Razzia im selben Gebäudekomplex verhaftet und in der Folge zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. (…) Küssel tauchte zuletzt auch rund um die Ermittlungen gegen die neonazistische Gruppierung “Sächsische Separatisten” auf, bei der zwei Söhne von Hans Jörg Schimanek aktiv waren. Schimanek war in den 1990er-Jahren nach Küssel eine der wichtigsten Figuren der sogenannten Vapo, der Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition. Auch der spätere Vizekanzler Heinz-Christian Strache besuchte die Vapo als junger Mann einmal. Küssel und Schimanek wurden beide für ihre Aktivitäten dort verurteilt, Schimanek wanderte danach nach Ostdeutschland aus.

via standard: Großeinsatz gegen Neonazi-Szene: Razzia bei Küssel und weiteren 24 Örtlichkeiten

siehe auch: Großrazzia in Wien Hausdurchsuchungen in Umfeld von Neonazi Gottfried Küssel Österreichs Verfassungsschutz führte koordinierte Razzien gegen den mehrfach verurteilten Neonazi Gottfried Küssel und sein Netzwerk durch. Die Ermittlungen dauern an. Die österreichischen Sicherheitsbehörden haben am Dienstagmorgen eine koordinierte Aktion gegen die rechtsextreme Szene durchgeführt. Im Zentrum der Ermittlungen steht Gottfried Küssel, Österreichs wohl bekanntester Neonazi, in dessen Umfeld mehrere Hausdurchsuchungen stattfanden; Razzia bei Gottfried Küssel: die ersten Fotos Knapp vor acht Uhr: Augen­zeu­gen berich­ten „Stoppt die Rech­ten“ von einem Poli­zei­auf­ge­bot in der Wie­ner Leo­pold­stadt und über­mit­teln Fotos. Der Ort: Gott­fried Küs­sels Adresse. Die Lich­ten­au­er­gas­se im Czern­in­vier­tel ist für vie­le eine bekann­te Adres­se: Dort woh­nen der bekann­tes­te Neo­na­zi Öster­reichs, Gott­fried Küs­sel, und sein Gefähr­te aus VAPO- und Alpen-Donau-Zei­ten, Felix B.. Schon für die Alpen-Donau-Trup­pe dien­ten Erd­ge­schoß­räum­lich­kei­ten in der Lich­ten­au­er­gas­se als Treff­punkt. Damals hat­te dort die Feri­al­ver­bin­dung „Reich“ ihren Sitz. Heu­te heißt Küs­sels „Reich“ „Impe­ria“, Adres­se und ver­mut­lich auch ein­schlä­gi­ge Akti­vi­tä­ten sind die­sel­ben geblie­ben. Ange­sie­delt im Haus ist nicht nur die „Impe­ria”, son­dern eben­falls der „Ver­ein für Kul­tur und Kunst­schaf­fen­de”, als des­sen Obmann Küs­sel fungiert.