Die italienische Regierung hat die Kritik der unabhängigen Menschenrechtsorganisation des Europarats (ECRI) zurückgewiesen, die der Polizei vorgeworfen hatte, bei Kontrollen und Ermittlungen rassistische Profile zu erstellen – insbesondere im Hinblick auf Roma und Menschen afrikanischer Herkunft. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni nannte die Vorwürfe „beschämend“. Davor hatte der Präsident der Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) des Europarats, Bertil Cottier, Italien aufgefordert, eine unabhängige Untersuchung über rassistisches Verhalten der Sicherheitskräfte einzuleiten. Zuletzt sei ein Anstieg diskriminierender Kontrollen – auch aufgrund von Hautfarbe, Ethnie oder Religion – festgestellt worden. Bereits im vergangenen Jahr hatte die ECRI Italien wegen rassistischer Polizeikontrollen kritisiert. Meloni sprach von einer „ideologisch gefärbten Einstellung“ der Organisation des Europarats. Die Ministerpräsidentin erklärte, dass viele Polizisten bei Angriffen – oft durch irregulär eingereiste Migranten – verletzt würden, während sie gesetzestreu ihre Pflicht erfüllten. Auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella stärkte den Polizeikräften den Rücken und meinte, sie handelten „im Geiste der Verfassung“. Die rechte Regierungspartei Lega von Verkehrsminister Matteo Salvini bezeichnete den Europarat auf X „eine überflüssige Organisation, die aufgelöst werden sollte“.

via stol.it: Italien verteidigt seine Polizei gegen Rassismus-Vorwürfe