Alexander S. soll Teil einer Organisation gewesen sein, der Neonazis angehören und die den Reichsbürgern nahesteht. Die Behörden ermitteln, sehen aber derzeit keine Hinweise auf eine politische Motivation der Tat. Die Ermittlungen zur Amokfahrt von Mannheim am vergangenen Montag dauern an. Ein Mann lenkte ein Auto in hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge. Zwei Menschen verloren dabei ihr Leben, vierzehn wurden verletzt. Nach derzeitigem Stand gebe es keine Hinweise dafür, dass der Tat ein extremistisches oder politisches Motiv zugrunde liegt. Das gab die Staatsanwaltschaft Baden-Württemberg am Mittwoch bekannt. Die Behörden gehen davon aus, dass bei dem Täter Alexander S. seit vielen Jahren eine psychische Erkrankung vorliegt. Er habe sich in der Vergangenheit regelmäßig in ärztlicher bzw. psychiatrischer Behandlung befunden. Im vergangenen Jahr auch stationär. Hinweise auf Kontakte ins rechtsextreme Milieu Im Fokus der Ermittlungen stehen allerdings auch Hinweise darauf, dass Alexander S. im Jahr 2018 möglicherweise Kontakte ins rechtsextreme Milieu gepflegt haben soll. Im selben Jahr wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet hatte. Die taz berichtet, er habe auf Facebook unter einem Bild von Adolf Hitler „Sieg Heil from Germany“ kommentiert. Laut Staatsanwaltschaft werde auch das in den Ermittlungen berücksichtigt. Es soll jedoch noch weitere Verbindungen des Täters zur rechtsextremen Szene geben. Die taz und die FAZ berichteten darüber und beziehen sich auf Ergebnisse des Rechercheportals Exif. Demnach sei Alexander S. Teil des sogenannten Ring-Bundes gewesen – eine von Neonazis geführte Gruppe aus dem Spektrum der Reichsbürger. Sein Name taucht auf einer Namensliste auf, die im Jahr 2018 von einem Mitglied des Ring-Bundes angelegt worden sei. Neben seinem Klarnamen stehen weitere Angaben wie die Kategorie „Wünsche“ in der bei Alexander S. „Sicherheit, Rückzugsmöglichkeit, Kontakte“ gelistet sind. Unter „Fähigkeiten“ steht bei ihm „gelernter Landschaftsgärtner, Boxer, Bolzenschuss­erlaubnis für Schlachtvieh, Englisch“.

via berliner zeting: Kommentar unter Hitler-Bild: Ist der Amokfahrer aus Mannheim rechtsextrem?

siehe auch: Pkw-Attacke in #Mannheim – Amokfahrer war früher in rechtsextremer Szene aktiv – #terror. Nach der Pkw-Attacke in Mannheim schließen Ermittler ein politisches Motiv aus. Aber: Der Festgenommene war offenbar vor Jahren Teil der rechten Szene. Die Ermittler legten sich vorerst fest: Das Pkw-Attentat, bei dem am Montag in der Mannheimer Innenstadt zwei Menschen getötet und elf teils schwer verletzt wurden, habe keinen politischen Hintergrund. Es gebe vielmehr konkrete Hinweise auf eine psychische Erkrankung des festgenommenen Alexander S. Nun aber gibt es laut der Antifa-Recherchegruppe Exif ebenfalls Hinweise, dass der 40-Jährige zumindest in der Vergangenheit politisch aktiv war: in der rechtsextremen Szene. Demnach zeigen Fotos Alexander S. bei einem Aufmarsch von Rechtsextremen und Reichsbürgern im Oktober 2018 in Berlin. Rund 1.300 Teilnehmende hatten sich damals dem Aufzug des Bündnisses „Wir für Deutschland“ angeschlossen – kurz zuvor war es in Chemnitz zu rechten Unruhen gekommen. Laut Exif soll Alexander S. zudem zumindest im Jahr 2018 Teil des „Ring Bunds“ gewesen sein, einer Gruppe aus dem Umfeld eines rechtsextremen Waffennetzwerks. In einer Personenliste eines dort Aktiven soll Alexander S. mit dem Verweis „Ring Bund“ notiert gewesen sein. Zudem soll S. im September 2018 via E-Mail instruiert worden sein, wie man Nachrichten im Entwürfe-Ordner des „Ring Bund“-Accounts austauschen könne.