Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré referierte bei einem Treffen mit Rechtsextremen ihre Ideen zur „Remigration“. Extremismusexperten und Landespolitik überrascht das Treffen nicht. Die AfD Brandenburg macht keinen Hehl aus ihren Verbindungen ins rechtsextreme Milieu. Jüngstes Beispiel: das Treffen der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Lena Korté mit Neonazis in der Schweiz Mitte Dezember 2024. Auf X erklärte sie öffentlich, „auf Einladung der Jungen Tat“ sei sie zu einem Vortragsabend nach Zürich gefahren, an dem laut Correctiv-Recherche neben der rechtsextremistischen Gruppe „Junge Tat“ und dem AfD-Bundestagsabgeordneten Roger Beckamp zudem Unterstützer der in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Bewegung sowie Vertreter der Baden-Württembergischen Jungen Alternative sowie der Lörracher AfD teilnahmen. (…) „Die Vernetzung mit rechtsextremen Kräften, auch inklusive im Neonazismus wurzelnden Teilbereichen, ist bei der Brandenburger AfD weder Ausrutscher, noch Einzelfall, noch Zufall.“ Als selbsterklärte „Bewegungspartei“, die ein politisches „Vorfeld“ pflegen und fördern wolle, suche die AfD die Vernetzung mit anderen rechtsextremen Kräften, so Schulze. „Insofern stellt das Zusammenkommen von Lena Kotré mit Neonazis keine neue Stufe der Radikalisierung dar, sondern ist Ausdruck der Fortsetzung des bisherigen Kurses.“ (…) Als weitere Beispiele für die Vernetzung der AfD mit Rechtsextremen nennt Christoph Schulze das publizistische Milieu von Steffen Kotré, Brandenburger AfD-Bundestagsabgeordneter und Lena Kotrés Ehemann, der einst seine Gedichte im „Blood & Honour“-Umfeld veröffentlichte; die Nähe der Brandenburger AfD zum „polnischen Krawallantisemiten Grzegorz Braun“ sowie das „Metapol“-Treffen, an dem der Potsdamer AfDler Tim Krause im September teilnahm. „Metapol“ entstamme dem Neonazi-Milieu in Brandenburg. AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt räumte ein, unter anderem mit dem ehemaligen Anführer der militanten Neonazigruppe „Spreelichter“, Marcel Forstmeier, eng vernetzt zu sein. Neu ist: „Zunehmend werden solche Verbindungen von der AfD nicht mehr relativiert, sondern freimütig eingeräumt“, so Schulze. Etwa von Berndt oder von Lena Kotré. Maica Vierkant, Leiterin des Aktionsbündnisses Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus, nennt es bemerkenswert, wie wenig Ängste Lena Kotré habe, dies öffentlich zu machen.
via tagesspiegel: „Weder Ausrutscher, noch Einzelfall“: Lena Kotré ist mit Neonazi-Treffen auf Parteilinie der AfD Brandenburg