Die Zahl der Todesopfer in Magdeburg steigt auf mindestens fünf. Innenministerin Faeser kündigt Aufklärung an. Es gibt Hinweise auf ein rechtes Tatmotiv. Deutsche und internationale Po­li­ti­ke­r*in­nen haben bestürzt auf den mutmaßlichen Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt reagiert. Die Zahl der Toten stieg am Samstagvormittag auf fünf, über 200 teils schwer Verletzte werden weiter behandelt. Gleichzeitig werden immer mehr Details über den mutmaßlichen Täter bekannt, der ein Auto gezielt in die Menschenmenge in der Magdeburger Innenstadt gelenkt hatte. (…) Der mutmaßliche Täter scheint dem Islam ganz im Gegenteil feindlich gegenüberzustehen. Darauf weisen auch Äußerungen hin, die A. 2019 in einem Interview mit der FAZ getätigt hatte, in dem es um seine Hilfe für Personen ging, die vom saudischen Staat verfolgt werden. Er sprach über die Unterdrückung der Frauen in Saudi-Arabien sowie über die Gründe seines Asylantrags in Deutschland. Nachdem er als Facharzt nach Deutschland kam, beantragte er zehn Jahre später Asyl. Ihm sei mit dem Tod gedroht worden, weil er sich öffentlich gegen den Islam ausgesprochen habe, sagte er der FAZ und erklärte: „Ich bin der aggressivste Kritiker des Islams in der Geschichte.“ Diese Position als Ex-Muslim verbreitete er auch in zahlreichen Beiträgen auf auf X (damals Twitter). Auf seinem Profil lässt sich dabei eine Veränderung beobachten. Seine Kritik an deutschen Behörden, sie würden Ex-Muslime und islamkritische Migranten nicht ausreichend schützen, wurde radikaler. In jüngsten Postings gibt es Anzeichen eines Verfolgungswahns. Im Juni teilte er einen Beitrag der AfD-Chefin Alice Weidel zum Anschlag in Mannheim, bei dem ein Polizist ums Leben kam und kommentierte ihn mit den Worten: „Meiner Erfahrung nach, ist die deutsche Polizei der echte Treiber des Islamismus in Deutschland“ (sic!). Und er erklärte: „Wir brauchen die AFD um die Polizei vor sich zu schützen.“ (…) Erst am 15. Dezember veröffentlichte eine rechtsradikale und islamfeindliche US-Plattform ein rund 45-minütiges Interview mit Taleb A. Darin spricht er über eine angeblichen gezielten Agenda Deutschlands, aktiv Islamisten ins Land zu holen und dagegen „echte“ Flüchtlinge zu unterdrücken, die sich vom Islam abgewandt haben und vor der Sharia Schutz suchen.“ Und noch kurz vor der Tat veröffentlichte er auf „X“ vier kurze Videos. Darin kritisiert A. erneut, dass Deutschland Islamkritiker verfolgen würde. Auch wirft er einem „Agenten“ vor, dass sie einen USB-Stick aus seinem Briefkasten gestohlen hätten. Auf diesem will er Hinweise auf angeblich kriminelles Verhalten einer saudi-arabischen Frauenrechtlerin gesammelt haben, die 2015 nach Deutschland floh. Auch diese Videos wirken wirr. Zahlreiche AfD-Politiker*innen hatten indes bereits direkt nach der Tat begonnen, diese für ihre rassistische Agenda auszuschlachten. Der Bundestagsabgeordnete und Chef der Jungen Alternative, Hannes Gnauck, postete Magdeburg als Standort und dazu eine Kachel mit KI-Grafik, auf der steht: „Es reicht! Schiebt sie alle ab!“ Dazu kommentierte er: „Sie müssen weg. Dann hört es auf!“ Viele Abgeordnete und AfD-Politiker teilten unverpixelte Aufnahmen von dem Anschlag.

via taz: Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt Vieles deutet auf radikal-islamfeindlichen Hintergrund hin

siehe auch: Magdeburg-Terrorist hasst den Islam, ist pro AfD und will Todesstrafe für Merkel. Terror-Anschlag auf Weihnachtsmarkt Magdeburg: Auto fährt in Menschenmenge Auf dem zentralen Weihnachtsmarkt in Magdeburg ist es am Freitag (20. Dezember) zu einem Anschlag mit verheerenden Folgen gekommen. Nach dem grauenvollen Terroranschlag von Magdeburg wirft das Täterprofil Fragen auf. Der 50-jährige Taleb Al A. wirkt in seinen Beiträgen auf X teilweise wirr. Manches erinnert an den Terroristen Anders Behring Breivik, des islamfeindlichen Verschwörungstheoretikers, der im Jahr 2011 77 Menschen in Norwegen tötete. Auch der Mörder von Magdeburg hasst den Islam und wirft unter anderen Altkanzlerin Angela Merkel vor, die „Islamisierung Europas“ vorangetrieben zu haben. Was auch nicht ins Bild der ersten Spekulationen rund um einen mutmaßlichen islamistischen Anschlag passt: Der Mann arbeitete offenbar in einer Klinik als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, war also in Deutschland integriert (…) In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bezeichnete sich Taleb Al A. 2019 als „aggressivsten Kritiker des Islams in der Geschichte“. Der bekennende Atheist war auch aktiv im Netzwerk X und Fan des Trump-Vertrauten Elon Musk. Sein X-Account ist weiterhin online. Dort konnten seine Follower die zunehmende Radikalisierung des Mannes verfolgen (…) Im Jahr 2016 postete der Mann: „Ich und AfD bekämpfen den gleichen Feind um Deutschland zu schützen.“ Er wollte mit der Partei Kontakt aufnehmen und über die Gründung einer „Ex-Muslim-Academy“ zu beraten. Laut Recherchen des „Spiegel“ folgten mehrere bekannte AfD-Funktionäre sowie Mitglieder ihrer Jugendorganisation „Junge Alternative“ dem Account.