In sozialen Medien kursieren geleakte US-Geheimdokumente zum Ukraine-Krieg. Die Suche nach denjenigen, die sie verbreitet haben, läuft. Ein Ex-Beamter im US-Verteidigungsministerium geht davon aus, dass es ein US-Leck war: „Viele der Dokumente waren nur in US-Händen“, sagte Michael Mulroy der Nachrichtenagentur Reuters. Die US-Zeitung New York Times hatte am Donnerstag (6. April) erstmals über den Dokumenten-Leak berichtet. Manche Beobachter vergleichen ihn wegen seines Ausmaßes bereits mit „Wikileaks“ aus dem Jahr 2013. Ein kurzer Abriss, was bislang (Stand Mittag des 10. April) über den Fall bekannt ist. Geleakte US-Geheimdokumente zum Ukraine-Krieg: Was ist passiert? Nach Berichten zahlreicher US-Medien belegen die Dokumente, wie tief die Geheimdienste Washingtons auch ihre Verbündeten durchleuchten. Ein Dokument zeigt demnach, dass die USA auch Wolodymyr Selenskyj ausspioniert hätten. (…) Unklar ist aber weiter, wer die Unterlagen unter anderem der US-Geheimdienste veröffentlicht hat und ob sie tatsächlich alle echt sind. Analysten hatten teils Manipulationen an den fotografierten Unterlagen nachgewiesen – im Sinne Russlands. Auch zwei nicht namentlich genannte US-Regierungsbeamte äußerten diesen Verdacht im Gespräch mit Reuters. Auf diese Weise könne versucht werden, die Ermittler in die Irre zu führen oder Fake News zu verbreiten, die den US-Sicherheitsinteressen schaden könnten, erläuterten sie. Geleakte US-Geheimdokumente zum Ukraine-Krieg: Zahlen zu Verlusten Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf ein Dokument, dass während des Krieges bisher 43.000 russische Soldaten getötet worden sein sollen. Auf ukrainischer Seite liege die Zahl der Toten bei 17.500, hieß es. In den manipulierten Versionen der Dokumente, die in russischen Kanälen auftauchten, war Experten zufolge die Zahl der getöteten Russen nur halb so hoch, die Zahl der getöteten Ukraine dagegen höher als in der ursprünglichen Fassung. Reuters hat nach eigenen Angaben mehr als 50 der als „geheim“ oder „streng geheim“ eingestufte Dokumente. Dabei sei aufgefallen, dass Zahlen zu geschätzten russischen Verlusten in der Ukraine unerwartet gering waren.
via fr: Brisante Dokumente zum Ukraine-Krieg aufgetaucht: Ermittler hegen ersten Verdacht
siehe auch: Ukraine-Leaks: Es gibt einen Verdacht. In den USA wird offenbar fieberhaft nach dem Leck gesucht, das geheime Dokumente zum Ukraine-Krieg ans Tageslicht brachte. Ein Verdacht: Es war ein Amerikaner. Nach der Veröffentlichung geheimer militärischer und nachrichtendienstlicher Dokumente im Internet ist die US-Regierung auf der Suche nach dem Urheber. Regierungskreisen zufolge deutet die Vielfalt der in den Papieren angesprochenen Themen, die sich auf den Krieg in der Ukraine, China, den Nahen Osten und Afrika beziehen, darauf hin, dass sie eher von einem US-Amerikaner als von einem Verbündeten weitergegeben wurden. “Der Fokus liegt jetzt darauf, dass es sich um ein US-Leck handelt, da viele der Dokumente nur in US-Händen waren”, erklärte Michael Mulroy, ein ehemals hoher Beamter im Verteidigungsministerium, der Nachrichtenagentur Reuters, den Verdacht. Das Ministerium bekräftigte am Sonntag, man habe das Justizministerium formell um eine Untersuchung gebeten. Nach Angaben aus Regierungskreisen sind die Untersuchungen noch am Anfang. Es sei nicht ausgeschlossen, dass prorussische Elemente hinter dem Leck stünden. Es könnte sich um den schwerwiegendsten Geheimnisverrat seit dem Jahr 2013 handeln, als Hunderttausende Dokumente, Videos und Interna auf der Webseite der Enthüllungsplattform WikiLeaks erschienen; Ukraine muss wegen geleakter US-Dokumente angeblich Kriegspläne ändern Öffentlich gewordene Unterlagen mit mutmaßlichen US-Militärgeheimnissen drängen die Ukraine laut CNN teilweise zur Umplanung. Andere Medien berichten, dass dem Land bald die Flugabwehrraketen ausgehen könnten. Seit Tagen veröffentlichen US-Medien Artikel und Videos über angeblich geleakte Geheimdokumente der USA zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Laut einem Beitrag des US-Fernsehsenders CNN ärgert sich die ukrainische Führung über diese Leaks: Das Land habe wegen der Veröffentlichungen bereits einige seiner militärischen Pläne geändert, schrieb CNN unter Berufung auf das Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Auf den CNN-Bericht angesprochen, sagte der Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychailo Podoljak, der Nachrichtenagentur Reuters, die Strategie der Ukraine sei nicht geändert worden. Spezifische taktische Pläne stünden aber jederzeit unter Vorbehalt.