Vom beschaulichen Elbvorland aus plante ein Hamburger Rechtsextremist den Kampf gegen den von ihm verhassten Westen. Russische Ultranationalisten inspirierten ihn. Ein gängiges Muster, so der Verfassungsschutz. Vom Wrauster Bogen in Hamburgs südlichstem Stadtteil Kirchwerder ist es nur einen Steinwurf bis zur Elbe. Das Ufer auf der anderen Seite gehört schon zu Niedersachsen. Beschaulich ist es hier, weit weg vom Puls der Großstadt, ländlich, von Obsthöfen geprägt. Lange schmale Felder durchziehen die Landschaft. Marcel J. wohnte in einem der moderneren Rotklinkerhäuser mit Blick auf den Elbdeich. Seine Abschlussprüfung zum Gärtner soll er jüngst erfolgreich abgelegt haben. Dann klopften Ermittler des polizeilichen Staatsschutzes an seine Tür und verhafteten ihn. Seitdem wartet der 31-Jährige in Untersuchungshaft auf seinen Prozess. J. wird verdächtigt, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen, Anwerbungen für einen fremden Militärdienst versucht zu haben. Mit Blick auf den von Marcel J. betriebenen Telegram-Kanal „Das andere Deutschland“ und seinen Facebook-Auftritt erhalten die Vorwürfe eine besondere Brisanz. Mittlerweile ist der Telegram-Kanal zwar vollständig gelöscht. Doch noch bis vor Kurzem wurde dort kräftig gehetzt: „Gegen Staat und Kapital“, hieß es dort. „Auf zur Revolution“. Vor allem aber nutzte J. die sozialen Medien, um den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zu verteidigen und das verbotene „Z“-Symbol der Kreml-Propaganda zu verbreiten. J., der auf Facebook als Xaver Sch. auftaucht, agitierte im Sinne des russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen ideologischen Einflüsterern, etwa dem Ultranationalisten Alexander Dugin, dessen Tochter jüngst in Russland einem Autobombenanschlag zum Opfer fiel, der womöglich ihm selbst galt. (…) J. soll bereits zu Vernetzungstreffen in die Niederlande gereist sein. Auf Fotos, die er im Internet verbreitete, posierte er mit einem russischen Sturmgewehr AK-47. Nicht zuletzt soll er einen Visumsantrag für Weißrussland ausgefüllt und im Internet hochgeladen haben. Ausreisen wollte er im August. Die Polizei kam ihm zuvor. Bei den Sicherheitsbehörden ist Marcel J. längst bekannt: Allerdings nicht als extremer Russland-Freund sondern als einschlägiger Rechtsextremist mit engen Verbindung zu den rechtsextremen „Merkel muss weg“-Kundgebungen. Gemeinsam mit anderen Rechtsextremen soll er in den letzten Jahren versucht haben, eine militante Bewegung aufzuziehen.

via welt: „Putin hat die Funktion, die vorher Trump hatte“

AK-47 type II noBG.png
Von <a class=”external free” href=”https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Nemo5576″>https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Nemo5576</a> – <a class=”external free” href=”https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/archive/5/57/20071011232612%21AK-47_type_II_Part_DM-ST-89-01131.jpg”>https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/archive/5/57/20071011232612%21AK-47_type_II_Part_DM-ST-89-01131.jpg</a>, CC BY-SA 4.0, Link – symbolbild