In den letzten Jahren ist Daniel Fiß zu einem wichtigen Gestalter innerhalb der AfD aufgestiegen. Dabei distanzierte er sich immer wieder von seiner neonazistischen Vergangenheit. Die AfD-Leaks zeigen nun: Für den Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern holte sich der AfD-Campaigner nicht nur Unterstützung von Aktivisten der Identitären Bewegung, sondern auch von einem gewalttätigen Neonazi aus seinem früheren Umfeld. Daniel Fiß hat in der AfD Mecklenburg-Vorpommern eine beachtliche Karriere gemacht. Der 33-Jährige gilt als wichtiger Stratege im Landesverband. Er arbeitet als persönlicher Referent der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag, gehört dem Landesvorstand der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland an und leitete den Wahlkampf zur Landtagswahl. Seine politische Vergangenheit in der Neonazi-Szene ist dabei kein Geheimnis: Als Jugendlicher engagierte er sich bei der NPD-Jugend, später stieg er in der Identitären Bewegung (IB) Deutschland bis zum Co-Bundesvorsitzenden auf. Von seiner Zeit bei den Jungen Nationaldemokraten (JN) hat Fiß sich öffentlich distanziert. Er habe mit den damaligen Strukturen gebrochen, erklärte er mehrfach. Die derzeitigen AfD-Leaks werfen allerdings die Frage auf, wie weit der von Fiß behauptete Bruch tatsächlich reicht. Denn aus den internen Unterlagen geht hervor, dass sich Fiß im Landtagswahlkampf nicht nur auf die Unterstützung von Aktivisten der Identitären Bewegung verlassen konnte. Er fädelte auch einen Auftrag mit dem Hannoveraner Neonazi Patrick S. ein, den er bereits aus seiner Zeit bei der NPD-Jugend kennt. Wie jüngste Auswertungen des Spiegel zu den AfD-Leaks zeigen, ging es dabei mehrfach um Grafikarbeiten für den Wahlkampf. Dazu gehörten unter anderem Social-Media-Kacheln und eine Anzeige, die in einer AfD-nahen Zeitung erscheinen sollte. Für die Arbeiten stellte eine Firma, bei der die Frau von S. als Inhaberin angegeben ist, dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern mindestens 4.180 Euro in Rechnung. Fiß leitete die Rechnungen an den Landesvorstand weiter und kümmerte sich um deren Bezahlung. Obwohl die Frau von S. gegenüber dem Spiegel erklärte, sie selbst habe die Dienstleistungen erbracht und ihr Mann sei nicht für ihre Firma tätigt, zeigen die E-Mails, dass Fiß die Aufträge mit Patrick S. selbst abstimmte.

via endstation rechts: DANIEL FISS Vom Neonazi-Nachwuchs zum AfD-Strategen


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