Rechtsextreme greifen Demonstranten an, Polizisten stehen daneben. Der Innenminister bestreitet jede Unterstützung. Videos werfen Fragen auf. Der französische Innenminister Laurent Nuñez erklärte gegenüber dem Fernsehsender BFM-TV, dass das Erscheinen von Rechtsextremen in vielen Städten des Landes bei den Demonstrationen am 24. Oktober keineswegs unerwartet war. So hatten rechtsextreme Kreise über soziale Medien nach den Demonstrationen der Vorwoche dazu aufgerufen, Geschäfte zu schützen. Ein Influencer (Mediapart- Bericht) hatte hierfür das Erkennungszeichen einer weißen Schleife vorgeschlagen (…) Während die Demonstrationen am 24. Oktober insgesamt relativ ruhig und friedlich blieben (267 Polizisten wurden verletzt, 150 Demonstranten, davon drei schwer), kursierten jedoch schnell zahlreiche Videos in den sozialen Netzwerken, die Gewalt durch rechtsextreme Demonstranten dokumentieren. (…) Das Video von Le Monde zeigt, wie Rechtsextreme vor den Augen der heranstürmenden Polizei einen Demonstranten verprügeln. Währenddessen machen die Polizisten offenbar keine Anstalten einzugreifen. Anschließend schleift die Polizei auf den Bildern das Opfer, dessen Schmerzenschreie zu hören sind, davon. Bereits zuvor war es zu Angriffen von Rechtsextremen auf die Demonstration gekommen, ohne dass die Polizei eingegiffen hat. Als die Demonstranten gemeinsam eine Gruppe Rechtsextremer angreifen, stürmt die Polizei herbei, schlägt auf die Demonstranten ein. Anschließend kommt es zu Szenen, die Le Monde als Einverständnis zwischen Rechtsextremen und Polizisten interpretiert. Die Organisation Liga der Menschenrechte verurteilt die Passivität der Polizei. Ein strafrechtliches Verfahren ist eingeleitet. (…) Der Staatsanwalt von Nizza hat bereits am Sonntag, dem 25. Oktober, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. “Wie kann es sein, dass mehr als hundert Männer wie ein Rudel in die Innenstadt stürmen und Demonstranten angreifen konnten, ohne dass die Ordnungskräfte reagierten, obwohl die Polizei das gesamte Gebiet absicherte?”, fragt Mireille Damiano, Rechtsanwältin und ehemalige Kandidatin bei den Kommunalwahlen. Mediapart hat auch die sozialen Kanäle der Rechtsextremen ausgewertet und eine Reihe von Aussagen gefunden, dass Rechtsextreme einen direkten Kontakt zur Polizei hatten und ihnen hierfür ausdrücklich dankten. Dies bestätigen auch Videos, die Mediapart ausgewertet hat. Hierauf ist zu sehen, wie Polizei und Rechtsextreme immer wieder miteinander sprechen und sich gegenseitig warnen
via telepolis: Frankreich: Rechte Gewalt unter den Augen der Polizei
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