Michael Stauch stieg rasch auf in der AfD, trotz früherer Ermittlungen wegen Volksverhetzung. Selbst in der Partei fragen sich viele: Wer ist der neue Mann? Ein Selfie-Video vom September 2023 zeigt Michael Stauch im Zug in Friedrichshafen. Er schildert einen vorigen Streit in der Warteschlange des Katamarans nach Konstanz. Ein Mann habe sich vorgedrängelt, Umstehende hätten schlichten müssen, bevor es handgreiflich wurde. Stauch nennt den Mann „Kanake“, später „Dreckskanake“. Er kündigt an: „Wenn ich das Kabel nächste Woche dabeihab‘, dann verschlag‘ ich den“. Dann fordert er dazu auf: „Wir müssen sie falten, wir müssen ihnen Ordnung beibringen.“ Das Video liegt dem SÜDKURIER vor. Es entstand, als Stauch seine Aufnahmegespräche in der Konstanzer AfD führte. Dort wusste man darüber Bescheid. Seit Ende Juli 2026 ist er einer von zwei Vorsitzenden des Kreisverbands. In mehreren AfD-Chatgruppen kursierte die Aufnahme, berichten Parteimitglieder, auch dem Landesvorstand sei sie bekannt gewesen. Zuerst erschienen sei sie in Stauchs WhatsApp-Status. Nachdem sie öffentlich wurde, ermittelte die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Teil der Auswertung war ein zweiter Clip: ein Ausschnitt der Kinderserie „Peppa Wutz“, unterlegt mit „Ausländer raus, Deutschland den Deutschen“ zur Melodie von „L‘amour toujours“. Denselben Text grölten zu Pfingsten 2024 Gäste eines Luxusclubs auf Sylt, der Vorfall wurde bundesweit zum Eklat. Laut Ermittlungsakte, die dem SÜDKURIER vorliegt, ist es „herrschende Meinung“, dass die Parole nicht strafbar ist. Videos wirken bis heute in der AfD nach Die Staatsanwaltschaft Konstanz bestätigt die Ermittlungen und Einstellung des Verfahrens im Februar 2025. Stauch habe die Videos nicht öffentlich geteilt, sie hätten keinen größeren Empfängerkreis erreicht. Wie er heute zu ihrem Inhalt steht, beantwortet er dem SÜDKURIER nicht. Mit Aussagen aus den Videos konfrontiert, sagt Landesvorstand Markus Frohnmaier, ihm seien diese nicht bekannt. Zu deren Außenwirkung auf die Partei äußert er sich nicht.

via südkurier: Fremdenfeindliche Videos und undurchsichtige Vergangenheit: Er ist der Kopf der AfD Konstanz


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