Im AfD-Verband Koblenz ist der Vorstand auseinandergebrochen. Das Beben im einflussreichen Verband sendet Signale weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Hintergründe. Anfang Mai hat es im Norden von Rheinland-Pfalz ein kleines politisches Beben gegeben – und kaum einer hat es mitbekommen. Im AfD-Kreisverband Koblenz traten vor rund anderthalb Monaten die beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden zurück – aus Protest gegen den Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Joachim Paul. Der Vorgang hat eine politische Strahlkraft, die weit über Koblenz hinausreicht: Der einflussreiche Verband ist vorerst handlungsunfähig, ein Notvorstand musste eingesetzt werden. Der Kreisverband Koblenz gilt im landespolitischen Kosmos der AfD als eine der zentralen Adressen. Dort sorgte der Landtagsabgeordnete Paul in den vergangenen Jahren immer wieder mit Veranstaltungen für überregionale Aufmerksamkeit. Im Sommer 2023 holte er etwa den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner für einen Vortrag nach Koblenz. 2025 veranstaltete Paul dort die „Messe des Vorfelds“, ein Netzwerktreffen für Akteure aus dem rechten und rechtsextremen Milieu, darunter Medienaktivisten und Anhänger der Identitären Bewegung. In diesem Jahr war Daniel Halemba in Koblenz zu Gast – ein in Bayern wegen Geldwäsche und Nötigung verurteilter AfD-Landtagsabgeordneter, der dem völkisch-nationalen Flügel der Partei zugerechnet wird. Diese Nähe zum politisch äußersten rechten Rand war offenbar einigen Mitstreitern im Koblenzer Kreisvorstand zu viel. Die Vorstandsmitglieder Markus Meixner und Andreas Fachinger reichten am 5. Mai ihre Rücktritte beim Landesvorstand ein. Dieser Redaktion liegt eines der Schreiben vor. Darin wird der Schritt mit „charakterlichen und gedanklichen Sichtweisen einiger Vorstandsmitglieder“ begründet, die nicht mehr mit den eigenen Vorstellungen vereinbar seien. Gemeint ist damit Paul. Auf Anfrage teilen Meixner und Fachinger schriftlich mit, ihr Rücktritt beruhe rückblickend auf einer „längeren Phase“ interner Konflikte – sowohl inhaltlich-politisch als auch bei der organisatorischen Entwicklung des Kreisverbands. Hinzu seien Differenzen in der Zusammenarbeit, etwa bei Kommunikation, Führungsverhalten und Umgangston, gekommen
via allgemeine zeitung: Aufstand im AfD-Kreisverband Koblenz – gegen Joachim Paul
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