Eine neue Gruppe von Rechtsextremisten macht sich rund um den Zürichsee breit. Die «Schweizer Nationalisten» haben enge Beziehungen zum Neonazi-Netzwerk Blood & Honour und zu Mass-Voll. Die beiden Neonazis tragen riesige Schweizerfahnen und skandieren «Fuck EU». Sie gehören zu mehreren Dutzend Rechtsextremen, die am letzten Samstag zusammen mit knapp 1000 anderen Teilnehmern in Luzern gegen den «EU-Knechtschaftsvertrag» demonstrierten. Organisiert hat die Manifestation die Bewegung Mass-Voll des zunehmend nach rechts abdriftenden Demagogen Nicolas Rimoldi. Die jungen Männer sind Teil einer relativ neuen rechtsradikalen Splittergruppe, die vor allem in der Region des oberen Zürichsees und teilweise im Tessin Aktionen durchführt. Sie nennt sich «Schweizer Nationalisten» und steht lokalen Filialen des internationalen Neonazi-Netzwerks Blood & Honour (B&H) nahe. Untergang der westlichen Zivilisation Ausserdem sind die Schweizer Nationalisten mit so genannten Active Clubs verzahnt. Dieses aus den USA stammende Phänomen hat sich nicht nur einer rassistischen Ideologie verschrieben, sondern will aus seinen Anhängern auch muskelbepackte Kampfsportler machen. So sollen sich diese für den «Erhalt der weissen Rasse» einsetzen. Der grössere der beiden Fahnenträger in Luzern, Eneas W., hat als Gymnasiast eine Eloge über Nicolas Rimoldi veröffentlicht. Darin zitiert er den Mass-Voll-Chef mit den Worten, frei lebe, wer auch zu sterben bereit sei. Diesen Satz haben sich die Schweizer Nationalisten in ihrem Telegram-Kanal zu eigen gemacht. Eneas W. taucht in Ranglisten von Schützenvereinen auf und posiert in einem weissen T-Shirt mit dem Konterfei des amerikanischen Unabombers. Der Terrorist Ted Kaczynski wollte zwischen 1978 und 1995 Leute, in denen er Vertreter des technischen Fortschritts sah, mit Paketbomben umbringen. Drei Personen kamen dabei um und 23 weitere wurden verwundet. Teile der rechtsextremen Szene verehren den verstorbenen Kaczynski, weil sie glauben, dass der Westen dem Untergang geweiht sei. Diesen Zerfall gelte es zu beschleunigen, bevor die «weisse Rasse» vernichtet sei. Beim zweiten Fahnenträger handelt es sich um Ivan G., der im Gebiet des oberen Zürichsees wohnt. Der inzwischen 21-Jährige hat eine Lehre als Abdichter abgeschlossen. Als ihn CH Media einmal anruft, sagt er nur seinen Namen und beendet dann sofort das Telefonat. Ivan hat eine Schwäche für alte Uniformstücke, militärische Kopfbedeckungen und Soldatenschuhe mitsamt Gamaschen. Der weisse Drache von Combat 18 Bevor sich der Luzerner Demonstrationszug in Bewegung setzt, unterhalten sich die beiden Fahnenträger angeregt mit Mitgliedern von B&H, die – was für ein Zufall – ebenfalls am oberen Zürichsee wohnen. Da hat es zum Beispiel einen Gitarristen, der schon wegen Gewalt gegen einen Zürcher Polizisten verurteilt wurde, und einen Bauingenieur, der einmal bei der rechtsextremen Nationalpartei mitmischen wollte. Sie tragen beide T-Shirts auf deren Rückseite der Zahlencode 28 für B&H zu lesen ist. Auf der Vorderseite prangt ein kleiner weisser Drache, das Symbol von «Combat 18» (Kampfgruppe Adolf Hitler). C18 gilt als militanter Arm von B&H und ist in Deutschland verboten. Der dritte Schweizer Nationalist, der sich mit den Neonazis von B&H offenbar sehr gut versteht, heisst Sandro S.* und hat italienische Wurzeln.  Er lebt bei seinen Eltern im Kanton Schwyz in einem Reihenhaus – in Sichtweite des Zürichsees

via aargauer zeitung: Neonazis der Generation Z: Das sind die unheimlichen Patrioten vom Zürichsee


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