Brandenburgs AfD-Fraktion hat ein Stasi-Problem: Bei vier ihrer Landtags-Abgeordneten hat eine Prüfkommission Hinweise auf Kontakte mit dem DDR-Geheimdienst gefunden. Bei SPD, CDU und BSW fiel niemand auf. Am Freitag überreicht Brandenburgs Beauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur dem Landtag ihren Prüfbericht. Eine Expertenkommission hatte alle Abgeordneten auf frühere Stasi-Kontakte durchleuchtet, die zur Wende mindestens 18 Jahre alt waren. Der Geheimdienst-Check ist in Brandenburg Gesetz. Bei fünf Volksvertretern sind die Prüfer fündig geworden. Vier davon allein von der AfD-Fraktion, bestätigte ihr parlamentarischer Geschäftsführer Dennis Hohloch (37) auf B.Z.-Anfrage. Aber nur drei Namen wollte er nennen: Peter Drenske (65, AfD) leistete Wehrdienst beim Stasi-Wachregiment „Feliks Dzierzynski“. Das hatte er schon 2019 zugegeben. Ohne Konsequenzen. Grund: „Der Wehrdienst im Wachregiment betraf nicht den Kernbereich der Überwachung und Unterdrückung der Bevölkerung durch die Stasi“, sagte AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt (69). Falk Janke (AfD) Foto: picture alliance/dpa Falk Janke (62, AfD) war ebenfalls beim Stasi-Wachregiment. Doch das flog erst 2023 im Seelower Bürgermeister-Wahlkampf auf. Vorher hatte Janke von einem Armee-Wehrdienst gesprochen. Roman Kuffert (l.) mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke Foto: ullstein bild Roman Kuffert (67, AfD) wurde erst 2024 von BILD als Stasi-Spitzel enttarnt. Er verpflichtete sich 1979 als Inoffizieller Mitarbeiter „IMV Atze“ zu Berichten über Jugendliche. Etwa, dass ein Bekannter „nach Alkoholgenuss zu Sachbeschädigungen und Tätlichkeiten neigt“. Doch nach sechs Treffen brach Kuffert die Zusammenarbeit ab. 1980 floh er aus der DDR.
via bz berlin: Vier AfD-Abgeordnete mit Stasi-Vergangenheit
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