Staatlich finanzierte Mitarbeiter der AfD sollen systematisch Online-Kampagnen gegen politische Gegner und parteiinterne Kritiker führen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf parteiinterne Quellen und Chat-Protokolle. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen zwei weitere AfD-Landtagsabgeordnete in Niedersachsen wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung. AfD-Politiker Rüdiger Lucassen hatte die Praxis öffentlich gemacht. Über anonyme Accounts, die ihn attackierten, schrieb er auf X: «Da sind aber auch viele anonyme Accounts, die gegen mich zu Felde ziehen, von denen wir aber beide (teils sehr genau) wissen, bei wem sie auf der Partei-Payroll stehen.» Parlamentarische Mitarbeiter werden vom Staat finanziert und dürfen laut Gesetz ausschließlich für parlamentarische Arbeit eingesetzt werden – nicht für Wahlkampf oder Online-Trolling. Ein Landtagsabgeordneter bestätigte der Zeitung: «Mitarbeiter werden ganz bewusst eingestellt, damit sie in Kreisverbänden Stimmung für einen Abgeordneten machen oder im Internet positiv kommentieren und Beiträge teilen.» Interne “Mobbing Squad” Erik Ahrens, ehemaliger Berater von AfD-Politiker Maximilian Krah, beschrieb gegenüber der Zeitung eine organisierte Gruppe: «Es gibt eine Clique, die nennen sich ‘die Mobbing Squad’, die mobben AfD’ler, die sie für nicht radikal genug halten.» Patrick Kolek, der auch unter dem Namen “Wuppi” bekannt ist und als Berater für AfD-Politiker arbeitet, ist an der Identifizierung anonymer Accounts beteiligt. Er erklärte: «Das sind ganz einfach politische Leute, die sammeln sich an. Je mehr Leute vor den Bus geworfen werden durch unsere aktuelle politische Lage, desto mehr werden sie. Ich sehe da eine sehr organische Entwicklung.» Chat-Logs aus der Gruppe “Kontaktschuldzentrale” zeigen laut FAZ die Planung einer Rufmordkampagne gegen Krah.
via upday: Was AfD intern die «Mobbing Squad» nennt – und wie sie auf Staatskosten arbeitet
siehe auch: TROLLENDE AFD-MITARBEITER: Mobbing auf Staatskosten? AfD-Abgeordnete sollen Parlamentsmitarbeiter beauftragt haben, Parteifreunde zu terrorisieren. Eingeweihte sagen: Das ist in der AfD so üblich.
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