Im Prozess um eine mutmaßliche terroristische Vereinigung hat der Hauptangeklagte gewaltsame Umsturzpläne abgestritten. Ein Fürstentum habe er jedoch ausgerufen. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat Heinrich XIII. Prinz Reuß als Hauptangeklagter im Prozess um seine mutmaßliche Reichsbürger-Gruppe, deren Rädelsführer er gewesen sein soll, ausgesagt. Er stritt die Reichsbürger-Ideologie sowie Pläne für einen gewaltsamen Umsturz des Staates ab. Ein eigenes Fürstentum habe er jedoch ausgerufen. Den Beteiligten der Gruppe wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Auf Frage seines Anwalts bezüglich Reuß’ Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland sagte der 74-Jährige, diese sei „faktisch existent“. Zudem habe er „Steuern in diesem Land bezahlt und nicht wenig“. Er sehe sich in eine Ecke gestellt, in die er nicht gehöre. Der Reichsbürgerbegriff sei wie ein Gummiband, das gedehnt werde, wie man es gerade brauche. (…) Reuß räumte jedoch ein, ein selbstständiges Fürstentum ausgerufen zu haben. Dieses sei jedoch kein Fantasiestaat. Das Fürstentum sei Vorläufer heutiger staatlicher Strukturen gewesen. Pläne für einen gewaltsamen Umsturz seien damit nicht verbunden gewesen, Waffen oder Soldaten habe es nicht gegeben. Er habe vielmehr Fragen aufwerfen und mit den Alliierten ins Gespräch kommen wollen und sich um Restitution, also die Rückerstattung geraubter oder unrechtmäßig enteigneter Kulturgegenstände, bemüht.

via berline rzeitung: Vor Gericht: Prinz Reuß weist Vorwurf der Reichsbürger-Ideologie zurück

siehe auch: Prinz Reuß bestreitet vor Gericht, Reichsbürger zu sein – trotz eigenem Fürstentum. Heinrich XIII. Prinz Reuß hat vor dem Oberlandesgericht Frankfurt bestritten, ein Reichsbürger zu sein. Der Hauptangeklagte in einem Prozess um eine mutmaßliche Reichsbürger-Gruppe wies die Vorwürfe zurück, einen gewaltsamen Umsturz geplant zu haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm und acht weiteren Angeklagten vor, die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und die Planung eines Staatsstreichs. Reuß erklärte vor Gericht, die Bundesrepublik Deutschland sei faktisch existent. Er besitze Ausweise der Bundesrepublik, keine des Deutschen Reiches. «Ich habe Steuern in diesem Land bezahlt und nicht wenig», sagte der Angeklagte. Er räumte ein, ein eigenes Fürstentum ausgerufen zu haben. Dies sei jedoch keine Fantasie gewesen, sondern eine historische Perspektive. «Für mich ist das keine Fantasie, sondern eine historische Betrachtungsweise», so Reuß. Er bestritt, dass seine Aktivitäten Pläne für einen gewaltsamen Umsturz, Waffen oder Soldaten umfasst hätten.


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