Gegen „Ent­wur­ze­lung und Wer­te­ver­fall“ – der Kul­tur­kampf gegen den befürch­te­ten Nie­der­gang west­li­cher Wer­te steht bei Rech­ten mitt­ler­wei­le ganz oben auf der Prio­ri­tä­ten­lis­te. Aus­ge­rech­net in Wien will nun ein AfD-Poli­ti­ker die Kul­tur­kämp­fer Euro­pas zusammenbringen. Es ist ein unan­ge­neh­mes Klün­gel extrem Rech­ter aus ganz Euro­pa, das kom­men­de Woche in Wien zusam­men­kom­men will. Ein weit weit rechts­au­ßen ste­hen­des Män­ner-Netz­werk soll am 11. April unter dem Titel „U‑Turn for Euro­pa“ (UT4EU), sinn­ge­mäß: Kehrt­wen­de für Euro­pa, zusam­men­ge­führt wer­den. Das Motiv laut Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gung: Tra­di­tio­nel­le Kul­tur, die „einst Ori­en­tie­rung, Maß und Selbst­ver­ständ­lich­keit bot“, sei heut­zu­ta­ge „sys­te­ma­tisch dis­kre­di­tiert, rela­ti­viert oder his­to­risch dele­gi­ti­miert“ und „links­ideo­lo­gisch“ umgedeutet. Was nach phi­lo­so­phi­schen Kamin­ge­sprä­chen und ver­staub­tem Kul­tur­pes­si­mis­mus klingt, soll aber eine „poli­ti­sche Erneue­rung“ ein­lei­ten, die vor­erst vage bleibt. Wer die Betei­lig­ten und ihre Inhal­te unter die Lupe nimmt, sieht: Es ist Kul­tur­kampf von rechts, sozu­sa­gen in Rein­kul­tur. Nicht zufäl­lig ist die „Groß­raum­theo­rie“ von Carl Schmitt Inhalt eines Vor­trags des „Zur Zeit”-Chefredakteurs Bern­hard Toma­s­chitz. Die Ideen eines Den­kers der faschis­ti­schen Rechts- und Staats­leh­re als „mög­li­chen Ansatz für eine sta­bi­le­re und wie­der stär­ker wer­te­ge­bun­de­ne inter­na­tio­na­le Ord­nung“ anzu­prei­sen, spricht für sich. Min­des­tens genau­so aus­sa­ge­kräf­tig aber ist die wei­te­re Beset­zung der Tagung, die rechts außen Kul­tur­kämp­fer aus ganz Euro­pa nach Wien brin­gen will. Im Zen­trum der Tagung steht einer, der mit Wien bis­her fast nichts zu tun hat­te (aber eben nur fast!): Ste­fan Kor­te von der AfD Brandenburg. Kulturkämpfer Europas … Ste­fan Kor­te, AfD-Stadt­rat in der deut­schen Klein­stadt Lauch­ham­mer, orga­ni­siert die Wie­ner Tagung, bei der er gegen „kul­tu­rel­le Indok­tri­nie­rung durch ‚Woke’-Ideologie, Gen­der-Extre­mis­mus, mora­li­sche Selbst­ver­leug­nung“ mobi­li­siert, glaubt man der Web­site von UT4EU. Dort wird eine „Dämo­ni­sie­rung von Nor­ma­li­tät“ attestiert. Was Kor­te nor­mal fin­det, durf­te er bei diver­sen Aus­land­auf­trit­ten unter Beweis stel­len. So zum Bei­spiel 2022 in Schwe­den: Beim Wahl­kampf-Auf­takt der extrem rech­ten „Alter­na­tiv för Sveri­ge” (Alter­na­ti­ve für Schwe­den) bezeich­ne­te er Deutsch­land als „Drit­te-Welt-Land mit einer kom­mu­nis­ti­schen, anti­deut­schen Regie­rung“ und gab dar­an einer „erzwun­ge­nen Ent­na­zi­fi­zie­rung nach dem Krieg“ die Schuld. Dass wäh­rend sei­ner Rede neben der Büh­ne die Neo­na­zis des Nor­dic Resis­tance Move­ment Auf­stel­lung nah­men, scheint Ste­fan Kor­te nicht gestört zu haben. Noch einen drauf leg­te Ste­fan Kor­te ein Jahr spä­ter in Lon­don. In einer Rede bei der Tra­di­tio­nal Bri­tain Con­fe­rence ver­stieg er sich zur Aus­sa­ge, „die allei­ni­ge Schuld Deutsch­lands am Zwei­ten Welt­krieg“ sei ein „Mär­chen“. Ver­gan­ge­nes Jahr zog es den AfD-Stadt­rat nach Litau­en, wo er sei­nem Freund Val­das Tut­kus bei­stand, als der die Par­tei „Alter­na­ty­va Lie­tu­vai” (Alter­na­ti­ve für Litau­en) grün­de­te. Die Kon­tak­te von Kor­tes Aus­lands­auf­trit­ten blie­ben bestehen und wer­den jetzt in Wien ver­eint – und noch mehr!

via stopptdierechten: AfD-Lokalpolitiker holt extrem rechte Kulturkampf-Szene nach Wien


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