Nicht mehr als 20 Rechtsextreme versammeln sich am Bahnhof – ihnen gegenüber über 200 Menschen. Der 21. Februar sorgt in Worms erneut für deutliche Zeichen. Es ist ein Termin, der sich in Worms seit Jahren wiederholt: Am 21. Februar, dem Jahrestag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, versammeln sich am Hauptbahnhof Rechtsextreme zu einer Mahnwache – und stoßen auf deutlichen Protest. Auch am 81. Jahrestag standen sich auf dem St.-Albans-Platz in Worms zwei Gruppen gegenüber. Nicht mehr als 20 Personen aus dem rechtsextremen Spektrum hielten unter dem Motto „Gedenken Worms. Gegen das Vergessen.“ eine Kundgebung ab. Ihnen gegenüber versammelten sich über 200 Menschen, die ein Zeichen gegen die Aktion setzen wollten. Absperrgitter trennten beide Seiten. Der Bereich der Rechtsextremen war klar eingegrenzt, während sich der Gegenprotest auf dem übrigen Platz verteilte. Es war kalt und regnerisch, viele Demonstrierende standen mit bunten Schirmen dicht gedrängt beieinander. Über dem Barber Shop „Alan’s“ hing ein Banner mit der Aufschrift „Unsere Stadt bleibt bunt, wir pfeifen auf Nazis“. Auch Oberbürgermeister Adolf Kessel und Bürgermeisterin Stephanie Lohr waren vor Ort. Zu der Mahnwache hatten die „Kameradschaft Rheinhessen“ und die NPD aufgerufen. Die 1964 gegründete Nationaldemokratische Partei Deutschlands hatte sich im Juni 2023 in „Die Heimat“ umbenannt; nach einer Abspaltung führen einzelne Regionalverbände weiterhin den Namen NPD. In sozialen Netzwerken wird häufig behauptet, die NPD existiere nicht mehr – tatsächlich tritt sie in Teilen weiterhin unter diesem Namen auf, erläuterte der städtische Pressesprecher Carsten Schneider-Wiederkehr in einer Mitteilung.
via wormser zeitung: Lauter Protest gegen Neonazi-Mahnwache in Worms