Fackelmarsch der rechtsextremen Kleinstpartei »Die Heimat« (vormals NPD). Ganz vorne einer der Bannerträger: Michael B. aus dem Kreis Aschaffenburg. So weit, so gut? Der Mann bekleidet eine herausgehobene Funktion bei der Kreisgruppe Aschaffenburg des «Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr” (VdRBw). Und er kandidiert auf der AfD-Liste für den Gemeinderat in Haibach (Kreis Aschaffenburg). Der Mann sieht darin gegenüber unserer Redaktion keinen Widerspruch. Samstag, 15. November, der Abend vor dem Volkstrauertag. Durch die mittelhessische Kleinstadt Staufenberg (Landkreis Gießen) marschieren rund 30 Teilnehmer eines Fackelzugs. Ihr Ziel ist eine Stele im Wald, die an einen deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs erinnert. »Das Denkmal ist seit Jahrzehnten eine Pilgerstätte für Neonazis, die den Nationalsozialismus verherrlichen und seine Verbrechen verharmlosen«, berichtet die »Hessenschau«. (…) In vorderster Reihe der Marschierenden tragen drei Männer das Haupttransparent mit der Aufschrift: »Wir gedenken den gefallenen deutschen Soldaten und Opfern unseres Volkes.« Der mittlere Träger: Michael B. Rechts neben ihm: Thorsten Heise, stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD-Nachfolgepartei »Die Heimat« und seit Jahrzehnten in der Neonazi-Szene aktiv. Auf entsprechenden Internet-Seiten zugängliche Fotos belegen die Teilnahme von Michael B. Ebenso Videos. Etwa auf der Nachrichtenseite tagesschau.de oder der Facebookseite des hessischen Ablegers der verfassungsfeindlichen »Die Heimat«. Ein Video zeigt zum Beispiel, wie Michael B. – noch immer hinter dem Transparent stehend – einem Redner zuhört: Thassilo Hantusch, stellvertretender Landesvorsitzender von »Die Heimat« Hessen. In einem kurzen Telefonat mit unserer Redaktion bestätigt Michael B. seine Teilnahme. Er nennt sie »höchst unangenehm«. Weitere Antworten folgen per Mail, dazu später mehr. Organisator des Fackelzugs nebst anschließender Reden an der Stele war laut »Gießener Allgemeine« der gerade erwähnte Redner Thassilo Hantusch. Aufgerufen zu der Versammlung hatten die »Junge Nationalisten« Hessen, Nachwuchsorganisation von »Die Heimat«. Im Internet hatten beide die Veranstaltung angekündigt sowie über Verbotsversuche der Stadt berichtet. Laut »Hessenschau« demonstrierten rund 300 Menschen gegen den Fackelmarsch der etwa 30 Teilnehmenden.
via main-echo: Wenn ein Reservist der Kreisgruppe Aschaffenburg mit Rechtsextremen marschiert