Der AfD-Fraktionsvorsitzende in Dargun, Torsten Thon, hat am Volkstrauertag auf dem Friedhof in Dargun eine umstrittene Gedenkrede gehalten. Zehn Tage danach entwickelt sich der Auftritt zum Eklat. Die Pastorin interveniert, eine SPD-Landtagsabgeordnete ist empört und der AfD-Landeschef verbreitet Falschbehauptungen. Am Volkstrauertag Mitte November wird bundesweit an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft erinnert. Für viele ist der Gedenktag längst ein Ritual. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner trat dem entgegen und sagte in Berlin, Gedenken müsse mehr heißen als zu erinnern. Sie rief dazu auf, Frieden und Demokratie konsequent zu verteidigen. In Dargun spielten solche Gedanken offenbar keine Rolle. Gedenkredner in diesem Jahr war der AfD-Fraktionsvorsitzende in der Stadtvertretung, Torsten Thon. In Dargun bekommen Fraktionen abwechselnd die Gelegenheit, die Gedenkrede zu halten. Die AfD sei turnusmäßig an der Reihe gewesen, heißt es aus der Stadtvertretung. “In Dargun ist das gelebte Praxis”, sagte die parteilose Bürgermeisterin Jana Böttcher. Einseitiges Gedenken Der Unternehmer hat nach NDR Informationen seinen Auftritt während der Gedenkstunde auf dem Friedhof in Dargun für krude AfD-Parteipolitik genutzt. Danach hat Thon die Maßnahmen von Bund und Ländern gegen die Corona-Pandemie in Zusammenhang mit der NS-Gewaltherrschaft gerückt. Thon soll außerdem einen Schwerpunkt seiner Rede auf die gefallenen Soldaten von Hitlers Wehrmacht gelenkt haben und an die deutschen Opfer des von den Nazis verschuldeten Vernichtungskriegs erinnert haben. “Es war eine klassische Täter-Opfer-Umkehr”, sagte die regionale SPD-Landtagsabgeordnete Anna-Konstanze Schröder. Thon soll mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine außerdem fehlende diplomatische Bemühungen der Europäer beklagt haben.

via ndr: Dargun: AfD sorgt mit Gedenkrede zum Volkstrauertag für Eklat