In den sozialen Medien kursiert ein Video, aufgenommen im Morgengrauen von Mainz. Zu sehen ist ein junger Mann, der die schwere Tür zu einem Schulfoyer aufstößt, anschließend legt er Werbeflyer auf Tischen und in Regalen aus. „Freistunde? Freibier“ ist auf den Wurfzetteln zu lesen. Hochgeladen wurde das Video am Dienstag auf dem Instagram-Kanal der Mainzer Burschenschaft Germania Halle zu Mainz, die versucht, mit den Flyern gezielt „patriotisch eingestellte“ Schüler für ihre Verbindung zu gewinnen. Im April 2024 hat das rheinland-pfälzische Landesamt für Verfassungsschutz die Studentenverbindung als Beobachtungsfall eingestuft – wegen der „zahlreichen und zunehmend intensiven Verbindungen“ der Burschenschaft in „die rechtsextremistische Szene“.(…) Bislang sei bekannt, dass von der rechtsextremen Werbeaktion das Mainzer Frauenlob-Gymnasium in der Neustadt sowie die Berufsbildende Schule IV (Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule) im Stadtteil Hechtsheim betroffen sind. „Nachdem die Schulleitungen davon Kenntnis hatten, wurden die Flyer entfernt“, teilt eine Sprecherin der Schulaufsicht auf Anfrage mit. Zudem habe der Schulleiter des Frauenlob-Gymnasiums ein Hausverbot für die Mitglieder der Mainzer Burschenschaft ausgesprochen.
via wiesbadener kurier: Rechtsextreme Burschenschaft wirbt an Mainzer Schulen
