In Puchheim demonstrierte das lokale CSU-Vorstandsmitglied Markus Hammer gemeinsam mit Rechtsextremen gegen eine Drag-Lesung. Zunächst reagierte seine Partei mit Entsetzen, jetzt scheint sie den Dammbruch aussitzen zu wollen. Unter den vielen Dammbrüchen der vergangenen Wochen ist einer vielleicht etwas untergegangen: Im bayerischen Puchheim gab es eine von örtlichen AfD-Anhänger*­innen organisierte Kundgebung gegen eine (ausverkaufte) Drag-Lesung in der Stadtbibliothek. Einen Auftritt hatte dort auch Markus Hammer – der nicht für die AfD Politik macht, sondern für die CSU (queer.de berichtete). Das sorgte im Nachgang für Wirbel. Doch Konsequenzen scheint es bisher für Hammer keine gegeben zu haben. Der AfD-Kreisvorsitzende Tassilo Erhardt hatte die queer­feindliche Kundgebung organisiert. Dort erklärte er, die Idee stamme eigentlich von der von vielen als rechts bezeichneten Kleinstpartei Die Basis. Im Publikum standen dann auch Mitglieder der Neonazipartei “Der III. Weg”. Die Redebeiträge drehten sich auch um rechte Schlagworte: Die Kinderbuchlesung sei eine “politische Propagandaveranstaltung mit linker, woker Ideologie für die Allerallerkleinsten”. Unter dem “Deckmantel der Toleranz” wolle die Veranstaltung “unsere Kinder umerziehen”. Wie kommt ein gestandenes Mitglied der zwar konservativen, aber doch im demokratischen Spektrum zu verortenden CSU an so eine Kundgebung? Markus Hammer ist sogar Teil des Ortsvorstands der CSU in Puchheim. Bei der Kundgebung sagte er in einer Rede, er sei hier “stellvertretend für andere Mitglieder, die auch gerne dabei wären.” Auch über die “Brandmauer” gegen rechts soll er sich abschätzig geäußert haben.

via queer: Bayern Rede bei queer­feindlicher AfD-Demo: Keine Konsequenzen für CSU-Mann?