Tausende Plakate für die AfD, bezahlt aus Österreich. Die bemerkenswerte Spende wirft Fragen auf. In die Buchung war eine Firma involviert, die schon bei einer früheren umstrittenen Plakataktion auftauchte.Auf dem Plakat steht in einfacher Schrift auf gelbem Hintergrund: „Weiter Teuerung und Stromkosten“ oder „Weiter Arbeitsplätze vernichten“. Als Schuldige werden auf den Plakaten immer wieder „CDU + Rot/Grün“ benannt. Darunter steht in weißer Schrift auf blauem Hintergrund: „Deshalb AFD! Die bürgerliche Alternative.“ Seit dieser Woche werden im gesamten Bundesgebiet tausende solcher Plakate aufgehängt, die mit populistischen Bedrohungsszenarien zur Wahl der AfD aufrufen, aber nicht von der Partei stammen. Unter anderem in Duisburg, Darmstadt und Hannover. Die Plakate sind sehr einfach gestaltet, der Parteiname ist komplett in Großbuchstaben gehalten – „AFD“ statt AfD. Anfang der Woche hatten WDR und NDR zuerst über die neue Großspende für die AfD in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro berichtet. Dahinter soll Gerhard Dingler stehen, ein ehemaliger Funktionär der rechtsextremen FPÖ aus Österreich. (…) 2021 fand mit mehr als 3.500 Plakaten eine Anti-Grünen-Kampagne statt, die genaue Herkunft der Finanzierung blieb unklar. Vier Jahre zuvor war im Wahlkampf 2017 eine Unterstützerkampagne für die AfD mit tausenden Plakaten sichtbar, ebenfalls verdeckt finanziert. Nachdem CORRECTIV zusammen mit Spiegel und ZDF Frontal öffentlich gemacht hatte, dass diese Aktion mit der offiziellen AfD-Kampagne verknüpft war, nahm die Staatsanwaltschaft Berlin Ermittlungen wegen einer möglichen illegalen Parteispende auf. Der Unterschied zu damals: Die neue Unterstützerkampagne wurde ganz offiziell von der Partei als Parteispende dem Bundestag gemeldet und mit Gerhard Dingler wurde dieses Mal auch ein Spender angegeben. Auffällig ist allerdings, dass bei dieser Aktion dieselbe Medienagentur für die Buchung der Plakate beauftragt wurde, die auch 2017 schon involviert war. Nach Recherchen von CORRECTIV deutet alles darauf hin, dass es sich um die Firma ASS in Köln handelt.
via correctiv: PARTEISPENDEN Einfluss auf die Bundestagswahl: Millionenspende für AfD-Werbeplakate
