Die Anhänger der rechtsextremen „Anastasia-Bewegung“ stellen sich gern als harmlose Naturfreunde dar. Doch ihr Barde Thomas Patock lässt alle Masken fallen – und macht aus seiner rassistischen Gesinnung keinen Hehl. Es gehe doch lediglich darum, ein Leben in Einklang mit der Natur zu führen, behaupten Anhänger der sogenannten „Anastasia-Bewegung“ regelmäßig. Dank Thomas Patock kann das jetzt endgültig niemand mehr glauben. Der Liedermacher, der in der Szene als „Der König von Wedenland“ auftritt, macht keinen Hehl aus seinem Rassismus. Im Gegenteil: Er wirbt in seinen Liedern und Gedichten für die Rassenlehre. Zum Beispiel in seinem Werk „Reimmigration“. Dort heißt es, die „weißen Völker“ könnten gerettet werden, indem die Immigranten in „ihr eigenes Stammesland“ zurückkehrten. „Jeder Afrikaner erhält in Afrika ein Hektar Land“, schlägt Patock vor. Dort könnten sie dann Landwirtschaft betreiben. Auf Außenstehende wirkt Thomas Patock wie ein friedliebender, womöglich leicht verstrahlter Lebenskünstler. In einem Video auf seinem Youtube-Kanal präsentiert er sich, wie er entspannt am Sandstrand sitzt und auf seiner Wandergitarre spielt. Es ist ein starker Kontrast zu seinen volksverhetzenden Texten. (…) Patock betreibe Geschichtsrevisionismus und beziehe sich immer wieder auf bekannte Holocaustleugner, sagt Duwe. Gleichzeitig vertrete der Barde auch Reichsbürgerideologien: „Er lehnt die Bundesrepublik ab und glaubt, dass das Deutsche Reich fortbestehe.“ Laut Duwe handelt es sich bei Thomas Patock um eine „wichtige Figur in der Anastasia-Bewegung“ sowie um einen „Multiplikator“. Die bedeutendste regelmäßige Publikation der Szene, das Magazin „Garten Weden“, habe Patock etwa als einen Akteur gelobt, der die „Energie“ der Anastasia-Bücher weitergetragen und so „andere angesteckt“ habe.

via tagesspiegel: Liedermacher der „Anastasia-Bewegung“: Stolz darauf, ein Rassist zu sein