Ein Neonazi-Rapper mit kommunistischer Vergangenheit veröffentlicht einen Pro-Palästina-Clip auf Tiktok – und wird vor allem von jungen Menschen mit Migrationshintergrund gefeiert. Über die verbindende Kraft von Israel-Feindschaft und Antisemitismus. „Politisch mögen wir zwar unterschiedlicher Meinung sein dennoch find ich das sehr mutig von dir“, kommentiert eine junge Muslima, die auf Tiktok vor allem Koch- und Putzvideos veröffentlicht, unter dem Video des Nazi-Rappers „Makss Damage“. Eine junge Frau, die auf ihrem Profilbild ein weißes Kopftuch trägt, schreibt: „Damit hätte ich nicht gerechnet. Hammer Typ!“ – und garniert ihren Kommentar mit einem Herzchen-Emoji. Und ein Nutzer mit einem türkischen Namen schreibt bloß: „Coolster Nazi der Welt“. Der rechtsextreme Rapper „Makss Damage“ hat in der vergangenen Woche einen propalästinensischen Videoclip auf Tiktok veröffentlicht und wird seitdem von muslimischen Palästina-Unterstützern und Nutzerinnen und Nutzern mit arabischem, afghanischem oder türkischem Migrationshintergrund gefeiert. Das etwa einminütige Musikvideo wurde binnen weniger Tage mehr als 400.000-mal angesehen, hat mehr als 35.000 Likes und wurde über 2700-mal kommentiert – überwiegend positiv. Was ist da los? (…) Fritsch trat in den darauffolgenden Jahren auf Neonazi-Demonstrationen und -Konzerten auf, machte rassistischen, antisemitischen und Holocaust-verherrlichenden Nazi-Rap. In seiner neuen politischen Heimat eckte er damit bei einigen Rechtsrock-Puristen an, die Rap für eine „entartete“ Musik schwarzer Amerikaner hielten. Seit 2023 ist Fritsch mit seiner Musik beim rechtsextremen Label „Neuer Deutscher Standard“ vertreten. Dieses Label stand ursprünglich der neurechten „Identitären Bewegung“ nahe, hat sich aber mittlerweile zur Plattform für klassische Neonazis wie „Makss Damage“ durchradikalisiert. „Wundert‘s dich, wenn jemand Bock auf Intifada hat?“ Ausgerechnet dieser Rechtsextreme bekommt nun reihenweise Applaus von Menschen, die er und seine „Kameraden“ eigentlich aus Deutschland abschieben wollen.
