Die rassistische Gewalt in England wurde auch von Falschmeldungen im Netz befeuert. Deshalb übt die Regierung nun Druck auf Firmenvertreter aus – und kritisiert einen absurden Post von Elon Musk. Angesichts der andauernden rechtsextremistischen Randale in britischen Städten hat die Regierung Vertreter von TikTok, Google, Facebook-Mutterkonzern Meta und X zu einem Treffen geladen. Technologieminister Peter Kyle betonte danach, dass die Unternehmen eine Verantwortung hätten, die Verbreitung von Fehlinformationen und Hetze zu stoppen. »Es sind enorme Mengen an Inhalten im Umlauf, mit denen die Plattformen schnell umgehen müssen.« Die Gewalt wurde von teils millionenfach aufgerufenen Falschmeldungen in sozialen Medien angeheizt. Auch Verschwörungstheorien und Hetzbeiträge von bekannten rechten und extremistischen britischen Influencern bekamen in den vergangenen Tagen teils große Reichweite. (…) Die britische Regierung kritisierte auch einen Beitrag von X-Chef Elon Musk. »Ein Bürgerkrieg ist unvermeidlich«, hatte Musk auf seiner Plattform als Antwort auf einen Anti-Migrations-Kommentar und ein Video der Ausschreitungen geschrieben. »Für derartige Kommentare gibt es keine Rechtfertigung«, sagte ein Regierungssprecher. »Was wir in diesem Land erleben, ist organisiertes, gewalttätiges Banditentum, für das es weder auf unseren Straßen noch im Internet einen Platz gibt.« Bei dem Treffen nicht mit am Tisch saßen offenbar Vertreter der Plattform Telegram. Doch gerade über das Netzwerk, das sich Regulierungsvorgaben oft entzieht, waren in den vergangenen Tagen ebenfalls Verschwörungstheorien und Falschinformationen verbreitet werden. Der bekannte britische Rechtsextremist Tommy Robinson hetzte dort etwa auf seinem Kanal.

via spiegel: Rechtsextreme Krawalle Britische Regierung fordert von Social-Media-Firmen Maßnahmen gegen Fake News