Erstmals wurde ein russischer Zar-Mangal-Panzer erbeutet. Dieser offenbart erschreckende Zustände in der russischen Armee. Russische “Turtle Tanks” werden an den Fronten im Ukrainekrieg immer häufiger gesichtet. Nun ist es den ukrainischen Streitkräften erstmals gelungen, eines dieser scheunengroßen Ungetüme zu erbeuten. Das Urteil der Ukrainer über die neue “Wunderwaffe” der Russen fällt wenig schmeichelhaft aus. Die Schildkrötenpanzer werden auf russisch auch “Zar Mangal” genannt. “Mangal” ist dabei so etwas wie der Slang-Ausdruck für spezielle Panzerung gegen Drohnen. Zar, für den russischen Kaiser, dürfte eine Anspielung auf den russischen Zar-Panzer aus dem Ersten Weltkrieg sein. (…) Bei dem nun angeblich im Oblast Donezk erbeuteten Fahrzeug handelt es sich im Grunde um einen T-62M, auf den mit dünnem Blech eine Art gepanzerte Haube aufgesetzt wurde. Dabei kann man dieses Konzept durchaus als Weiterentwicklung der “Vogelkäfige” verstehen, denn auch die Zusatzpanzerung des Zar Mangal soll den Panzer gegen Drohnen schützen. Ironischerweise wurde das nun erbeutete Exemplar durch einen Drohnentreffer der 22. mechanisierten Brigade der ukrainischen Armee außer Gefecht gesetzt. Der Drohnenpilot hat auf die Laufräder des Panzers gezielt. Durch den Angriff brannte der Gummi eines Laufrade ab, wodurch der Panzer liegen blieb. Ein sogenannter Mobility Kill. (…) Der Aufbau des Panzers mag die aufgesessene Infanterie vor kleineren Schrapnellen schützen, aber zu mehr reicht es nicht. Die Wände bestehen meist aus dünnem Blech, das gegen gezielten Beschuss keinerlei Schutz bietet. An einer Stelle besteht die Panzerung sogar aus dem Gehäuse eines Stromverteilers, der Warnhinweis ist noch gut zu erkennen. Die übrige Panzerung besteht aus zusammengeschweißtem Altmetall. Ein riesiger Aufbau aus dünnem Blech, das selbst von kleinkalibrigem Beschuss durchschlagen wird, von der Ausrüstung der Soldaten abgesehen keinerlei Bewaffnung, warum fährt man mit so einer Konstruktion ins Gefecht? Diese Frage stellt sich auch die ukrainische Armee. Wie sich herausstellte, war der Aufbau nicht nur als Unterkunft gedacht, sondern enthielt auch eine große Menge an elektronischen Störgeräten. Diese waren wohl dafür gedacht, ukrainische Drohnen im Umfeld um den Panzer zu stören – und gleichzeitig der in Wahrheit einzige Schutz des Fahrzeugs. Aber: “Wenn es eine Drohne irgendwie durch die Störmaßnahmen schafft, dann nützt das Blech gar nichts”, erklärt Misjura.

via standard: “Blind, laut und dumm”: Russische Schildkrötenpanzer