Mit der rustikalen Wahlkampf-Party der AfD in Miesbach an diesem Samstag wird es nichts – zumindest nicht beim Schützenwirt. Der hat nach Anfeindungen die Reservierung der Partei storniert. Miesbach – Die Ankündigung zu „reaktionärsten Wahlkampfparty des Jahres“ erfolgte seitens des AfD-Kreisverbands mit erkennbarer Lust an der Provokation. Und das blieb nicht ohne Wirkung. Eine Gegendemo ist angekündigt, dabei wollte es mancher offenbar aber nicht belassen – und das bekamen Schützenwirt Ercan „Roger“ Köse und seine Familie zu spüren. Sie seien bedroht und ihr Auto beschädigt worden. Daher habe er der AfD am vergangenen Dienstag die Reservierung abgesagt, sagt der Wirt auf Anfrage unserer Zeitung. AfD: Buchung für „politische Veranstaltung“ erfolgte vor Monaten Diese Buchung sei bereits vor Monaten telefonisch erfolgt und habe auch die AfD-Veranstaltung am 9. März (wir berichteten) beinhaltet. Aufgenommen hatte sie Liljana Köse unter dem Stichwort „politische Veranstaltung“, ohne nach der Partei zu fragen. „Die Veranstaltung im März haben wir gemacht. Wir sind Wirtsleute, die Pacht und Mitarbeiter zu bezahlen haben“, sagt Roger Köse. Außerdem lebe man in einer Demokratie, und die AfD sei schließlich auch keine verbotene Partei. „Aber jetzt unter diesen Umständen haben wir abgesagt: Die AfD-Veranstaltung wird nicht bei uns im Schützenwirt stattfinden.“ Die Umstände beschreibt Köse so: Sein Auto sei rundherum verkratzt und die Luft aus den Reifen gelassen worden. Einer seiner minderjährigen Söhne sei von Unbekannten, die Masken trugen, auf offener Straße angegangen worden. Die Polizei war vor Ort und empfahl eine Anzeige. „Aber was soll eine Anzeige gegen unbekannt bringen?“, fragt Köse und betont: „Wir wollen auch nicht zwischen die Querelen von zwei Parteien geraten und auch keine Opfer sein.“ Köse, der halb deutscher, halb türkisch-armenischer Abstimmung ist und seit 26 Jahren in Miesbach lebt und als Schützenwirt selbstverständlich Lederhose trägt und Spanferkel grillt, will sich aber auch in E-Mails oder am Telefon nicht in die rechte Ecke stellen und übelst beschimpfen lassen müssen. Daher die Absage, auch wenn dies für ihn Einbußen bedeute. „Wir waren schon immer demokratisch, und ich will keine Hetzerei und keine Faschisten bei uns.“

via merkur: „Wird nicht bei uns stattfinden“: Absage von Miesbacher Wirt nach Bedrohung – AfD muss umdisponieren

siehe auch: AUFTRITT VON MAXIMILIAN KRAH: Wirt sagt AfD-Veranstaltung wegen Anfeindungen ab. Die AfD hatte für Samstag „zur reaktionärsten Wahlkampfparty des Jahres“ in einen Biergarten nach Miesbach geladen, mit Maximilian Krah als Hauptredner. Nun muss die Partei in einen Nachbarort ausweichen. Teilen Merken Drucken Ein Wirt im oberbayerischen Miesbach hat der AfD für eine am Samstag geplante Wahlkampfveranstaltung in seinem Biergarten spontan abgesagt. Grund seien Anfeindungen und permanente Bedrohungen, begründete der Gastronom am Samstag auf Anfrage seine Entscheidung. Zuvor hatte der „Miesbacher Merkur“ darüber berichtet. Das Auto der Familie wurde demnach beschädigt. Die AfD wollte nach der Absage ins etwa 20 Kilometer entfernte Holzkirchen ausweichen, machte aber den genauen Ort vorerst nicht öffentlich. Die AfD hatte für Samstagnachmittag „zur reaktionärsten Wahlkampfparty des Jahres“ nach Miesbach geladen. Der AfD-Europaspitzenkandidat Maximilian Krah sollte als Hauptredner auftreten. Ein lokaler Verein hatte in Miesbach zu einer Gegendemonstration mit abschließender Kundgebung nahe dem Wirtshaus geladen.

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