In Kahla hat die Polizei in der Nacht zum Samstag eine geplante Neonazi-Veranstaltung verhindert. Rund 30 anreisende Rechtsextremisten wurden des Platzes verwiesen. Im Vorfeld war das Konzert in der rechtsextremen Szene unter großer Geheimhaltung beworben worden. Was die Polizei als “rechte Veranstaltung” bezeichnete, war offenbar eine hoch konspirativ vorbereitete Unterstützungsaktion für einen Rechtsterroristen. Der Werbeflyer für die Veranstaltung in Kahla wirkt harmlos. “Solidarität mit Ralf!”, heißt es da. Geladen wird zu einem “Soliabend mit musikalischer Begleitung”. Soweit so unverdächtig. Doch wer sich am späten Freitagnachmittag im kalten Kahla ansah, wer zu dem “Soliabend” anreiste und wer sich dort offensichtlich um die letzten Vorbereitungen kümmerte, dem wurde schnell klar, dass es sich um ein rechtsextremes Konzert handeln muss. (…) Neonazis der “Bruderschaft Thüringen” sind vor Ort. Jene rechtsextreme Bande, die nicht nur die rechtsextremen Großveranstaltungen organisierte, sondern spätestens seit 2019 auch im Drogenhandel aktiv gewesen sein soll. Die Köpfe der “Turonen” sitzen mittlerweile in Haft. “Die Netzwerke der Nazis über Jahrzehnte fortbestehen, die Täter der sogenannten Baseballschlägerjahre sind weiterhin aktiv”, resümiert König-Preuss, während die eilig aktivierten Polizeibeamten die Personalien der anreisenden Rechtsextremisten erfassen. Bald ist auch klar, welcher Ralf gemeint ist, für dem Solidarität bekundet und Spenden gesammelt werden sollen: Ralf Wohlleben. Wohlleben ist rechtskräftig für die Unterstützung des NSU verurteilt worden. Er ist einer der engsten Weggefährten der drei Rechtsterroristen.

via mdr: Solidarität mit NSU-Unterstützer: Polizei verhindert Neonazi-Konzert in Kahla