Bei der Vorstandswahl hat es die Höcke-Jüngerin Christina Baum überraschend in den AfD-Vorstand geschafft. Beatrix von Storch dagegen ist draußen. Es ist schon früher Abend, als es am Samstag beim Parteitag der AfD in Riesa um den Posten des 5. Beisitzers im Bundesvorstand geht. Beatrix von Storch, die bislang stellvertretende Parteivorsitzende war, sitzt im Gästebereich der Delegiertenversammlung, scheinbar ist sie ins Gespräch vertieft. Plötzlich springt sie von ihrem Stuhl auf, geht einen Schritt nach vorn, dann zappelt sie mit den Beinen. Auf den Videoscreens in der großen Halle ist das Ergebnis der Abstimmung eingeblendet worden. Christina Baum, Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg, ist überraschend in den AfD-Bundesvorstand gewählt worden. Von Storchs Gesicht zeigt: Sie ist entsetzt. Baum ist das, was der ehemalige AfD-Chef Jörg Meuthen manchmal als „die Verstrahlten im Westen“ bezeichnet hat. Die Zahnärztin, die im Osten geboren wurde und sich nach 1989 im Süden niedergelassen hat, gilt in der West-AfD als eine der treusten An­hän­ge­r:in­nen des Rechtsextremisten Björn Höcke, Thüringer Landeschef und Kopf des offiziell aufgelösten „Flügels“. Baum ist ohne Zweifel eine der großen Gewinnerinnen des Parteitags, von Storch eine der Verliererinnen.

via taz: Neues AfD-Spitzenpersonal :Krasser geht immer

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