In Donezk kämpft seit 2014 das Separatisten-Bataillon „Sparta“ mit Brutalität gegen ukrainische Streitkräfte. Die schwarz-gold-weiße Trikolore im Abzeichen lässt wenig Zweifel über seine ultranationalistische Ideologie und großrussischen Ambitionen. Doch die Laufbahn des Gründers wirft einige Fragen auf – und die Spuren führen womöglich nach Moskau. Laut russischer Staatsmedien starb Wladimir Schoga einen heldenhaften Tod, aller Fakten vor Ort zum Trotz: Der junge prorussische Separatist und Kommandeur des Bataillon „Sparta“ mit dem Kampfnamen „Vokha“ fiel am 5. März 2022 in Wolnowacha, einer Kleinstadt im ostukrainischen Donezk. Seit Kriegsbeginn Ende Februar bombardieren russische Streitkräfte und kremltreue Separatisten nahezu unaufhörlich zivile Ziele auch im Osten des Landes. Schnell ähnelte das Stadtbild von Wolnowacha den verheerenden Zuständen in Syrien, wo Russland einer ähnlich zermürbenden Taktik folgte: Vor zerbombten Wohnhäusern stapelten sich die Leichen von Zivilist:innen, die tagelang nicht beerdigt werden konnten. Rund 90 Prozent der Gebäude in der Stadt sind laut Guardian zerstört oder beschädigt worden. Ein russischer Angriffskrieg, der schnell in eine humanitäre Katastrophe mündet. (…) 2014 wurde „Sparta“ von Arsen Pawlow gegründet – als prorussisches Freiwilligen-Bataillon und nach eigenen Angaben als Erkundungseinheit. „Sparta“ gilt in der sogenannten „Volksrepublik Donezk“ als legendär: durch Kämpfe wie die Schlacht um Ilowajsk, laut ukrainischem Militär ein Massaker mit rund 1000 ukrainischen Gefallenen, erreichte „Sparta“ seinen berühmt-berüchtigten Ruf. In Ilowajsk kämpfte „Sparta“ unter anderem auch gegen das rechtsextreme „Regiment Asow“ auf ukrainischer Seite (siehe Belltower.News). Dem ukrainischen Nachrichtenportal Depo zufolge hatte das Bataillon (Stand 2016) rund 300 Kämpfer. Es bestehe, so der Bericht, aus zwei Erkundungskompanien, der Spezialeinheit „Lavina“ mit bis zu zehn gepanzerten Mannschaftswagen sowie einer Artillerie-Gruppe. Das Bataillon „Sparta“ sowie alle „Militäreinheiten“ in den Separatistengebieten Luhansk und Donezk gelten in der Ukraine seit 2015 als Terrororganisation. (….) 2014 überquerte Pawlow die Grenze in die Ostukraine, um gegen ukrainische Streitkräfte zu kämpfen. Und aus dem Autowäscher wurde innerhalb kürzester Zeit ein Warlord. Die ukrainische „Kharkiv Human Rights Protection Group“ findet es schwer zu glauben, dass Pawlow nicht von Russland in die Ukraine geschickt worden sei: „Pawlow-Motorola spielte eine verdächtig aktive Rolle bei verschiedenen Aspekten der russischen Aggression gegen die Ukraine im Jahr 2014.“ Im März 2014 soll der russische Pawlow beispielsweise an einem vermeintlichen „Volksaufstand“ in der ukrainischen Stadt Charkiw beteiligt gewesen sein. Inwiefern Pawlow eine rechtsextreme Ideologie vertrat, bleibt unklar. Aus seiner ultranationalistischen und prorussischen Haltung machte er allerdings keinen Hehl. In Interviews bezeichnete Pawlow die Ukraine und die Maidan-Proteste, die zur Flucht des nun ehemaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch führten, als „faschistisch“. Im Gespräch mit dem Georgian Journal 2015 sagte er: „Der Donbas ist russisches Land, er ist Teil der russischen Welt, und wir sind hier, um die friedliche Bevölkerung vor den ukrainischen Faschisten zu schützen, die vom Westen unterstützt werden.“ Nach seinem Ziel gefragt, antwortete Pawlow damals: „Wir kontrollieren bereits 40 Prozent des ukrainischen Territoriums und werden so lange kämpfen, bis das Land vollständig von ukrainischen Besatzern gesäubert ist. Dafür haben wir mehr als genug Ressourcen und Ehrgeiz.“ Dieser Ehrgeiz erweist sich in der Praxis oft als blutig und barbarisch. Unter Pawlow soll „Sparta“ in der zweiten Schlacht um den Flughafen Donezk 2014 ukrainische Kriegsgefangene gefoltert und mit Kopfschüssen hingerichtet haben, wie Amnesty International berichtet. So verdiente Pawlow im Spiegel den Spitznamen „Der Henker vom Donezk Airport“. Gegenüber ukrainischen Journalist:innen der Kyiv Post soll Pawlow zugegeben haben, 15 Gefangene erschossen zu haben: „Das ist mir scheißegal. Kein Kommentar. Ich töte, wenn ich es will. Ich tue es nicht, wenn ich es nicht tue“, ist in einer Aufnahme zu hören

via belltower: Bataillon „Sparta“ – DONEZKER REBELLEN IM KAMPF GEGEN KYJIW