Der Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten, Gerhard Trabert, hofft bei der Wahl am Sonntag auch auf Unterstützung aus anderen Parteien. Sein Ziel sei es, den von der AfD nominierten Bewerber Max Otte hinter sich zu lassen. “Wenn die Bundesversammlung einem Vertreter der Linken, der die Themen Armut und soziale Gerechtigkeit ganz hoch ansiedelt, nicht mehr Stimmen gibt, als einem AfD-Kandidaten, wäre das ein schlechtes Signal”, sagte Trabert am Mittwoch in Schwerin. Die Linke entsendet zur Wahl des Staatsoberhaupts 71 Wahlleute nach Berlin, die AfD stellt 152. Da sich SPD, Grüne, FDP und CDU/CSU bereits für eine zweite Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen haben, gilt dessen Wiederwahl als sicher. Trabert kündigte an, die mit der Kandidatur verbundene Aufmerksamkeit bis zur letzten Minute nutzen zu wollen, um auf die sozialen Probleme in Deutschland und in der Welt hinzuweisen. So werde am Sonntag sein Mundschutz die Aufschrift “leave no one behind” (niemanden zurücklassen) tragen, ein Slogan privater Rettungsinitiativen, die sich im Mittelmeer und gefährdete Flüchtlinge kümmern. Zudem trage er sich als notorischer Krawattenverweigerer mit dem Gedanken, sich zur Wahl einen Schlips umzubinden, dann allerdings auch mit einer Botschaft.
via sz: Trabert will bei Bundespräsidentenwahl vor AfD liegen