Der Mann, der am Montagabend bei Efringen-Kirchen einen Polizisten angefahren hat, gehörte der Reichsbürgerszene an. Dies wurde bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Freiburg, Zweigstelle Lörrach, des Landeskriminalamts Baden-Württemberg sowie des Polizeipräsidium Freiburg am Mittwochnachmittag bekannt gegeben. In seinem Wagen war ein Flyer gefunden worden, der einen solchen Zusammenhang herstellt. Auch wenn der Beschuldigte der Szene der Reichsbürger unzweifelhaft zugeordnet werden könne, sei bisher nicht klar, ob ein Zusammenhang bestehe zwischen seiner Gesinnung und der Attacke gegen den Polizisten, unterstrich Tomas Orschitt, leitender Staatsanwalt der Zweigstelle Lörrach der Oberstaatsanwaltschaft. Ein politischer Hintergrund werde noch geprüft, so Orschitt. Der festgenommene Mann hatte sich am Montagabend um 22.15 Uhr einer Polizeikontrolle entzogen und war mit dem Auto geflüchtet. Bei einem zweiten Kontaktversuch auf Höhe des Fraunhofer-Instituts bei Wintersweiler habe man durch das einen Spaltbreit geöffnete Autofenster Alkoholgeruch beim Fahrer wahrgenommen, so Polizeipräsident Franz Semling in seiner Schilderung des Geschehens. Bei einem weiteren Kontrollversuch – mittlerweile waren weitere Streifenwagen dazugekommen – fuhr der Mann frontal auf den Polizisten zu und verletzte ihn schwer. Der Beamte sei von dem Auto erfasst, auf die Motorhaube gehoben und dann weggeschleudert worden, schilderte Polizeipräsident Franz Semling das Geschehen. Der 39-jährige Polizist vom Polizeirevier Weil am Rhein wurde im Anschluss mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht.
via oberbadische: Bei Kontrolle verletzter Polizist – Festgenommener Fahrer ist Reichsbürger
siehe auch: Sogenannter Reichsbürger fährt Polizisten in Efringen-Kirchen um: versuchter Mord. Ein sogenannter Reichsbürger hat in Efringen-Kirchen einen Polizisten bei einer Kontrolle frontal umgefahren. Das LKA ermittelt wegen versuchten Mordes. Bei einer Routine-Verkehrskontrolle in Efringen-Kirchen (Landkreis Lörrach) war Dienstagnacht der Polizei ein Autofahrer wegen deutlich erhöhter Geschwindigkeit aufgefallen, die eine Trunkenheit des Fahrers vermuten ließ. Dieser entzog sich mehrfach der Kontrolle der Beamten durch Flucht. Als er gestoppt werden konnte, fuhr er einen der Polizeibeamten frontal um, er selbst wurde durch Schüsse verletzt und festgenommen. (…) Neben entsprechenden Flugblättern in seinem Auto habe die Polizei auch bei der Durchsuchung der Wohnung des festgenommenen Mannes eindeutige Hinweise ermittelt, die dem 61-Jährigen Verbindungen zu den sogenannten Reichsbürgern bescheinigen. Bereits mit einem Schild an seiner Haustür etwa demonstriere er seine Gewaltbereitschaft gegen die Polizei, so Semling, die der bekannten Haltung und Gesinnung der Reichsbürger-Szene entspräche. Außer einer Armbrust seien keine Schusswaffen gefunden worden, allerdings diverse andere Beweisstücke und Datenträger, die jetzt polizeilich ausgewertet werden. Zusammenhang zwischen Gesinnung und Tat wird geprüft Der Mann ist der Polizei bereits einschlägig wegen politisch hintergründiger Taten bekannt. Von Anfang bis Mitte des Jahres 2021 fiel er durch entsprechende Beleidigungen politischen Inhalts auf, im Zusammenhang mit Polizeikontrollen zur Einhaltung von Corona-Maßnahmen. In diesem Zusammenhang war er angeklagt und in einem Fall zu einer Geldstrafe verurteilt worden – ein anderer Fall sei gerichtlich noch anhängig