67-Jähriger musste sich nach dem Besuch einer Corona-Demo wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Eine Demo gegen die Corona-Maßnahmen im März 2021. Viele Menschen strömen Richtung Wiesental. Zahlreiche Polizisten sind dort. Plötzlich erschallen laute Rufe an der Zufahrt, es wird hektisch: “Anhalten! Halten Sie an!” Im abgesperrten Bereich rangiert ein Auto, bleibt schließlich stehen. Darin sitzt ein älteres Paar. Stoisch, der Fahrer wohl mit einer Art “Tunnelblick”. Sie weigern sich, auszusteigen. Polizisten reden auf sie ein. (…) Der 66-Jährige aus der Region, der jetzt vor dem Amtsgericht saß, hatte mit der Stoßstange seines Autos das Knie eines Polizisten berührt. Der Beamte erlitt laut seiner Ärztin eine Prellung, ließ sich vier Tage krankschreiben. Im Kuddelmuddel eilten zwei Kollegen dazu: Die Frau musste, um sich zu retten, wohl “mit einem Satz” zur Seite springen, als der Rentner rückwärts fuhr, während sie und der dritte Polizist das Nummernschild erfassen wollten. Ihnen passierte nichts. (…) Warum er nicht ausgestiegen ist, wollte Richterin Bärbel Hönes wissen: Der Rentner habe sich gesorgt, dass die Polizisten “uns mit dem Gesicht auf den Boden knallen”. Aus einer Gruppe heraus sei der Polizist regelrecht ins Auto hineingesprungen und habe auf die Motorhaube getrommelt, als das Paar den Wagen auf einer Grünfläche zwischen Stadthalle und Katharinenstift habe abstellen wollen. Die Polizisten schildern es anders: Es seien Absperrungen und Befehle ignoriert und der Beamte sei bewusst und “mit Augenkontakt” gerammt worden. Einmal sei auch “die Faust geballt”, dann seien mit dem Auto gefährliche “Fluchtversuche” unternommen worden. 14 Monate Haft, auszusetzen zur Bewährung, drei Monate Fahrverbot, außerdem 2000 Euro Geldstrafe forderte der Staatsanwalt. Das Urteil lautete ein Jahr auf Bewährung sowie 50 Arbeitsstunden
via rnz: Amtsgericht Sinsheim – Polizisten bei Querdenker-Demo angefahren und jetzt verurteilt